Wer ist Abdul El-Sayed? Der linke US-Kandidat vor den Midterms

US-Midterms in Michigan:Abdul El-Sayed: Neue Hoffnung für die US-Linke?

Foto der ZDF-Redakteurin Fränzi Meyer

von Fränzi Meyer

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Nach dem Vorwahlsieg in Michigan gilt Abdul El-Sayed als neuer Hoffnungsträger der US-Linken. Wer ist der Mann vor den wichtigen Midterms?

Linker Demokrat El-Sayed gewinnt Vorwahl in Michigan

Der linke Politiker Abdul El-Sayed gewinnt im US-Bundesstaat Michigan die Kandidatur für die Senatsvorwahlen im November.

06.08.2026 | 1:05 min

Eigentlich wollte Abdul El-Sayed Arzt werden. Heute ist der 41-Jährige eine der spannendsten Figuren der Demokratischen Partei. Mit seinem Sieg bei der demokratischen Vorwahl für den US-Senat im wichtigen Swing State Michigan rückte der Mediziner und frühere Gesundheitsdirektor ins politische Rampenlicht.

Im November tritt El-Sayed bei den Midterms an. Sein Erfolg gilt als wichtiger Test für den linken, in den USA als "progressiv" bezeichneten Flügel der Demokraten. US-Präsident Donald Trump reagierte auf den Vorwahlsieg mit scharfen Angriffen und bezeichnete El-Sayed als "kommunistischen Versager", der Juden und Israel hasse.

Wer Abdul El-Sayed ist und wofür er steht.

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Vom Mediziner in die Politik

Der Sohn eines ägyptischen Einwanderers wuchs in Michigan im Großraum Detroit auf und studierte an der University of Michigan, der Columbia University und als Rhodes-Stipendiat in Oxford. Statt nach seinem Medizinstudium als Arzt zu arbeiten, wechselte er in die öffentliche Gesundheitsvorsorge. Er leitete zunächst das Gesundheitsamt von Detroit, später die Gesundheits- und Sozialbehörde des Großraums Detroit. Heute lebt der 41-Jährige mit seiner Frau Sarah und den beiden gemeinsamen Töchtern nahe der Hauptstadt Michigans.

2018 kandidierte El-Sayed erstmals für das Gouverneursamt in Michigan. In der demokratischen Vorwahl unterlag er jedoch der heutigen Gouverneurin Gretchen Whitmer. Nach einigen Jahren außerhalb der aktiven Politik - unter anderem als Buchautor und Podcast-Moderator - feierte er mit seinem Sieg bei der Senatsvorwahl seinen bislang größten politischen Erfolg. Für viele Progressive gilt er nun als Hoffnungsträger des linken Flügels der Demokraten.

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Wofür El-Sayed steht

Viele seiner politischen Forderungen leitet El-Sayed aus seiner Zeit im öffentlichen Gesundheitswesen ab. Zu seinen Kernthemen gehören eine staatliche Krankenversicherung für alle ("Medicare for All"), höhere Steuern für Superreiche, ein geringerer Einfluss großer Geldgeber auf die Politik sowie Maßnahmen gegen den Klimawandel. Außerdem forderte El-Sayed im Wahlkampf ein Ende der US-Militärhilfe für Israel.

Unterstützung erhält er vor allem aus dem linken Flügel der Demokratischen Partei, unter anderem von Bernie Sanders und Alexandria Ocasio-Cortez.

Er studierte Medizin - erkannte aber, dass unser kaputtes politisches System die Menschen krank machte.

Biografie auf der Wahlkampfwebsite von Abdul El-Sayed

Linker Demokrat El-Sayed gewinnt Vorwahl in Michigan

Im November tritt Abdul El-Sayed bei den Midterms gegen den Republikaner Mike Rogers um einen Sitz im US-Senat an.

Quelle: dpa

Antisemitismus-Vorwürfe

El-Sayeds Haltung zum Nahostkonflikt ist einer der umstrittensten Teile seiner Kandidatur. Er kritisiert die israelische Regierung scharf und fordert ein Ende der US-Militärhilfen für Israel. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters argumentierte er: "Ich würde unser Geld lieber für das Gesundheitswesen und Schulen hier zu Hause ausgeben als für die Bombardierung anderer Leute anderswo."

Außerdem trat der Demokrat im Wahlkampf gemeinsam mit dem Streamer Hasan Piker auf, einem scharfen Kritiker der israelischen Regierung, dessen Gegner ihm Antisemitismus vorwerfen. Der US-Zeitung The Wall Street Journal sagte El-Sayed dazu: "Ich spreche mit jedem, der ein Publikum hat, von dem ich glaube, dass ich es überzeugen kann."

El-Sayed weist die Antisemitismus-Vorwürfe zurück. In seiner Siegesrede wandte er sich ausdrücklich an jüdische Amerikaner:

Mein Einsatz für die Sicherheit jüdischer Menschen ist derselbe wie mein Einsatz für die Sicherheit meiner eigenen Töchter.

Abdul El-Sayed

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Die entscheidende Wahl im November

Mit dem Sieg bei der Vorwahl beginnt für El-Sayed der eigentliche Wahlkampf erst. Im November tritt er bei den Midterms gegen den Republikaner Mike Rogers an. Er wäre der erste Muslim, der in den US-Senat einziehen könnte. Die Senatswahl im wichtigen Swing State Michigan - also als Bundesstaat, in dem Wahlen häufig besonders knapp ausgehen, zählt zu den wenigen Rennen, deren Ausgang derzeit kaum vorherzusagen ist.

Die Demokraten müssen den Senatssitz verteidigen, um ihre Chancen auf eine Mehrheit im Senat zu wahren. Entscheidend wird sein, ob El-Sayed auch über die eigene Partei hinaus Wählerinnen und Wähler überzeugen kann.

Über dieses Thema berichtete die ZDFheute "Linker US-Demokrat El-Sayed gewinnt Senatsvorwahl" am 06.08.2026 um 20:57 Uhr.

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