Urlaub: Viele Deutsche planen Reisen - trotz Kriegen

Tourismus "sehr resiliente Branche":Deutsche halten trotz Kriegen an Urlaubsplänen fest

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Internationale Konflikte wie der Iran-Krieg treffen auch den Tourismus. Dennoch wollen die meisten Deutschen ihre Urlaubspläne laut einer Umfrage davon nicht beeinflussen lassen.

Reisende schieben in der Abflughalle des Flughafens zur Halbzeit der Sommerferien in Deutschland ihre Koffer zur Gepäckaufgabe.

In einer Umfrage von YouGov gaben 54 Prozent der Befragten an, dass internationale Konflikte und Krisen keinen Einfluss auf ihre Reisepläne haben. Zehn Prozent würden ihre Pläne ändern.

11.03.2026 | 0:32 min

Kriege, Reisewarnungen, gesperrte Lufträume: Internationale Konflikte wie derzeit die Angriffe von Israel und USA in Iran sowie dessen Gegenreaktion bringen auch den Urlaub vieler Menschen ins Wanken. Dennoch hält die Mehrheit der Deutschen an ihren Reiseplänen fest.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sagten 54 Prozent der rund 1.750 im März befragten Erwachsenen, internationale Krisen oder Konflikte hätten derzeit keinen Einfluss auf ihre Urlaubsplanung.

Ganz ohne Folgen bleiben geopolitische Spannungen jedoch nicht: Zehn Prozent der Befragten wollen ihre Urlaubspläne ändern, sieben Prozent sehen ihre Buchung als unsicher an und vier Prozent haben Reisen bereits abgesagt oder verschoben.

Ein Airbus A380 der Emirates-Airline ist im Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen. Die Maschine ist als eine der ersten aus Dubai nach Deutschland gestartet, nachdem der Flugverkehr im Nahen Osten wegen des Iran-Kriegs nahezu zum Erliegen gekommen war.

Der Konflikt im Nahen Osten beeinträchtigt den weltweiten Flugverkehr. Viele Reisende müssen nun alternative Wege finden, um ihr Ziel zu erreichen oder zurück nach Hause zu kommen.

04.03.2026 | 2:47 min

Für viele Urlauber ist die politische Stabilität eines Reiseziels entscheidend: 58 Prozent achten stark darauf, weitere 27 Prozent zumindest teilweise. Nur jeder Zehnte sieht sie als unwichtig an.

Tourismus unter Druck

Die Beratungsfirma Oxford Economics rechnet mit einem deutlichen Rückgang der Reisen in den Nahen Osten. Ein zweiwöchiger Konflikt könnte elf Prozent weniger Besucher bedeuten. Zieht er sich ein bis zwei Monate hin, wären es sogar 27 Prozent - verbunden mit wirtschaftlichen Einbußen von rund 56 Milliarden Dollar (rund 48 Milliarden Euro).

Besonders die Golfstaaten fürchten um ihr Image als sichere Reiseziele. "Das Siegel ist gebrochen", sagt der katarische Analyst Ahmed Hilal. Metropolen wie Dubai, Abu Dhabi oder Doha galten lange als sichere Inseln - nun könnte es dauern, bis sie diesen Status zurückerlangen.

Tourismus leidet auch in Israel

In Israel und den Palästinensergebieten leidet der Tourismus schon seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 und dem darauffolgenden Gaza-Krieg unter schweren Einbußen. Der neue Krieg mit Iran versetzt der Branche nun einen weiteren Schlag.

Reiserückkehrer aus dem Oman

Der Nahost-Konflikt betrifft auch Urlauber in der Golfregion, die vom iranischen Militär angegriffen wird. Die Bundesregierung startete eine Rückholaktion.

04.03.2026 | 1:43 min

Nach Angaben des israelischen Tourismusministeriums haben seit Kriegsbeginn Tausende Touristen das Land verlassen - etwa mit Bussen über Jordanien oder Ägypten. Andere würden vom Ministerium betreut. Seit einigen Tagen konnten Urlauber zudem Flüge mit israelischen Airlines buchen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Touristen vergessen Krisen oft schnell

Schwankungen sind nach Einschätzung von Tourismusforschern im Reisegeschäft nichts Ungewöhnliches. "Touristen haben ein kurzes Gedächtnis", erklärt Jürgen Schmude, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft. Nachfragewellen dauern meist zwei bis drei Jahre, dann normalisiert sich die Lage wieder.

Victoria Reichelt & Sven Rieken Standbild

Über die Lage und private Eindrücke in Doha und Dubai sprachen ZDFheute live-Moderatorin Victoria Reichelt und ZDF-Reporter Sven Rieken.

01.03.2026 | 9:49 min

Ob ein Konflikt dem Image eines Reiseziels langfristig schadet, hängt vor allem von seiner Dauer ab. Ägypten habe in der Vergangenheit mehrere Anschläge erlebt und sei dennoch immer wieder als Urlaubsziel zurückgekehrt. Dort bleibe die Nachfrage auch aktuell stabil, klassische Baderegionen sind vom Iran-Krieg nicht betroffen.

Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach klassischen Mittelmeerzielen wie Spanien. Bei Reisen in die Golfregion und über Drehkreuze wie Dubai oder Doha beobachten Reiseveranstalter hingegen eine gewisse Zurückhaltung.

Branche gilt als krisenfest

"Tourismus ist eine sehr resiliente Branche", sagt Albin Loidl, Präsident des Deutschen Reiseverbands. Sobald Stabilität zurückkehrt, kehrt auch die Reiselust der Menschen zurück.

Urlauber weichen eher auf alternative Ziele aus, als ganz auf Reisen zu verzichten. Für die Golfregion erwartet Loidl eine Erholung, sobald sich die Lage beruhigt.

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Iran unterstützt Terrorgruppen und Milizen im Nahen und Mittleren Osten. Viele arabische Staaten arbeiten eng mit den USA zusammen. Wer steht wo in der Krise am Persischen Golf?

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Bundesregierung beobachtet Situation

Der Tourismuskoordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU), betont die weitreichenden Folgen von Reiseabsagen:

Die Situation in der Golfregion wirkt sich auch auf andere Urlaubsregionen aus, da viele Verbindungen über diese Drehkreuze führen.

Christoph Ploß, Tourismuskoordinator der Bundesregierung

Erfahrungen aus früheren Krisen zeigten, dass Reisende schnell zurückkehren, sobald ein Reiseziel wieder als sicher gilt. Ploß setzt auf die Verantwortung der Golfstaaten, die Sicherheit der Urlauber zu gewährleisten.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Umfrage: Viele deutsche Urlauber ändern Pläne nicht" am 11.03.2026 um 12:31 Uhr.

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