Wahlkreise werden neu zugeschnitten:Bürger in Virginia bereiten Trump schmerzliche Niederlage
Bei einer Abstimmung über die Zuschnitte der Wahlkreise haben die Demokraten in den USA im Bundesstaat Virginia ihre Chancen auf einen Wahlerfolg bei den Zwischenwahlen erhöht.
Die Bürger im US-Bundesstaat Virginia haben für einen Neuzuschnitt der Wahlkreise gestimmt. Die Chance auf eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus bei den Zwischenwahlen steigen damit.
22.04.2026 | 0:28 minIm US-Bundesstaat Virginia haben die Bürger in einem Referendum für einen Neuzuschnitt der Wahlkreise gestimmt und so für eine schmerzliche Niederlage für die Republikaner von US-Präsident Donald Trump gesorgt.
Die Wählerinnen und Wähler stimmten dafür, dass die Behörden die Wahlkreiskarte vor der nächsten landesweiten Neufestlegung der Wahlkreise im Jahr 2030 neu zeichnen dürfen. Das könnte den Demokraten des Ostküstenstaates vier zusätzliche Sitze im Repräsentantenhaus in Washington einbringen.
Aktuell knappe Republikaner-Mehrheit
Bundesweit muss die Opposition den Republikanern von Präsident Donald Trump drei Sitze abnehmen, um die Kontrolle über die Kongresskammer mit ihren 435 Abgeordneten zu übernehmen. Dies würde es den Demokraten ermöglichen, Trumps Gesetzesvorhaben zu blockieren und Untersuchungen gegen seine Regierung einzuleiten.
In Texas stoppte Ende im November ein Bundesgericht eine beschlossene Wahlkreisreform gestoppt. Sie benachteilige bestimmte Bevölkerungsgruppen, so die Richter.
19.11.2025 | 0:28 minTrump hatte die Bürger nach dem Öffnen der Wahllokale in seinem Onlinedienst Truth Social in Großbuchstaben dazu aufgerufen, mit "Nein" zu stimmen, um das Land zu "retten".
Freude bei Gouverneurin und Ex-Präsident
Virginias Gouverneurin von den Demokraten, Abigail Spanberger, begrüßte das Ergebnis des Referendums.
Die Wähler in Virginia haben gesprochen und heute Abend eine befristete Maßnahme gebilligt, um einem Präsidenten entgegenzutreten, der behauptet, er habe ein Recht auf mehr republikanische Sitze im Kongress.
Abigail Spanberger (Demokraten), Gouverneurin von Virginia
Auch der frühere US-Präsident Barack Obama begrüßte den Ausgang der Wahl. "Herzlichen Glückwunsch, Virginia!", erklärte er im Onlinedienst X. Die Republikaner versuchten, die Zwischenwahlen in den USA zu ihren Gunsten zu verzerren, es sei ihnen jedoch noch nicht gelungen.
Danke, dass ihr uns zeigt, wie es aussieht, wenn man für unsere Demokratie einsteht und zurückschlägt.
Barack Obama (Demokraten), Ex-US-Präsident
2024 gewinnt Donald Trump in West Virginia deutlich. Nachdem er den Iran-Krieg begonnen hat, steigen auch hier die Preise. Verliert Trump so Rückhalt bei seiner Kern-Wählerschaft?
17.03.2026 | 2:32 minTrump hatte frühzeitig zur Neueinteilung gedrängt
Die Praxis des Wahlkreiszuschnitts aus politischen Motiven hat in den USA eine lange Tradition und sorgt immer wieder für Debatten. Bezeichnet wird das Vorgehen als "Gerrymandering". Dabei werden Wahlkreisgrenzen gezielt so gezogen, dass sie der jeweils regierenden Partei einen strukturellen Vorteil verschaffen - etwa indem Wählergruppen der politischen Konkurrenz auf wenige Bezirke konzentriert oder auf viele aufgeteilt werden. Die Neueinteilung der Wahlkreise folgt üblicherweise alle zehn Jahre nach einer Volkszählung; turnusgemäß wäre dies 2030.
Allerdings drängte Trump im vergangenen Jahr von Republikanern geführte Bundesstaaten dazu, die Wahlkreise neu zuzuschneiden, um die dünne republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus zu schützen. Dies löste ein regelrechtes Wettrennen verschiedener Bundesstaaten aus.
Neben dem Demokraten Zohran Mamdani, der die Wahl zum Bürgermeister in New York für sich entschied, gewann die Partei im November auch die Gouverneurswahlen in New Jersey und Virginia.
05.11.2025 | 2:04 minFlorida überdenkt ebenfalls Wahlkreisreform
Virginia war vor den Zwischenwahlen eine der letzten großen Chancen der Demokraten, durch Neuzuschnitte der Wahlkreise Boden gutzumachen. Das oberste Gericht des Bundesstaates ließ das Referendum zwar zu, könnte es wegen einer Klage der Republikaner jedoch nachträglich noch für ungültig erklären.
In Florida will der republikanische Gouverneur Ron DeSantis in der kommenden Woche ebenfalls über neue Wahlkreise beraten lassen.
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