Knappe Bestätigung im US-Senat:Vom Trump-Anwalt zum Justizminister: Wer ist Todd Blanche?
Der US-Senat hat Todd Blanche als Justizminister knapp bestätigt. Bisher führte Donald Trumps Ex-Anwalt den Posten interimsmäßig. Wer ist Blanche und warum ist er umstritten?
Nachdem zwei republikanische Senatoren den Widerstand gegen Todd Blanche aufgegeben haben, kann der ehemalige Anwalt von US-Präsident Trump zum Justizminister der USA ernannt werden.
03.08.2026 | 0:29 minIn den vier Jahren zwischen der ersten und zweiten Amtszeit von Donald Trump stand Todd Blanche dem US-Präsidenten in mehreren Strafverfahren zur Seite. Belohnt wurde Blanche nach Trumps zweitem Wahlsieg mit einem hochkarätigen Posten als stellvertretender Justizminister.
Nach dem Aus für Justizministerin Pam Bondi übernahm Blanche übergangsweise die Leitung des Ministeriums, das wegen Ermittlungen gegen Trump-Rivalen und der Affäre um Jeffrey Epstein in die Kritik geraten war.
Fast zeitgleich mit der Veröffentlichung des Melania-Trump-Films wurden in den USA weitere Akten zum Fall Jeffrey Epstein veröffentlicht. Die bringen viele Politiker und Prominente in Bedrängnis.
04.02.2026 | 16:01 minKnappe Mehrheit für umstrittene Personalie
Doch die Besetzung war umstritten: Nur mit knapper Mehrheit - 50 zu 49 Stimmen - wurde Blanche am Samstag mit Hilfe der republikanischen Mehrheit vom US-Senat als Justizminister bestätigt.
Sorge im Senat gab es bei der Frage, welche Folgen die Besetzung des Ministerpostens mit einem engen Trump-Verbündeten haben könnte. Historisch betrachtet war das Ministerium immer als unabhängig vom Weißen Haus zu sehen. Doch Trump hat sich offenbar zum Ziel gesetzt, das Ministerium für Ermittlungen gegen politische Feinde zu nutzen.
Donald Trump steht erneut im Zentrum der Macht. Doch wie eng sind politisches Handeln und wirtschaftliche Interessen miteinander verbunden? Die Doku folgt den Spuren von Geld und Einfluss.
10.03.2026 | 43:45 minVon der Abendschule bis in die Staatsanwaltschaft
Für diese Aufgabe hat er den 52-jährigen Blanche auserkoren. Seine Laufbahn begann dieser an der Brooklyn Law School, während er als Anwaltsgehilfe bei der US-Staatsanwaltschaft in Manhattan arbeitete. Der aus einem Vorort von Denver stammende Blanche schloss sein Studium mit Auszeichnung ab. Sein Grundstudium absolvierte er an der American University in Washington, D.C.
Blanche arbeitete für die Bundesrichter Denny Chin und Joseph Bianco. Zudem war er acht Jahre lang Bundesstaatsanwalt im gleichen Staatsanwaltschaftsbüro, in dem er als Anwaltsgehilfe begonnen hatte. Dort war er zwei Jahre lang einer der Leiter der Abteilung für Gewaltverbrechen und beaufsichtigte etwa zwei Dutzend Staatsanwälte bei Ermittlungen zu Morden und Entführungen.
Blanche verließ die US-Staatsanwaltschaft im Jahr 2014 und nahm eine Stelle in der Anwaltskanzlei WilmerHale an. Im September 2017 wechselte er zu Cadwalader, Wickersham & Taft, wo er als Partner im Bereich der Wirtschaftskriminalität tätig war.
Blanche vertrat Trump in Schweigegeldaffäre
Bevor er Trump verteidigte, vertrat Blanche auch dessen ehemaligen Wahlkampfleiter Paul Manafort. Er erreichte im Jahr 2019, dass ein Verfahren gegen Manafort wegen Hypothekenbetrugs vor demselben New Yorker Gericht abgewiesen wurde. Genau dort wurde Trump später in jener Schweigegeldaffäre verurteilt, in der Blanche ihn vertrat.
Donald Trump ist der erste Präsident in der US-Geschichte, der strafrechtlich angeklagt und verurteilt wird. Das Urteil fiel kurz vor seiner Wiederwahl.
11.07.2024 | 104:24 minBlanche verließ seine Kanzlei Cadwalader im Jahr 2023 und teilte seinen Kollegen zur Begründung mit, er werde Trump in der Schweigegeld-Anklage zur Seite stehen. In einer E-Mail schrieb er: "Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, dass dies das Beste für mich ist und eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lassen sollte."
Obwohl Trump im Schweigegeldprozess schuldig gesprochen wurde, war er beeindruckt von Blanches Hartnäckigkeit, seiner Bereitschaft, mit Zeugen und Richtern auf Konfrontation zu gehen, und der Gelassenheit, mit der er vor den Fernsehkameras sprach.
Trumps Anwalt auch in Verfahren wegen Wahlbeeinflussung
Neben der Schweigegeldaffäre vertrat Blanche Trump in den beiden Fällen, die von Sonderermittler Jack Smith angestrengt wurden, nämlich wegen Wahlbeeinflussung 2020 in Washington und in dem Fall in Florida, in dem der ehemalige Präsident beschuldigt wurde, geheime Dokumente in seinem Anwesen Mar-a-Lago gehortet zu haben.
In beiden Fällen verfolgte Trumps Verteidigungsteam unter der Leitung von Blanche erfolgreich eine juristische Strategie, die vor allem darauf abzielte, die Verfahren bis nach der Präsidentschaftswahl 2024 zu verzögern. Als Trump die Wahl gewann, beantragte Smith die Einstellung der Verfahren. Denn eine langjährige Praxis des Justizministeriums sieht vor, dass amtierende Präsidenten während ihrer Amtszeit nicht angeklagt oder strafrechtlich verfolgt werden können.
Das US-Finanzamt darf Trumps Steuererklärungen nicht mehr prüfen - einer der Gründe, warum die Frage, ob sich der US-Präsident im Amt selbst bereichere, immer wieder im Raum steht.
20.05.2026 | 3:12 minZehn Tage, bevor Trump ins Amt zurückkehrte, saß Blanche in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida neben ihm und verfolgte per Video mit, wie ein Richter in Manhattan trotz Verurteilung keine Strafe gegen den designierten Präsidenten in der Schweigegeldaffäre verhängte.
"Die Mehrheit des amerikanischen Volkes ist ebenfalls der Meinung, dass dieser Fall nicht zur Anklage hätte gebracht werden dürfen", sagte Blanche dem Richter und führte an, dass die Wähler an den Urnen selbst ein Urteil gefällt hätten, ob diese Anklage gerechtfertigt gewesen sei. "Und sie haben entschieden."
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