Wohnungsbau: Niedrigster Stand seit 2012

18 Prozent weniger als im Vorjahr:Zahl neu gebauter Wohnungen sinkt auf Tiefstand

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Niedrigster Wert seit über zehn Jahren: 2025 sind laut Statistikamt nur 206.600 Wohnungen gebaut worden - 18 Prozent weniger als im Vorjahr. Hubertz sprach von "schlechten Zahlen".

Ein Wohungsbau in dem Neubaugebiet Freiham in München.

In Deutschland sind 2025 so wenige Wohnungen gebaut worden wie seit 13 Jahren nicht mehr. Im vergangenen Jahr wurden 206.600 Wohnungen fertiggestellt - 18 Prozent weniger als im Vorjahr.

22.05.2026 | 0:27 min

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr so wenige Wohnungen gebaut wie seit 2012 nicht mehr. Die Zahl der Fertigstellungen brach um 18,0 Prozent oder 45.400 auf 206.600 ein, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit sank sie bereits das zweite Jahr in Folge deutlich:

  • 2024 hatte es einen Rückgang von 14,4 Prozent gegeben.
  • In den Jahren 2021 bis 2023 gab es jeweils rund 294.000 Fertigstellungen.
  • 2009 gab es einen Tiefststand von 159.000 neuen Wohnungen.
  • 2020 den bisherigen Rekord von 306.400 Wohnungen im Jahr, beflügelt auch durch niedrige Zinsen.

X-Post von Destatis

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Bauministerin Hubertz: "Schlechte Zahlen"

Bundesbauministerin Verena Hubertz sprach von "schlechten Zahlen". Diese seien das Resultat der vergangenen Krisenjahre. "Rund 206.000 gebaute Wohnungen im letzten Jahr sind zu wenig", sagte die SPD-Politikerin. "Das ist die ehrliche Botschaft an alle, die heute eine Wohnung suchen." Der Anstieg der Baugenehmigungen mache aber Hoffnung. Zudem würden Rekordmittel in den sozialen Wohnungsbau investiert.

"Unsere Baupolitik, die auf Investitionen, Beschleunigung und die Reduzierung der Baukosten setzt, zeigt bereits Wirkung", sagte Hubertz der "Rheinischen Post". "Wir investieren Rekordmittel in den sozialen Wohnungsbau." In Kürze stelle ihr Ministerium das Baugesetzbuch-Upgrade vor, das Planungs- und Genehmigungsprozesse noch einmal deutlich beschleunigen werde.

Baden-Württemberg, Ostfildern: Häuser für Wohnungen werden in Ostfildern gebaut.

Die Wohnungsnot in Deutschland bleibt eine Baustelle. Weniger als 200.000 Wohnungen sollen dieses Jahr fertig werden. Über Lösungen diskutiert die Branche auf dem Wohnungsbautag in Berlin.

26.03.2026 | 1:33 min

Experte: Iran-Krieg kann Belebung "abwürgen"

Experten gehen davon aus, dass sich der Abwärtstrend in diesem Jahr fortsetzen wird. So rechnet das Ifo-Institut nur noch mit 185.000 Fertigstellungen. "Es besteht die Gefahr, dass der Iran-Krieg die davor beobachtete moderate Belebung größtenteils abwürgt", sagte Ifo-Experte Ludwig Dorffmeister der Nachrichtenagentur Reuters. Die höhere Inflation, sinkende Reallöhne sowie steigende Materialkosten und Zinsen belasteten.

Bauen bleibt einfach zu aufwändig, teuer, reguliert und langwierig.

Ifo-Experte Ludwig Dorffmeister

Die vielen politischen Initiativen wie der Bau-Turbo führten aus unterschiedlichen Gründen nicht zu einem flächendeckenden Durchbruch. Teils überzogene Anforderungen bei städtebaulichen Verträgen, fehlendes Bauland, hohe Entsorgungskosten, stark gestiegene Preise für Bauleistungen sowie langwierige Planungs- und Verwaltungsprozesse bremsten. Ebenso behinderten zu eng ausgelegte Brand- und Lärmschutzauflagen oder die Mietenregulierung.

Mietendemo gegen Leerstand und Luxus-Sanierungen in München

Eine aktuelle Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands zeigt: In Deutschland sind mehr Menschen von Armut betroffen, wenn die Wohnkosten wie Miete und Strom vom Einkommen abgezogen werden.

17.03.2026 | 9:20 min

Rückgänge bei Ein- und Mehrfamilienhäusern

Rückgänge gab es sowohl bei Ein- und Zweifamilienhäusern als auch bei den Mehrfamilienhäusern.

  • 41.800 Einfamilienhäusern wurden fertiggestellt und damit 23,3 Prozent weniger als 2024.
  • Bei Zweifamilienhäusern gab es ein Minus von 21,4 Prozent auf 13.800.
  • In Mehrfamilienhäusern wurden 109.800 Neubauwohnungen geschaffen, 18,9 Prozent weniger.
  • In neu errichteten Wohnheimen gab es einen Rückgang um 15,1 Prozent auf 7.200.

Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist im vergangenen Jahr um 10,6 Prozent auf 238.100 gestiegen. Der sogenannte Bauüberhang - das sind bereits genehmigte, aber noch nicht fertiggestellte Wohnungen - bewegte sich Ende 2025 mit 760.700 auf dem Vorjahresniveau. Davon befanden sich 307.200 bereits im Bau.

Hamburg: Blick auf die Balkone von Mehrfamilienhäusern im Stadtteil Harvestehude.

Mieten und Kaufpreise steigen weiter, Neubauziele werden verfehlt. Gleichzeitig leben Millionen in unpassenden Wohnungen – zu groß oder zu klein.

26.03.2026 | 2:17 min

Zugleich erloschen 35.700 Genehmigungen: Das war der höchste Wert seit 2002 und ein Anstieg um rund ein Viertel im Vergleich zu 2024. In der regionalen Betrachtung zeigt sich, dass die Zahl der fertiggestellten Neubauwohnungen im vergangenen Jahr im Osten prozentual mehr als doppelt so stark zurückging wie im Westen.

Simmung im Wohnungsbau deutlich verschlechtert

Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich im April massiv verschlechtert: Das entsprechende Barometer für das Geschäftsklima fiel von minus 19,3 Punkten im Vormonat auf minus 28,4 Zähler, wie das Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit vier Jahren, als der russische Einmarsch in die Ukraine belastete. "Die geopolitische Unsicherheit belastet inzwischen auch den Wohnungsbau in Deutschland", sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

Mit fragilen Lieferketten und steigenden Finanzierungskosten kommen mehrere Risiken gleichzeitig auf den Bau zu.

Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen.

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Quelle: Reuters, AFP
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 22.05.2026 um 10:20 Uhr im Beitrag "Wohnungsbau: Niedrigster Stand seit 2012".

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