Eskalation zwischen USA und Iran:Was Trumps erneute Angriffe bedeuten
von Narîn Şevîn Doğan
Seit Tagen fliegen die USA heftige Angriffe auf Iran. Gemeinsam zu verhandeln, scheint wieder in weite Ferne zu rücken. Das Gesprächsthema im Podcast "Der Trump Effekt".
Die vierte Nacht in Folge fliegen die USA Luftangriffe auf Iran. US-Präsident Donald Trump droht weiter. Und fordert, dass Iran an den Verhandlungstisch kommt.
15.07.2026 | 54:38 minAuf Angriffe folgen Gegenschläge: Der Krieg zwischen den USA und Iran geht in die nächste Runde. In den vergangenen fünf Nächten hat US-Präsident Donald Trump heftige Angriffe auf Iran fliegen lassen. Am Dienstag hatte er auch gedroht, kritische Infrastruktur anzugreifen.
In einem Fox-News-Interview sagte Trump, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, "es sei denn, sie kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln". Teheran warnte daraufhin vor massiven Gegenschlägen.
Die USA haben erneut Iran angegriffen. "Die Absicht ist, Iran weiter unter Druck zu setzen", so ZDF-Korrespondent David Sauer.
16.07.2026 | 2:42 minZDF-Korrespondentin Golineh Atai: "Eigentor von Trump"
Anfang der Woche kündigte der US-Präsident außerdem eine Gebühr von 20 Prozent auf Schiffspassagen durch die Straße von Hormus an, verwarf den Plan dann aber wieder. Im auslandsjournal Podcast "Der Trump Effekt" fragt Washington-Studioleiter Elmar Theveßen die Leiterin des ZDF-Studios in Kairo, Golineh Atai, wie dieses Hin und Her bei den Ländern der Region ankomme.
Es sei "nicht wirklich überzeugend. Ich glaube, das war ein Eigentor von Trump. Es hat viele Protestanrufe bei Trump gegeben, dass das so nicht gehen könne", antwortet Atai im Gespräch.
Das hat den Iranern in die Hände gespielt.
Golineh Atai, ZDF-Studioleiterin Kairo
Die USA haben vergangenes Jahr große Handelsdeals mit den Golfstaaten vereinbart. Trump strebt nun weitere Investitionsabkommen mit den Golfstaaten an, anstelle der zunächst angekündigten Gebühren auf Schiffspassagen.
Die USA greifen weiterhin Ziele in Iran an und haben die Seeblockade gegen iranische Häfen wieder aufgenommen. Iran meldete Angriffe auf US-Stützpunkte in den Golfstaaten.
15.07.2026 | 1:28 minEuropa hat kaum Einfluss, ist aber direkt betroffen
In Europa kenne man sich mit Trumps Art bereits aus und sei wenig überrascht, dass er seine Pläne so schnell wieder über Bord geworfen habe, so Ulf Röller, Studioleiter in Brüssel, im ZDF-Podcast. Man wolle in die Unberechenbarkeit, die Trump ausstrahle, nicht mit gleicher Nervosität zurückagieren.
Sie haben nicht sehr laut reagiert, weil sie nicht noch mehr Feuer ins Öl gießen wollen.
Ulf Röller, ZDF-Studioleiter Brüssel
Golineh Atai erklärt, dass es im Moment auch keine Erwartungen gegenüber Europa gebe: "Es sind keine Player, die wirklich ernst genommen werden. Deutschland schon gar nicht." Es fehle an strategischen Überlegungen für die Region.
Europa ist stark davon betroffen, was in der Region passiert. "Wir reden über den Ölpreis, Energiepreise, Düngemittel", so Ulf Röller. Gebühren oder Angriffe wirkten sich auf die europäischen Bürger aus. Eine Möglichkeit, mehr Einfluss zu nehmen, sei, sich neue Partner zu suchen, jenseits von Trump.
Der Iran-Krieg belastet viele Chemiefirmen in Deutschland durch hohe Energiepreise und unsichere Lieferketten. Einige profitieren jedoch von steigender Nachfrage und Vorratskäufen.
16.07.2026 | 0:40 minEx-Verteidigungsminister: "US-Militär leistungsfähiger denn je"
Elmar Theveßen ist im Moment auf dem Aspen Security Forum und konnte dort mit dem ehemaligen US-Verteidigungsminister Mark Esper ein Interview führen. Er war während der ersten Trump-Administration im Amt.
Esper sieht eine große militärische Stärke der USA: "Ich glaube, das US-Militär ist leistungsfähiger denn je. […] In jedem Bereich der Kriegsführung werden wir die Chinesen, die Russen und jeden anderen Gegner dominieren. Ich habe also vollstes Vertrauen in unsere Fähigkeiten."
5.000 US-Soldaten sollen Deutschland verlassen. Die betroffenen Regionen könnte ein Truppenabzug hart treffen: US-Streitkräfte sind ein Wirtschaftsfaktor.
02.05.2026 | 2:19 minWie hilft den USA ihre militärische Stärke?
Auf die Frage, ob europäische und asiatische Verbündete das Vertrauen in die USA verlieren könnten, antwortet Esper: "Trotz dieser Höhen und Tiefen glaube ich, dass Amerika ein verlässlicher Partner für alle unsere Verbündeten bleiben wird, egal ob sie in Asien, in Europa oder anderswo sind."
Ulf Röller glaubt, dass die militärische Stärke der USA keine so große Rolle im Iran-Konflikt spielt.
Sie schießen und schießen und schießen und schießen und man hat das Gefühl, Iran treibt die Amerikaner und speziell Donald Trump vor sich her.
Ulf Röller, ZDF-Studioleiter Brüssel
Trump möge militärisch viel stärker sein, aber in diesem Konflikt nutze ihm das nichts. Denn Bodentruppen wolle der amerikanische Präsident nicht schicken.
Frage an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im ZDF-Sommerinterview: Muss sich Deutschland mehr vom Amerika unter US-Präsident Donald Trump distanzieren?
12.07.2026 | 1:40 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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