Trotz Niederlage vor Gericht:Trump schränkt Geburtsrecht auf US-Staatsbürgerschaft ein
US-Präsident Trump unternimmt einen neuen Anlauf, das Geburtsrecht in den USA einzuschränken. Sein erster Vorstoß war im Juni vor dem Obersten Gerichtshof gescheitert.
US-Präsident Donald Trump will den automatischen Erwerb der US-Staatsbürgerschaft durch Geburt in den USA erschweren.
Quelle: epaNach seiner Niederlage vor dem Supreme Court versucht Präsident Donald Trump erneut, das US-Geburtsrecht bestimmter Gruppen einzuschränken. Neugeborenen, deren Mütter ausschließlich für die Geburt in die USA reisen, soll künftig nicht mehr automatisch die US-Staatsbürgerschaft zugesprochen werden.
Trump unterzeichnete ein entsprechendes Dekret, das sogenannten "Geburtstourismus" unterbinden soll. Gegen das Vorhaben könnte es erneut Klagen geben.
Der Supreme Court hatte Ende Juni entschieden, dass in den USA geborene Kinder weiterhin Anspruch auf die US-Staatsbürgerschaft haben und kippte damit Trumps Pläne zur Einschränkung dieses Rechts.
30.06.2026 | 0:22 minUmsetzung wirft Fragen auf
Vize-Stabschef Stephen Miller sagte, es gebe Menschen, die unter dem Vorwand eines Disneyland-Besuchs einreisen würden. Doch der eigentliche Grund sei, in den Vereinigten Staaten ein Kind zur Welt zu bringen, damit es automatisch US-Staatsbürger wird.
Wie die US-Regierung im Einzelfall feststellen will, aus welchem Grund jemand in die USA eingereist ist, blieb zunächst offen.
Die USA wollen die Aufenthaltsbestimmungen für ausländische Studenten und Journalisten verschärfen. Das US-Heimatschutzministerium möchte damit angeblichen Visa-Missbrauch eindämmen.
17.07.2026 | 0:28 minEinschränkungen auch für Diplomaten
Trump unterzeichnete ein weiteres Dekret, wonach die US-Regierung nach eigenen Angaben die Staatsbürgerschaft nachträglich aberkennen kann, wenn sie unter vorgetäuschten Tatsachen erlangt wurde.
Im zweiten Dekret hält die US-Regierung fest, dass eine Staatsbürgerschaft nicht verliehen werden muss, wenn beide Elternteile nicht US-Bürger sind und darüber hinaus auf sie einer der folgenden Fälle zutrifft - eine Auswahl:
- Mitglieder einer als terroristisch eingestuften Organisation
- Botschafter, Angestellte einer Botschaft und eines Konsulats im Ausland oder Personen, die für eine ausländische Regierung arbeiten
- Geburten in US-Territorien, in denen die Staatsbürgerschaft nicht durch Bundesgesetz verliehen wird. US-Außengebiete sind zum Beispiel Puerto Rico, Guam und die Amerikanischen Jungferninseln
Der US-Kongress hat weitere 70 Milliarden Dollar für die Einwanderungsbehörde ICE freigegeben. US-Präsident Trump kann so seine Vorhaben bei der Immigrationspolitik fortsetzen.
10.06.2026 | 0:26 minTrump kassierte vor Supreme Court bereits Niederlage
Ende Juni hatte das Oberste Gericht entschieden, dass Kinder, die in den USA zur Welt kommen, weiterhin automatisch die US-Staatsbürgerschaft erlangen. Das gilt auch für Kinder von Eltern, die sich illegal oder nur vorübergehend in den USA aufhalten. Trump bezeichnete die Entscheidung als "sehr unglücklich".
Basis für das US-Geburtsrecht ist der 14. Zusatzartikel der US-Verfassung: "Alle Personen, die in den Vereinigten Staaten geboren oder eingebürgert sind und deren Gerichtsbarkeit unterstehen, sind Bürger der Vereinigten Staaten." Dieses sogenannte Jus Soli (Recht des Bodens) garantiert seit 1868 fast jedem auf US-Territorium geborenen Kind automatisch die Staatsbürgerschaft. Die Richterinnen und Richter bestätigten diese Praxis mit ihrem Urteil.
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