Wahl in Venezuela: Behörde meldet Sieg für Maduro-Partei

Parlamentswahl:Venezuela: Behörde meldet Sieg von Maduro-Partei

|

Zehn Monate nach der Präsidentenwahl hat die Partei des umstrittenen Nicolás Maduro bei der Parlamentswahl einen klaren Sieg erzielt. Das verkündete die linientreue Wahlbehörde.

Zehn Monate nach der umstrittenen Wiederwahl des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro hat dessen Partei bei Parlaments- und Regionalwahlen einen haushohen Sieg eingefahren.

Wie die linientreue Wahlbehörde CNE mitteilte, gewannen Maduros Sozialistische Partei PSUV und ihre Verbündeten bei dem Urnengang am Sonntag 23 von 24 Gouverneursposten und erhielten 82,68 Prozent der Stimmen - und damit wahrscheinlich die absolute Mehrheit im Parlament.

Die Opposition hatte die Wahl größtenteils boykottiert und als Farce kritisiert. Eine Koalition, die als der regierenden sozialistischen Partei nahestehend gilt, erhielt laut CNE 6,25 Prozent der Stimmen, während ein Oppositionsbündnis auf 5,17 Prozent kam.

Die Ergebnisse der Parlamentswahlen vom Sonntag werden der Regierungspartei die Kontrolle über die Staatsanwaltschaft und das oberste Gericht sichern, dessen Mitglieder von den Gesetzgebern gewählt werden.

21 Millionen Wahlberechtigte

Maduro bezeichnete das Ergebnis vor Anhängern in Caracas als "Sieg des Friedens und der Stabilität für ganz Venezuela". Die Wahlbeteiligung lag nach Schätzungen des Wahlrats bei 42,6 Prozent. Nach Einschätzung der Opposition blieb jedoch die überwiegende Mehrheit der Wähler der Abstimmung fern - nur rund 15 Prozent hätten ihre Stimme abgegeben.

Etwas mehr als 21 Millionen Venezolanerinnen und Venezolaner waren aufgerufen, 24 Gouverneure sowie die 285 Mitglieder der Nationalversammlung zu wählen, die seit 2020 weitgehend vom Regierungslager kontrolliert wird. Auch 19 der 23 amtierenden Gouverneure gehören Maduros Sozialistischer Partei an.

Erstmals wurden zudem ein Gouverneur und acht Abgeordnete für die ölreiche Region Essequibo gewählt - ihre Wahl gilt aber als symbolischer Akt. Das Gebiet macht zwei Drittel der Landfläche Guyanas aus, wird jedoch von Venezuela beansprucht. Der Internationale Gerichtshof hatte angeordnet, dass in der Region keine venezolanischen Wahlen stattfinden dürfen.

Führender Oppositionspolitiker vor Wahltag verhaftet

Der Wahl war eine Verhaftungswelle gegen die Opposition vorausgegangen. Mehr als 400.000 Sicherheitskräfte waren für die Wahl im Einsatz. Zuletzt hatten sie nach Angaben des Innenministeriums mehr als 70 Menschen festgenommen, darunter den prominenten Oppositionspolitiker Juan Pablo Guanipa, und damit zusätzliche Besorgnis im Ausland ausgelöst.

Die autoritäre Regierung in Caracas wirft den Festgenommenen vor, terroristische Anschläge auf Botschaften, Krankenhäuser, Polizeiwachen und Umspannwerke geplant zu haben, um den Urnengang zu stören. Auch das Schmieden von Umsturzplänen mit Unterstützung der USA wird ihnen vorgeworfen.

Opposition: Wahlbetrug bei Präsidentenwahl

Nach der Präsidentschaftswahl im Juli 2024 war Maduro offiziell zum Sieger erklärt worden. Die Opposition prangerte jedoch Wahlbetrug an. Ihr Kandidat Edmundo González Urrutia beanspruchte den Sieg für sich. In der Folge kam es zu gewaltsamen Protesten mit 28 Toten und mehr als 2400 Festnahmen. González Urrutia musste ins Exil nach Spanien gehen.

Venezuela leidet unter Missmanagement, Korruption und Sanktionen. Gut sieben Millionen Menschen - rund ein Viertel der Bevölkerung - haben das einst wohlhabende Erdölland nach UN-Angaben in den vergangenen Jahren verlassen.

Quelle: AFP, Reuters

Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen

Jetzt aktivierenMehr erfahren

Mehr globale Politik

  1. Archiv: Ukrainischer Präsident Selenskyj
    Liveblog

    Russland greift die Ukraine an:Aktuelles zum Krieg in der Ukraine


  2. Ein X-Beitrag des US-Regionalkommandos "Centcom" zeigt Nachtflugoperationen an Deck des Flugzeugträgers "USS George Washington" am 30.08.2026, um Einsätze im Nahen Osten zu unterstützen.
    Liveblog

  3.  Ein Mädchen hält ein iPhone 16 in den Händen, auf dem das Logo der App TikTok zu sehen ist.

    Gefahren durch Rabbit-Hole-Effekt:EU-Kommission: TikTok gefährdet Psyche der Nutzer

    mit Video0:25

  4. Donald Trump spricht in ein Mikrofon

    Vor Gesprächen in der nächsten Woche:Trump stellt Ukraine-Abkommen in Aussicht - Kreml zurückhaltend

    mit Video0:44

  5. Proteste in Paraguay halten nach dem Zusammenbruch der Ueno Bank an.

    Präsident Peña bietet Rücktritt an:Bankenskandal in Paraguay löst Regierungskrise aus


  6. US President Donald J. Trump sign an executive order in the Oval Office

    Nach Midterms-Niederlage:Trump will bald Entscheidung zum Iran-Krieg treffen

    mit Video2:32

  7. Auf einem Bus ist ein Wahlkampfwerbung von Netanjahus Likud-Partei vor der Parlamentswahl in Israel abgedruckt. Trump und Netanjahu stehen Seite an Seite, darunter steht die Botschaft "Wir haben eine Chance zu gewinnen".

    Nach den Midterms:Israel sieht Rückhalt schwinden

    von Alexander Poel
    mit Video6:20

  8. Vance steht hinter einem dicken Vorhang, neben ihm ist eine große USA-Flagge. Es wirkt, als würde er sich dahinter verstecken.

    Vance steht vor drei Problemen:Jetzt sucht Trumps Vize die Distanz

    Julian Schmidt-Farrent, Washington, D.C.
    mit Video1:35