Israel und Libanon: Trump kündigt Treffen an

Trump kündigt Treffen an:Spitzengespräch zwischen Israel und Libanon geplant?

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Ein Spitzentreffen von Israel und Libanon nach 34 Jahren Funkstille? Das kündigt US-Präsident Trump an. In Beirut weiß man davon aber nichts.

15.04.2026, Libanon, Beirut: Menschen, die vor den israelischen Angriffen auf die als Dahija bekannten südlichen Vororten Beiruts geflohen sind, sitzen vor Zelten, die als Unterkunft dienen.

Netanjahu sprach derweil davon, die Sicherheitszone im Süden des Libanon auszuweiten.

16.04.2026 | 0:24 min

Israel und der Libanon werden nach Angaben von US-Präsident Donald Trump an diesem Donnerstag zu Gesprächen auch auf höchster Ebene zusammenkommen. Die "Anführer" beider Nachbarländer hätten seit langem nicht mehr miteinander gesprochen, bestimmt 34 Jahre, schrieb der Republikaner am Mittwochabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social und fügte hinzu: "Morgen (Donnerstag) wird es passieren. Fein!"

Erstmals seit Jahrzehnten waren am Dienstagabend in Washington israelische und libanesische Vertreter zu direkten Gesprächen auf politischer Ebene zusammengekommen.

Netanjahu bestätigt Treffen - Libanon nicht

Israels Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Technologie, Gila Gamliel, kündigte dem israelischen Armeesender ein Telefonat zwischen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Staatspräsident Joseph Aoun an.

Es wäre das erste bekannte Telefonat zwischen Netanjahu und Aoun. Aus dem Büro des libanesischen Präsidenten hieß es, man habe keine Informationen zu einem solchen Gespräch.

Hintergrund ist der andauernde Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Es gehe darum, zu versuchen, "etwas Luft zwischen Israel und dem Libanon zu schaffen", schrieb Trump.

Marco Rubio posiert mit US-, libanesischen und israelischen Diplomaten in Washington vor einem Treffen im US-Außenministerium für ein Foto.

Ihre ersten Gespräche seit Jahrzehnten haben Libanon und Israel ohne greifbares Ergebnis beendet. Das Treffen in Washington war laut US-Außenministerium dennoch "konstruktiv".

15.04.2026 | 0:27 min

Erstes Treffen ohne Ergebnisse

Vertreter beider Staaten waren bereits am Dienstagabend in Washington erstmals seit Jahrzehnten zu direkten Gesprächen auf politischer Ebene zusammengekommen. Das Treffen endete ohne konkrete Ergebnisse.

Das israelische Sicherheitskabinett wollte laut Medienberichten am selben Abend über eine Waffenruhe beraten, die Sitzung sei aber ohne Beschluss beendet worden, schrieb "Axios"-Reporter Barak Ravid auf der Plattform X.

Thomas Reichart | ZDF-Korrespondent in Tel Aviv

"Es scheint so, dass Israels Regierung eine Waffenruhe mindestens hinauszögern möchte, um weiter gegen die Hisbollah vorzugehen", berichtet ZDF-Korrespondent Thomas Reichart aus Tel Aviv.

16.04.2026 | 3:07 min

Stattdessen habe Netanjahu angekündigt, die Sicherheitszone im Libanon in Richtung Osten auszuweiten, berichtet ZDF-Korrespondent Thomas Reichart aus Tel Aviv. In dem Dreiländereck zwischen Libanon, Israel und Syrien halte Israel auch in Syrien seit Monaten Gebiete besetzt.

Karte: Israel Libanon

Im Süden des Libanon erweitert Israel die so genannte Sicherheitszone.

Quelle: ZDF

"Sicherheitszone ist sicher ein beschönigender Begriff", gibt Reichart zu Bedenken. Das bedeute de facto, "dass Israels Armee im Südlibanon weitreichend Dörfer zerstört und Hunderttausende vertreibt".

Das ist eine Strategie wie in Gaza und hier wie dort verbunden mit enormen Opfern bei den Zivilisten.

Thomas Reichart, ZDF-Korrespondent in Israel

Er habe den Eindruck, dass Israels Regierung Zeit gewinnen wolle, dass sie "eine Waffenruhe mindestens herauszögern möchte, um weiter gegen die Hisbollah vorzugehen."

Netanjahu: Hisbollah soll entwaffnet werden

Israels Regierungschef Netanjahu bestätigte laut Angaben seines Büros vom Mittwochabend, das Verhandlungen mit dem Libanon geführt würden. Dabei gehe es um zwei zentrale Ziele, erklärte der Ministerpräsident: Die Entwaffnung der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz "und zweitens einen dauerhaften Frieden. Frieden durch Stärke."

Archiv: Fahrzeuge und Bulldozer der israelischen Armee sind im Südlibanon im Einsatz, vom Norden Israels aus fotografiert.

Fahrzeuge der israelischen Armee sind im Südlibanon im Einsatz.

Quelle: dpa

Israel und der Libanon unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hat die pro-iranische Hisbollah ihre Angriffe auf Israel wieder verstärkt. Israel flog daraufhin massive Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.

Libanon will Waffenruhe erreichen

Die libanesische Regierung, die keine Partei in dem andauernden Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden Libanons erreichen.

ZDF-Korrespondent Reichart gibt dieser Waffenruhe durchaus Chancen. Offensichtlich gebe es jedoch einen Interessengegensatz zwischen Israel und den USA. "Die USA hoffen mit einer Waffenruhe im Libanon auf bessere Aussichten für die Gespräche mit Iran in Islamabad. Israel umgekehrt will weiter vorgehen, nicht nur gegen die Hisbollah im Libanon, sondern möglicherweise sogar weiter gegen Iran." Auch das habe Netanjahu klargemacht. Letztlich werde es am Druck aus den USA, an Donald Trump liegen, Israel davon zu überzeugen, wirklich einer Waffenruhe im Libanon zuzustimmen.

heute journal - der Podcast
:Wird der Libanon ein zweites Gaza?

Eine weitere Eskalation im Iran-Krieg wurde vorerst mit einer Waffenruhe abgewendet. Unklar, wie lange sie hält. Denn im Libanon setzt Israel seine Angriffe auf die Hisbollah fort.
Video44:35
Helene Reiner und Dunja Hayali in "heute journal - der Podcast"
Quelle: dpa, AFP
Über das Thema berichtete ZDFheute Xpress am 16.04.2026 um 09:00 Uhr in dem Beitrag "Israel und Libanon: Trump kündigt Treffen an".

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