Kreditkarte, Debitkarte, Bargeld:Bezahlen im Urlaub: Wie man zahlt, ist nicht egal
von Svetlana Leitz
Kreditkarte, Debitkarte oder doch Bargeld? Wer im Ausland Stress und Extraausgaben vermeiden will, sollte sich vorab über die gängigen Zahlungsmittel im Reiseland informieren.
Gereist wird auch 2026 gerne. Sina Mainitz erklärt, was beim Bezahlen im Ausland zu beachten ist.
04.03.2026 | 1:39 minMenschen aus Deutschland haben im Urlaub laut einer Umfrage immer noch am liebsten Bargeld dabei: 56,4 Prozent bezahlen gern mit Münzen und Scheinen. Kartenzahlung ist weniger beliebt: 39,9 Prozent zahlen mit Kreditkarte, 33,8 Prozent mit Girokarte. Das ergab eine Umfrage von YouGov im Auftrag der Postbank im Januar 2026. Mehrfachnennungen waren möglich.
Die Umfrage zeigt auch: Viele setzen auf eine Kombination aus mehreren Zahlungsmitteln. Eine sinnvolle Idee, bestätigt Sonja Guettat. Sie ist Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: "Im Ausland sollte man immer mehrere Zahlungsarten verfügbar haben."
Das ist beim Einsatz der verschiedenen Zahlungsmittel im Ausland wichtig:
Bar zahlen im Ausland
"Früher hat man gesagt, mit Bargeld kommt man überall weiter. Das gilt heute nicht mehr", sagt Guettat. Wichtig sei, sich über übliche Zahlmethoden im Land zu informieren. In skandinavischen Ländern etwa werde Bargeld teils kaum noch akzeptiert. Umgekehrt führe in anderen Ländern kein Weg an Bargeld vorbei.
Vor 25 Jahren wurden in Deutschland Millionen Euro-Starterkits ausgegeben. Frank Bethmann erinnert und berichtet über das ambivalente Verhältnis zwischen Deutschen und Bargeld.
17.01.2026 | 1:30 minFür eine Einschätzung hilft die Website des Auswärtigen Amts weiter. Hier erhalten Reisende auch Informationen dazu, ob und welche Einfuhrbedingungen es für Bargeld gibt.
Wer außerhalb der Eurozone reist, kann noch vor Reiseantritt bei Banken Fremdwährungen bestellen. Das könne laut Guettat aber teurer sein als im Urlaub vor Ort. Im Land angekommen, können Reisende entscheiden, Geld in Landeswährung abzuheben oder es in einer Wechselstube zu tauschen.
Finanzexpertin Guettat hat einen Extra-Tipp: Viele Automaten im Ausland bieten an, den Betrag direkt in Euro umzurechnen (Stichwort: "Dynamic Currency Conversion"). Wer das ablehnt und in Landeswährung zahlt, fährt in der Regel günstiger. Auch in Wechselstuben vor Ort sollte man die Gebühren und Wechselkurse checken und Angebote vergleichen.
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21.07.2025 | 20:56 minReisen mit Debit- und Girokarte
Debitkarten folgen dem Prinzip: Das Geld geht bei Zahlung sofort vom Konto ab. Auch die Girocard zählt zu den Debitkarten, ist allerdings ein rein deutsches System. Bezahlen im Ausland ist damit durch zusätzliche internationale Logos zwar in der Regel möglich, auf die Girocard verlassen sollte man sich vor allem im außereuropäischen Ausland aber nicht.
Wer noch eine Girocard hat, sollte sich am besten vorab bei der Bank informieren, welche Funktionen diese Karte hat und inwiefern sie im Zielland akzeptiert wird.
Sonja Guettat, Finanzexpertin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz
Es gibt auch Debitkarten, die die weltweiten Bezahlnetzwerke der Kreditkartenanbieter nutzen. Deshalb haben sie laut Guettat international eine breite Akzeptanz. Sie sind keine Girokarten und sehen Kreditkarten recht ähnlich. Wichtig sei, auf die Stichworte, "Debit", "Girocard" und "Credit" zu achten.
Debitkarten haben allerdings eine Einschränkung: Nicht alle Autovermietungen und Hotels akzeptieren sie, um Kautionen zu hinterlegen. Werden sie doch angenommen, kann es sein, dass der Abschluss teurer Zusatzversicherungen oder Gebühren verlangt wird. Und: Der Betrag für die Kaution wird direkt im Konto geblockt oder abgebucht. Bis zur Rückgabe fehlt die Summe also auf dem Konto.
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16.07.2025 | 4:07 minDie Kreditkarte im Ausland
In Abgrenzung zur Debitkarte gilt bei der Kreditkarte: Die gesammelten Zahlungen werden erst zu einem späteren Zeitpunkt beglichen - häufig am Ende des Monats. Die Bank gewährt also über einen kurzen Zeitraum einen Kredit.
Fürs Reisen sind Kreditkarten gut geeignet, denn sie werden in der Regel weltweit zum Bezahlen sowie für das Hinterlegen von Kautionen akzeptiert. Durch die Reservierung des Betrags wird der Verfügungsrahmen limitiert. Das Geld bleibt aber auf dem eigenen Konto. Der Betrag wird bei Rückgabe des Autos oder Zimmers wieder freigegeben.
Allen, die sich eine Kreditkarte hauptsächlich zum Reisen zulegen wollen, rät Finanzexpertin Sonja Guettat von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: "Man sollte genau gucken, welche Kreditkarte am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt."
Gerade Kreditkarten, die mit Gebührenfreiheit im Ausland werben würden, seien oft sogenannte Revolving-Kreditkarten. Die können teuer werden, wenn man die angebotene Ratenoption nutzt: Denn hier drohen hohe Zinsen. Wer darauf achte, die gesamte Summe am Ende des Abrechnungszeitraums zu begleichen, für den können solche Kreditkarten trotzdem eine Möglichkeit sein.
In Deutschland bekannter sind sogenannte Charge-Kreditkarten. Sie bieten einen Kredit innerhalb eines vorher festgelegten Kreditrahmens. Am Ende des Monats bucht die Bank den gesammelten Betrag vom Girokonto ab.
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