Satellitenfotos: Russische Kriegsflotte zieht aus Syrien ab

Satellitenfotos zeigen Rückzug:Gibt Moskau seine Militärbasen in Syrien auf?

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Russland war einer der engsten Verbündeten des Assad-Regimes - und fürchtet nun um die Zukunft seiner Militärbasen im Land. Satellitenfotos zeigen einen Rückzug der Kriegsflotte.

Nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad fürchtet Russland um seine Militärbasen in Syrien. Der Marinestützpunkt in Tartus und die Luftwaffenbasis in Hmeimim sind Russlands einzige militärische Außenposten außerhalb der ehemaligen Sowjetunion und spielen für die Aktivitäten des Kremls in Afrika und im Nahen Osten eine Schlüsselrolle.

Hafen von Tartus scheint bereits leer

Nach dem Sturz des Assad-Regimes droht Russland nun der Verlust seiner Stützpunkte. Satellitenfotos deuten darauf hin, dass der Rückzug schon begonnen haben könnte: Bilder der Firma Planet zeigen, dass noch am 5. Dezember russische Kriegsschiffe im Hafen von Tartus vor Anker lagen. Am 10. Dezember jedoch war der Hafen leer.

Ein Satellitenbild zeigt den Marinestützpunkt in Tartus, Syrien
Keines der auf diesem Bild gezeigten russischen Schiffe am Stützpunkt Tartus in Syrien befindet sich aktuellen Aufnahmen zufolge noch an der Marinebasis.

Der Marinestützpunkt am 5. Dezember

Noch am 5. Dezember liegen im Hafen auf dem Marinestützpunkt in Tartus russische Kriegsschiffe vor Anker.

Quelle: Reuters

Kriegsschiffe kreuzen vor syrischer Küste

Auf weiteren Fotos ist zu sehen, dass die Kriegsschiffe - beispielsweise eine Fregatte der sogenannten Admiral-Gorschkow-Klasse - am 10. Dezember einige Kilometer entfernt vor der syrischen Küste kreuzten. Der russische Außenminister Sergej Lawrow bestritt noch am Samstag, dass die Flotte aus dem Land abgezogen worden sei.

Verteidigungsminister Boris Pistorius wollte einen dauerhaften Rückzug der russischen Marine aus dem Militärstützpunkt zunächst nicht bestätigen. Er kenne aber entsprechende Meldungen dazu, sagte der SPD-Politiker bei seinem Besuch in Erbil im irakischen Kurdengebiet.

Rebel fighters pose for a picture outside the mausoleum of Syria's late president Hafez al-Assad in the family's ancestral village of Qardaha in the western Latakia province on December 11, 2024, after it was stormed by opposition factions and his gravesite set ablaze

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"Aber klar ist: Durch den Rückzug Putins, durch den Rückzug Russlands und durch das Zurücklassen des Assad-Regimes in dieser Situation wird deutlich, dass Russland sich ausschließlich, und zwar immer, auf sich konzentriert und auf die eigenen Interessen", sagte Pistorius. "Und deswegen kann man nicht ausschließen, dass das ein dauerhafter Rückzug ist."

USA sprechen von Entmachtung

Angesprochen darauf bestätigte auch Pentagon-Sprecherin Sabrina Singh, dass die USA festgestellt habe, dass einige russische Marineschiffe und Streitkräfte Syrien verlassen würden. "Einer ihrer wichtigsten politischen Verbündeten wurde gerade entmachtet", sagte Singh.

Wir sehen, dass Russland seine Ressourcen schützt.

Sabrina Singh, Pentagon-Sprecherin

Für Russland wäre es ein herber Verlust: Die Marinebasis Tartus an der syrischen Küste ist der einzige Zugang des Landes zum Mittelmeer. Russische Schiffe nutzen sie als Tank- und Reparaturstützpunkt, was ihnen den Weg über die türkische Meerenge zu den Schwarzmeerhäfen Russlands erspart. Der Tiefwasserhafen ist auch Atom-U-Boote geeignet.

Luftwaffenstützpunkt offenbar abgeschnitten

Mit Beginn seiner Intervention im syrischen Bürgerkrieg baute Russland 2015 auch den Zivilflughafen in Hmeimim zu einem Luftwaffenstützpunkt aus. Die Basis südlich der Küstenstadt Latakia gilt als gut geschützt. Das Luftabwehrsystem dort reicht russischen Staatsmedien zufolge bis zu 250 Kilometer weit.

Ein Satellitenbild zeigt russische Flugzeuge, Hubschrauber und militärische Ausrüstung auf dem russischen Luftwaffenstützpunkt Hmeimim in Syrien

Der Militärflugplatz Hmeimim ist eine Basis der russischen Luftstreitkräfte in Syrien, gelegen im nördlichen Bereich des Internationalen Flughafens Basil al-Assad von Latakia.

Quelle: Reuters

Von Hmeimim aus flog die russische Luftwaffe während des syrischen Bürgerkriegs ihre verheerenden Angriffe gegen die Aufständischen. Der Luftwaffenstützpunkt sei nun faktisch abgeschnitten, nachdem Rebellen die Kontrolle über eine nahe gelegene Stadt übernommen hätten, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, im Hinblick auf die zwei russischen Militärstützpunkte in Syrien sei der Kreml "im Kontakt" mit den neuen Machthabern.

Nach Angaben russischer Staatsmedien haben die siegreichen Islamisten Moskau die Sicherheit der beiden Stützpunkte "garantiert". Doch es ist unklar, ob Russland tatsächlich die Kontrolle über die Anlagen behalten kann.

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Quelle: AFP, AP, Reuters, ZDF
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