Fehlende Epstein-Akten mit Trump-Bezug veröffentlicht

Frau beschuldigte US-Präsidenten:Fehlende Epstein-Akten mit Trump-Bezug veröffentlicht

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Sie habe Trump gebissen, als er übergriffig werden wollte: Das berichtete 2019 eine Frau im Zuge der Epstein-Affäre. Entsprechende Akten wurden nicht veröffentlicht - bis jetzt.

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Das US-Justizministerium hat weitere FBI-Dokumente der Epstein-Akten veröffentlicht. Darin enthalten sind auch Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump.

06.03.2026 | 0:23 min

Das Justizministerium hat zusätzliche Akten zu den Ermittlungen gegen den 2019 gestorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht, die Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump enthalten.

Das Ministerium erklärte am Donnerstag, die Unterlagen seien bei einer früheren Durchsicht "fälschlicherweise als doppelt codiert" worden und deshalb versehentlich nicht zusammen mit den anderen Ermittlungsdokumenten zu dem in Ungnade gefallenen Finanzier veröffentlicht worden.

"Wie wir es konsequent getan haben: Wenn ein Mitglied der Öffentlichkeit Bedenken zu Informationen in der Bibliothek meldete, überprüft das Ministerium diese, nimmt gegebenenfalls Korrekturen vor und veröffentlicht sie erneut online", hieß es in einem Beitrag auf X.

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Epstein-Akten: Unterlagen sollen gefehlt haben

Vor einigen Tagen hatte das Ministerium mitgeteilt, dass geprüft werde, ob Dokumente fälschlicherweise zurückgehalten worden seien. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass die veröffentlichten Epstein-Akten nicht alle Unterlagen zu Befragungen aus dem Jahr 2019 enthielten, in denen eine Frau Anschuldigungen gegen Trump erhoben hatte.

Die Frau war vom FBI viermal vernommen worden, um ihre Angaben zu prüfen. In den öffentlich zugänglichen Unterlagen war jedoch zunächst nur eine Zusammenfassung einer dieser Befragungen enthalten.

Elmar Theveßen

Das Zurückhalten von Dokumenten wäre ein schwerer Verstoß gegen das verabschiedete Gesetz, dass das Justizministerium alle Dokumente veröffentlichen muss, sagt US-Korrespondent Elmar Theveßen.

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Trump hat jegliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit Epstein stets bestritten. Das Ministerium wies im Januar darauf hin, dass einige der Dokumente "unwahre und aufsehenerregende Behauptungen gegen Präsident Trump" enthielten, die kurz vor der Wahl 2020 beim FBI eingereicht worden seien.

Frau behauptet, Trump gebissen zu haben

Einige der am Donnerstag veröffentlichten neuen Unterlagen betreffen eine Frau, die das FBI kurz nach Epsteins Festnahme 2019 kontaktierte. Sie behauptete, ein Mann namens "Jeff" habe sie in den 1980er-Jahren vergewaltigt, als sie etwa 13 Jahre alt war. Sie sagte den Ermittlern, sie habe damals die Identität des Mannes nicht gekannt, sei aber Jahrzehnte später auf Epstein gekommen, nachdem eine Freundin ihr ein Foto aus einer Nachrichtensendung geschickt habe.

Später machte die Frau weitere Angaben: Epstein habe versucht, ihre Mutter ins Gefängnis zu bringen, sie geschlagen, sexuelle Begegnungen mit anderen Männern arrangiert und sie einmal nach New Jersey oder New York geflogen. Sie behauptete, sie habe Donald Trump dort gebissen, als dieser versucht habe, sie sexuell zu missbrauchen.

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Frau brach Kontakt zu Ermittlern ab

Die Ermittler sprachen noch zweimal mit der Frau, baten sie unter anderem um weitere Details zu von ihr angeführten Begegnungen mit Trump. Sie habe sich jedoch geweigert, weitere Fragen zu beantworten und den Kontakt abgebrochen. Es blieb unklar, ob es sich bei "Jeff" um Jeffrey Epstein handelte und ob sich Trump und Epstein zu dieser Zeit bereits kannten.

Der Bericht der Frau gehört zu einer Reihe ungeprüfter Meldungen, die Ermittler in den Monaten und Jahren nach Epsteins Festnahme über Fehlverhalten Trumps und anderer Prominenter erhielten.

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Quelle: AP
Zu diesem Thema berichtete das ZDF unter anderem im "auslandsjournal" am 04.03.2026 ab 23:15 Uhr sowie im Beitrag "Neue Akten mit Trump-Vorwürfen veröffentlicht" von ZDFheute Xpress am 06.03.2026 um 10:17 Uhr.

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