Experte: Angriffspause ist kein Gefallen Putins für Ukraine

Interview

Trump verkündet Einigung mit Russland:Experte: Angriffspause ist kein Gefallen Putins für Ukraine

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Eine Woche ohne Angriffe auf Städte der Ukraine. Das will Trump mit Putin verhandelt haben. Das sei kein Zugeständnis Moskaus, so ein Experte – sondern ein Zeichen Putins Schwäche.

Militäranalyst Hendrik Remmel in Anzug

Neben dem Einsatz ukrainischer Kampfroboter spricht Militäranalyst Hendrik Remmel bei ZDFheute live ab Minute 19:31 auch über die angekündigte Feuerpause für die Ukraine.

29.01.2026 | 26:43 min

Russland will angeblich Angriffe auf Kiew und andere Großstädte in der Ukraine für eine Woche pausieren. Das verkündete US-Präsident Donald Trump nach einem persönlichen Gespräch mit Wladimir Putin.

In den vergangenen Wochen hatte Russland immer wieder die Energieinfrastruktur der Ukraine ins Visier genommen. Tausende sind ohne Strom und Heizung. "Sie haben noch nie so unter der Kälte gelitten", sagte Trump mit Blick auf die Menschen in der Ukraine.

Militärexperte Hendrik Remmel vom German Institute for Defence and Strategic Studies erklärt bei ZDFheute live, warum er hinter der Ankündigung aus dem Kreml weniger einen humanitären Akt vermutet - als ein Zeichen, dass Russland unter Druck steht.

Trump erzählt von der Feuerpause in seinem Büro

US-Präsident Trump erklärt, Russland habe einer einwöchigen Feuerpause für Kiew zugestimmt.

29.01.2026 | 0:34 min

Militär-Experte: Russland durch Ukraine-Angriffe unter Druck

Militäranalyst Remmel sieht in der Zustimmung Moskaus zu einer Waffenruhe keinesfalls ein Zugeständnis an die Ukraine: Man müsse feststellen, dass russische Akteure sich "nur dann auf Zugeständnisse einlassen, wenn sie glauben, dass sie einen unmittelbaren Vorteil daraus generieren".

Der Experte stellt fest:

Es gibt keine Zugeständnisse.

Hendrik Remmel, German Institute for Defence and Strategic Studies

Russland bleibe bei den in den Verhandlungen von Istanbul formulierten roten Linien. Vielmehr sieht Remmel "substanzielle Erfolge" durch ukrainische Angriffe auf die russische Energie-Infrastruktur: "Die russischen Energiekonzerne produzieren und raffinieren vor allem immer weniger Öl."

Im Verbund mit dem gesunkenen Ölpreis global ist das ein riesiges Problem für die russische Wirtschaft.

Hendrik Remmel, German Institute for Defence and Strategic Studies

ZDF-Reporter Henner Hebestreit vor dunklem Hintergrund mit Mikrofon

In ukrainischen Regierungskreisen sei man von der Ankündigung Trumps überrascht, berichtet ZDF-Reporter Hebestreit.

29.01.2026 | 4:53 min

Experte zu Feuerpause: Russland profitiert mehr als Ukraine

Der Experte sieht ein wirtschaftliches Kalkül hinter Russlands Feuerpause - sollte diese überhaupt zustande kommen:

Russland glaubt in dieser Phase, mehr aus einer Waffenruhe in Bezug auf den Beschluss von Energieinfrastruktur profitieren zu können als die Ukraine.

Hendrik Remmel, German Institute for Defence and Strategic Studies

Seine Prognose: "Das ist keineswegs irgendein Schritt in Richtung eines nachhaltigen Waffenstillstandes oder sogar eines Friedens." An einem Frieden sei Russland so lange nicht interessiert, wie es glaube, mit militärischen Mitteln strategische Interessen durchsetzen zu können, so der Experte.

Das Interview führte ZDF-Moderatorin Victoria Reichelt. Autor der Zusammenfassung ist ZDFheute-Redakteur Silas Thelen.

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Russland greift die Ukraine an
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Seit Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Kiew hat eine Gegenoffensive gestartet, die Kämpfe dauern an. News und Hintergründe im Ticker.
Rettungskräfte räumen am 21.11.2025 die Trümmer eines Wohnhauses in Ternopil weg, das bei einem russischen Angriff schwer beschädigt wurde.
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Über dieses Thema berichtete ZDFheute live am 29.01.2026 in "Trump spricht von Angriffspause" um 19:30 Uhr.
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