Kiew und Kreml stimmen zu:Trump: Dreitägige Waffenruhe zwischen Ukraine und Russland
US-Präsident Trump hat eine ab morgen geltende dreitägige Waffenruhe im Ukraine-Krieg verkündet. Zur Vereinbarung soll auch ein Gefangenenaustausch gehören.
Am 9. Mai feiert Russland traditionell mit einer großen Militärparade den Sieg über Nazideutschland. Dieses Jahr fällt die Parade allerdings deutlich kleiner aus.
08.05.2026 | 2:11 minUS-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben Russland und die Ukraine von einer ab morgen geltenden dreitägigen Waffenruhe überzeugt. Diese werde die Aussetzung aller Kampfhandlungen sowie den Austausch von 1.000 Gefangenen jeder Seite umfassen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Die Bitte sei direkt von ihm vorgebracht worden. Er sei Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sehr dankbar, dass sie zugestimmt hätten, schrieb Trump.
Hoffentlich ist dies der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart ausgetragenen Kriegs.
Donald Trump, US-Präsident
Die Gespräche für eine Beendigung des Kriegs - "des größten seit dem Zweiten Weltkrieg" - gingen weiter. Jeden Tag käme man näher ans Ziel, sagte Trump. Tatsächlich mangelte es bei den Verhandlungen zuletzt an sichtbaren Fortschritten.
Russland fordert zum Sieg über Nazi-Deutschland eine kurze Feuerpause am Wochenende, die Ukraine kontert mit einer direkten Waffenruhe. Trotz der Appelle dauern die Angriffe an.
06.05.2026 | 1:28 minWaffenruhe mit Russland: Selenskyj bestätigt
Selenskyj bestätigte die Vereinbarung und dankte Trump für den diplomatischen Einsatz. Russland habe dem Gefangenenaustausch zugestimmt, schrieb er auf dem Portal X. "Ein Waffenruhe-Regime muss für die Tage 9., 10. und 11. Mai eingerichtet werden", sagte er. Er habe sein Team angewiesen, alles dafür vorzubereiten. Die Ukraine wolle ihre Gefangenen nach Hause bringen.
Wolodimir Selenskyj auf X
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Der ukrainische Staatschef ordnete per Dekret an, dass sein Land die für Samstag geplante russische Parade zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs nicht unter Beschuss nimmt. "Für die Dauer der Parade" am Samstag ab 10:00 Uhr Ortszeit (09:00 Uhr MESZ) werde der Rote Platz in Moskau "vom Plan für den Einsatz ukrainischer Waffen ausgenommen", heißt es in der Anordnung, die auf der Website des Präsidialamts veröffentlicht wurde.
Für den Tag des Sieges in Russland am Samstag galt bereits seit Freitag eine Waffenruhe, die Moskau einseitig ausgerufen hat. Trotzdem griff die russische Armee nach ukrainischer Darstellung weiter so oft an, dass Kiew nach Selenskyjs Darstellung bislang keinen Anlass hatte, die Waffen schweigen zu lassen.
Vor den Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs hatte Moskau eine Feuerpause im Ukraine-Krieg ausgerufen - trotzdem geht der gegenseitige Beschuss weiter. Beide Seiten melden Angriffe.
08.05.2026 | 0:28 minRussland fürchtete Angriff auf Militärparade
Auch der Kreml bestätigte den Deal. Das sagte der außenpolitische Berater von Staatschef Wladimir Putin, Juri Uschakow, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete. In Moskau soll am Samstag die traditionelle Militärparade vor Putin auf dem Roten Platz stattfinden. Anders als in den vergangenen Jahren sollen aber keine Panzer oder anderes schweres militärisches Gerät auffahren. Außerdem wurden Internetsperren verhängt.
Am Donnerstag hatte sich der Sekretär des nationalen Sicherheitsrats der Ukraine, Rustem Umjerow, mit US-Vertretern getroffen. Bei dem Treffen ging es nach Angaben Selenskyjs um Vereinbarungen zu Sicherheitsgarantien und humanitäre Fragen wie den Austausch von Kriegsgefangenen.
Nach Gesprächen in den USA erwartet Kiew in den nächsten Wochen Gesandte Trumps. Als Termin für den Besuch nannte Selenskyj die Zeitspanne bis zum Beginn des Sommers, derzeit liefen die Absprachen dazu, schrieb er in sozialen Medien.
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