Spaniens Regierung scheitert mit Dekret gegen Zwangsräumung

Trotz landesweiten Protesten:Spaniens Regierung scheitert mit Dekret gegen Zwangsräumung

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Mit zwei neuen Dekreten wollte die spanische Regierung auf den Unmut in der Bevölkerung wegen der Wohnungsnot reagieren. Beide Vorschläge wurden von der Opposition blockiert.

Am 1. Oktober 2026 versammeln sich Menschen in Madrid zu einem Protest, bei dem sie durch das Schlagen auf Töpfe gegen Zwangsräumungen und hohe Mieten demonstrieren und Änderungen an der staatlichen Wohnungspolitik fordern.

Nach Protesten gegen hohe Mieten legte Spaniens Ministerpräsident zwei Dekrete gegen Wohnungsnot vor. Beide wurden von der Opposition abgelehnt.

02.10.2026 | 0:25 min

Spaniens linke Minderheitsregierung ist wegen der Wohnungsnot im Lande in eine schwere Krise geschlittert. Zwei Dekrete, mit denen die Regierung gegen steigende Mieten und Zwangsräumungen vorgehen wollte, scheiterten im Parlament am Widerstand konservativer und rechtspopulistischer Abgeordneter.

Das erste Dekret wurde mit 178 Nein-Stimmen der insgesamt 350 Parlamentarier abgelehnt, gegen das zweite Dekret stimmten sogar 184 Abgeordnete.

Die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez kann kaum noch Initiativen durchs Parlament bringen, seit ihr die konservative katalanische Separatistenpartei Junts mit sieben Abgeordneten vor knapp einem Jahr die Gefolgschaft aufkündigte.

Proteste in Spanien

Zehntausende protestieren in spanischen Städten gegen die Wohnungskrise. Die Regierung brachte einen Gesetzesentwurf auf den Weg.

29.09.2026 | 2:12 min

Spanien: Scheitert die Regierung an der Wohnungskrise?

Regierungschef Sánchez hatte selbst in die Debatte im Parlament eingegriffen und die Abgeordneten aufgerufen, für die Dekrete zu stimmen, um Schaden von der Gesellschaft abzuwenden.

Wohnungsbauministerin Isabel Rodríguez (PSOE) verteidigte die Maßnahmen im Parlament. Es gehe bei der Abstimmung darum, ob man auf der Seite der Menschen oder auf der Seite der "Geier-Fonds" stehe, die mit Wohnraum spekulierten, sagte sie. "Es ist die Stunde der Wahrheit", wiederholte sie eine Aussage von Sánchez, die Spekulationen über vorgezogene Wahlen Auftrieb gegeben hatte. Regulär wären die nächsten Wahlen im kommenden Sommer.

Ministerpräsident Pedro Sánchez spricht im spanischen Parlament in Madrid.

Die Spanische Regierung steht Korruptionsvorwürfen gegenüber. Kritiker fordern den Rücktritt des Ministerpräsidenten.

02.06.2026 | 2:05 min

Massive Proteste nach Zwangsräumung von Seniorin

Die Regierung hatte am Dienstag nach der aufsehenerregenden Zwangsräumung einer 87-Jährigen und massiven Protesten ein umfangreiches Maßnahmenpaket gegen die Wohnungsnot beschlossen.

Vorgesehen waren unter anderem eine Verlängerung des Schutzes vor Zwangsräumungen, eine stärkere Regulierung von Mietverträgen und ein Verbot des Erwerbs von Wohnungen durch "Geier-Fonds" bis 2028 sowie steuerliche Vergünstigungen für Mieter und Vermieter. Zudem war in einem zweiten Dekret eine zweijährige Verlängerung bestehender Mietverträge vorgesehen, die bis Ende 2028 auslaufen.

Maricarmen Abascal mit Protestierenden in Madrid. Abascal befindet sich im Rollstuhl rechts im Bild. Im Hintergrund sieht man eine Menge Protestierender.

Nach der Zwangsräumung und Protesten kämpft Spanien weiter gegen hohe Mieten und Wohnungsnot. Was hilft dagegen? ZDFheute live analysiert.

29.09.2026 | 27:18 min

Touristen und ausländische Käufer - Gründe für die Wohnungsnot

Die Krise auf dem Wohnungsmarkt Spaniens hat mehrere Gründe. Die Bevölkerungszahl ist seit 2015 um drei Millionen Einwohner gestiegen, ein Plus von sieben Prozent, wie aus Zahlen des nationalen Statistikamtes Ine hervorgeht. Zudem steigen die Touristenzahlen stark an, seit 2018 hat sich die Zahl der Übernachtungen in Ferienwohnungen verdoppelt, wie die Zeitung "El País" berichtete.

In Urlaubsregionen wie den Balearen mit Mallorca, Alicante, Málaga oder den Kanaren treten zudem viele ausländische Käufer in Konkurrenz zu Einheimischen und treiben die Immobilienpreise in die Höhe. Zugleich werden zu wenige Wohnungen neu gebaut. Spaniens Zentralbank geht davon aus, dass das Wohnungsdefizit bis 2028 auf eine Million Einheiten steigen werde, wenn sich nichts ändert.

Spanien-Korrespondent Thomas Walde. Er trägt ein schwarzes Hemd und ein dunkelblaues Sakko. Er befindet sich in einem Studio. Der Hintergrund ist eine Aufnahme von einem Fluss in einer Stadt.

Der mangelnde Wohnraum in Madrid verdränge viele Bürger der spanischen Metropole, so Spanien-Korrespondent Thomas Walde.

29.09.2026 | 6:41 min

Opposition: Dekrete würden Wohnungsnot verschärfen

Sprecher der Opposition warfen der Regierung vor, die beabsichtigten Maßnahmen würden das Wohnungsangebot verknappen und die Mieten noch weiter in die Höhe treiben. Míriam Nogueras von der Junts forderte die Regierung auf, ihre beiden Dekrete zurückzuziehen und bot stattdessen Gespräche über Änderungen an. Die Regierung hatte bis zuletzt gehofft, dass Junts zumindest dem ersten Dekret zustimmen würde.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete die ZDFheute Xpress am 02.10.2026 ab 7 Uhr.

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