Geplante Änderungen im Wahlrecht:Streit um Briefwahl: Trump ruft Supreme Court an
Im Streit um die Briefwahl hat die US-Regierung den Supreme Court angerufen. Washington will die geplanten Änderungen im Wahlsystem noch vor den Zwischenwahlen durchsetzen.
Ein US-Berufungsgericht hatte erst vor wenigen Tagen die von Trump angestoßene Verschärfung der Briefwahlregeln in mehreren Bundesstaaten gestoppt. (Symbolbild)
Quelle: ImagoWenige Monate vor den US-Parlamentswahlen will Präsident Donald Trump vor dem Obersten Gerichtshof umfassende Änderungen im Wahlrecht durchsetzen. Das Justizministerium reichte einen entsprechenden Eilantrag ein, um die Entscheidung eines Berufungsgerichts auszusetzen.
Dieses hatte die Trump-Regierung daran gehindert, Wählerdatenbanken zu erheben und neue Regeln für die Briefwahl anlässlich der Kongresswahlen am 3. November 2026 umzusetzen.
Kläger: Bundesstaaten legen Wahlregeln fest
Mit dem Urteil bestätigten die Richter die Argumentation einer Vorinstanz, wonach Trump mit seinem Dekret seine Befugnisse überschreite. 23 überwiegend demokratisch regierte Bundesstaaten und der Hauptstadtbezirk Washington hatten geklagt.
Trump halte unter anderem die Briefwahl für ein Einfallstor für Wahlbetrug, sagt Politikwissenschaftler Thimm. Er sieht das anders: Die Integrität der Wahlen sei dadurch nicht gefährdet.
17.07.2026 | 10:23 minLaut Verfassung und Bundesrecht obliege es den Bundesstaaten, wie sie ihre Wahlen organisieren, argumentieren sie. Die Regierung dürfe nicht einfach per Präsidialdekret ohne ausdrückliche gesetzliche Ermächtigung des Kongresses eingreifen. Trumps Pläne seien zudem anfällig für Missbrauch und könnten Chaos verursachen. Die Kläger haben nun bis zum 3. August Zeit, um dem Supreme Court rechtliche Argumente gegen den Eilantrag vorzulegen.
Trump: Wahlunterlagen nur noch für registrierte Wähler
Trump wollte mit seinem Dekret Ende März neue Wahlrechtsformalitäten etablieren. So sollten die US-Einwanderungsbehörde USCIS und die Sozialversicherungsbehörde SSA Listen zu jenen Personen erstellen, deren US-Staatsbürgerschaft bestätigt ist, die zum Zeitpunkt einer anstehenden Wahl mindestens 18 Jahre alt sind und in dem entsprechenden Bundesstaat wohnhaft gemeldet sind. Der staatliche Postdienstleister USPS solle zudem nur noch Briefunterlagen an registrierte Wähler versenden.
US-Präsident Trump will die Regeln für die Briefwahl verschärfen. Dabei wiederholte er die Vorwürfe, die Briefwahl sei für Betrug verantwortlich - Beweise gibt es dafür nicht.
01.04.2026 | 0:23 minAnders als in Deutschland gibt es in den USA kein zentrales Meldewesen. Man wird nicht automatisch ins Wählerverzeichnis eingetragen. In Deutschland dürfen Personen laut Bundeswahlgesetz nur dann wählen, wenn sie im Wählerverzeichnis eingetragen sind oder einen Wahlschein haben. Das Wählerverzeichnis wird über das amtliche Melderegister der Gemeinden erstellt.
In den USA müssen sich Bürgerinnen und Bürger dagegen aktiv für eine Wahl registrieren - auch hier fordert Trump strengere Auflagen, etwa den Nachweis der Identität und Staatsbürgerschaft durch entsprechende Dokumente.
Ausweispflicht bei Wahlen in 36 von 50 US-Bundesstaaten
Nach Angaben der überparteilichen Organisation National Conference of State Legislatures (NCSL) müssen Wähler bislang in 36 der 50 US-Bundesstaaten einen Ausweis präsentieren - in den übrigen, mehrheitlich demokratisch regierten Bundesstaaten gibt es keine derartige Pflicht. Stattdessen genügt oftmals eine Unterschrift, etwa in Kalifornien oder New York.
In einer Rede an die Nation hat US-Präsident Trump die Sicherheit von US-Wahlen angezweifelt. Er behauptete, China manipuliere seit Jahren Wahlen, und forderte eine Änderung des Systems.
17.07.2026 | 1:32 minTrump argumentiert, dass durch die Änderungen Wahlen fairer abgehalten werden können und Menschen ohne US-Staatsangehörigkeit ihre Stimme nicht abgeben dürfen. Kritiker behaupten dagegen, dass dieser Umstand selten vorkomme, und stattdessen Menschen, die etwa Geburtsurkunden oder Pässe nicht zur Hand haben, von der Wahl ausgeschlossen würden. Eine Personalausweispflicht wie in Deutschland gibt es nicht. Und nach Angaben des US-Außenministeriums verfügt nur etwa jede zweite Person über einen Reisepass.
In seiner Rede an die Nation hat US-Präsident Donald Trump erneut Zweifel am US-Wahlsystem gesät. Warum tut er das und was heißt das für die anstehenden Zwischenwahlen im November?
21.07.2026 | 55:58 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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