Moskau kritisiert Unterstützung für Kiew:Wadephul: "Billiger Ablenkungsversuch Russlands"
Moskau hat Berlin mit Blick auf die Ukraine vorgeworfen, "Revanche für frühere Niederlagen" nehmen zu wollen. Außenminister Wadephul spricht von einem "billigen Ablenkungsversuch".
Außenminister Wadephul hat seinen neuseeländischen Amtskollegen Peters getroffen. Deutschland will angesichts der Außenpolitik Donald Trumps die Partnerschaften im südlichen Pazifik stärken.
03.02.2026 | 0:16 minBundesaußenminister Johann Wadephul weist Moskaus Vorwürfe im Zusammenhang mit der deutschen Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine strikt zurück.
Das ist ein billiger Ablenkungsversuch Russlands.
Johann Wadephul in Neuseeland
Das sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem neuseeländischen Amtskollegen Winston Peters in dessen Heimatregion Bay of Islands auf der Nordinsel Neuseelands.
"Russland hat mit diesen Angriffen ganz klargemacht, was es von der Ukraine am Verhandlungstisch erwartet, nämlich: klein beigeben", berichtet ZDF-Reporter Henner Hebestreit zu den geplanten Friedensverhandlungen.
03.02.2026 | 2:26 minWadephul: Lassen uns den Mund nicht verbieten
Deutschland habe "überhaupt keine Probleme damit, die eigene Vergangenheit kritisch zu beleuchten", fügte Wadephul hinzu. "Wir wissen, dass wir auch mit Opfern der damaligen Sowjetunion - und das waren dann auch Opfer aus der Ukraine, aber auch von anderen Völkern der Sowjetunion - von der Nazi-Herrschaft befreit worden sind." Das sei eine "historische Wahrheit", die niemand in Deutschland bestreite.
Wir lassen es nicht zu, dass uns oder anderen der Mund verboten wird, wenn es darum geht, das verbrecherische Handeln des jetzigen und heutigen Russlands klar zu brandmarken.
Johann Wadephul, Bundesaußenminister
Außenminister Wadephul hat Russlands Vorwürfe im Zusammenhang mit Deutschlands Unterstützung für die Ukraine zurückgewiesen. Hier sein Statement dazu.
03.02.2026 | 0:45 minWinston Peters sagte an Wadephul gerichtet, man stimme "darin überein, dass die Wahrung der territorialen Integrität ein Grundprinzip des internationalen Systems ist".
Moskau: Deutsche Soldaten in Ukraine wären "legitime Ziele"
In einer schriftlichen Mitteilung warf das russische Außenministerium der Bundesregierung vor, sie habe "aufgehört, den Fakt zu verstecken, dass sie unserem Land gegenüber von der Besessenheit getrieben wird, Revanche für frühere Niederlagen zu nehmen".
Teil dieses "Revanchismus" sei die uneingeschränkte Unterstützung der Ukraine. Dort kämen 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs erneut massenhaft deutsche Waffen gegen russisches Gebiet zum Einsatz, kritisierte das Außenamt in Moskau.
"Ich würde jetzt nicht dafür die Hand ins Feuer legen, dass man sich tatsächlich morgen in Abu Dhabi treffen wird", sagt ZDF-Reporter Henner Hebestreit.
31.01.2026 | 1:16 minIn Litauen sei die Bundeswehr bereits stationiert. Sollte Berlin dieses in der Ukraine versuchen, würden die Soldaten - wie andere ausländische Truppen auch - als "legitime Ziele" bekämpft werden, heißt es zur Diskussion um die Beteiligung Deutschlands an einer internationalen Sicherheitstruppe nach einem Ende des Ukraine-Kriegs.
Wadephul dankt Neuseeland für Ukraine-Unterstützung
Wadephul sagte zu einem möglichen Einsatz von Bundeswehrsoldaten zur Absicherung einer künftigen Friedenslösung in der Ukraine, es liege in den Händen Russlands, "jetzt eine Grundlage dafür zu schaffen, dass eine sichere Friedensordnung entstehen kann". Eine Einigung würde Vereinbarungen darüber enthalten, ob und in welcher Form ausländische Truppen auf ukrainischem Gebiet stationiert werden könnten. "Wir arbeiten konstruktiv daran, dass endlich dieser schreckliche Krieg beendet werden kann", kritisierte Wadephul.
Auf russischer Seite können wir zum jetzigen Zeitpunkt bedauerlicherweise nur destruktives Verhalten feststellen.
Johann Wadephul
Der Minister dankte Neuseeland für seine Unterstützung für die Ukraine. Von finanzieller und militärischer Unterstützung bis hin zum Training für ukrainische Soldaten - "Neuseeland ist an der Seite Europas. Das wertschätzen wir sehr."
Vor den Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine ist Kiew erneut Ziel von Angriffen geworden. Neben mehreren Wohngebäuden sollen auch zwei Wärmekraftwerke angegriffen worden sein.
03.02.2026 | 0:24 minRussland greift weiter massiv Kiew und Charkiw an
Vor den Gesprächen von Vertretern Russlands und der Ukraine an diesem Mittwoch und Donnerstag in Abu Dhabi über ein mögliches Kriegsende hat Russland die Angriffe auf die Ukraine intensiviert.
In der vergangenen Woche hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, dass Kremlchef Wladimir Putin auf seine Bitte zugesagt habe, die Angriffe auf Energieanlagen in der Ukraine zu pausieren. Moskau bestätigte dies zunächst. Die jüngsten Angriffe deuten jedoch darauf hin, dass diese begrenzte Feuerpause inzwischen beendet ist.
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