Fernsehansprache:Trump stellt Wahlsystem erneut infrage - Vorwürfe gegen China
In einer seltenen Fernsehansprache an die Nation hat Donald Trump erneut Zweifel am Wahlsystem geschürt. Drei Monate vor den Zwischenwahlen erhob er schwere Vorwürfe gegen China.
Trump wirft China Manipulation der Präsidentschaftswahl 2020 vor.
Quelle: APWenige Monate vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress hat Präsident Donald Trump erneut Misstrauen an fairen und freien Wahlen im eigenen Land geweckt - unter anderem mit Vorwürfen einer versuchten chinesischen Einflussnahme ab 2020.
Jeder Amerikaner habe das Recht zu wissen, dass seine Stimme bei Wahlen in einem System korrekt gezählt werde, sagte Trump in einer seltenen Rede an die Nation zur besten TV-Sendezeit. Man brauche ein System, in dem Betrug und Einmischung praktisch unmöglich seien.
Leider bleibt das System, das wir heute haben, katastrophal hinter diesem Standard zurück.
Donald Trump, US-Präsident
Republikanische Senatoren stellten sich auch gegen Trump, weil dessen unpopulären Maßnahmen ihre Wiederwahl in den anstehenden Zwischenwahlen gefährden könnten, sagt USA-Korrespondent Theveßen.
22.05.2026 | 14:10 minKonservativer Thinktank widerspricht Trump
Trump warf China einen großangelegten Versuch der Einflussnahme auf US-Wahlen vor. Peking habe ab 2020 den "vermutlich größten Diebstahl von Wahldaten in der Geschichte" verübt, sagte Trump.
Diese Dateien sind allerdings weitgehend öffentlich zugänglich. Stephen Richer vom konservativen Thinktank Cato Institute erklärte, selbst wenn sie auf illegale Weise heruntergeladen worden wären, hätte dies "in keiner Weise die Wahlergebnisse beeinträchtigt".
China habe außerdem Journalisten für kritische Berichterstattung über sich bezahlt, behauptete der US-Präsident. Als angebliche Belege nannte Trump Daten von Geheimdiensten, die heute veröffentlicht werden sollen.
Der US-Präsident muss einen doppelten Rückschlag vor den US-Zwischenwahlen hinnehmen. Auch Widerspruch aus den eigenen Reihen verhinderte die gewünschten Wahlkreis-Zuschnitte.
27.05.2026 | 0:46 minTrump erkennt Wahlniederlage bis heute nicht an
Auch Jahre nach dem Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentenwahl 2020 sitzt Trumps Ärger über seine damalige Niederlage weiter tief - er erkennt sie bis heute nicht an. Stattdessen behauptet der 80-Jährige unverdrossen, er sei damals durch Betrug um den Wahlsieg gebracht worden. Dabei ist das längst und vielfach widerlegt.
Immer wieder legt Trump insbesondere einen angeblichen großen Betrug durch Briefwahlen und Wahlautomaten nahe. Man dürfe nie wieder bei einer "gestohlenen Wahl" zusehen, sagte Trump nun in seiner Rede.
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