Studie zählt 1,4 Millionen fehlende Wohnungen

Bündnis Soziales Wohnen:Studie zählt 1,4 Millionen fehlende Wohnungen

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Der Wohnungsbau bleibt deutlich hinter dem Bedarf zurück. Einer Studie des Bündnisses Soziales Wohnen zufolge verschärft sich die Lage, besonders für junge Menschen und Ältere.

Vereinzelte Gebäude werden in der Stuttgarter Innenstadt durch ein Wolkenloch von der Sonne angestrahlt.

Bezahlbares Wohnen wird immer schwieriger - das geht aus dem "Sozialen Wohn-Monitor" des Pestel-Instituts hervor. Aktuell fehlen in Deutschland 1,4 Millionen günstige Wohnungen.

15.01.2026 | 0:29 min

Der Wohnungsmangel in Deutschland hat nach Einschätzung des Pestel-Instituts bereits Ende 2024 einen Rekordstand von bundesweit 1,4 Millionen fehlenden Wohnungen erreicht. Besserung in den nächsten Jahren ist der Studie zufolge nicht in Sicht, wie Pestel-Chefökonom Matthias Günther in Berlin sagte.

Für die nähere Zukunft erwartet das Institut den Bau von lediglich rund 200.000 neuen Wohnungen pro Jahr, etwa halb so viele wie der angenommene jährliche Bedarf. Der Wohnungsmangel ist der Analyse zufolge zur Wirtschaftsbremse geworden. Ohne einen Aufschwung des Wohnungsbaus könnten keine Zuwanderer für die Arbeitsmärkte gewonnen werden "und unser Land wird die Wachstumsschwäche nicht überwinden können", heißt es in dem Papier.

eine 20-prozentige mieterhoehung auf die grundmiete wird auf einem amtlichen schreiben angekuendigt

In Deutschland lebt die Mehrheit zur Miete. Viele Familien kämpfen mit zu hohen Kosten und zu kleinen Wohnungen, wie der aktuelle Bericht des Deutschen Mieterbunds zeigt.

06.11.2025 | 1:28 min

Jüngere und Ältere Menschen besonders betroffen

Auftraggeber der Studie war das Bündnis Soziales Wohnen, ein Zusammenschluss des Deutschen Mieterbunds, der IG Bau, der Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau und anderer Organisationen. Am stärksten unter der Entwicklung leiden demnach die junge Generation bis 25 und ältere Menschen.

Die Jüngeren sind laut Studie auf dem Wohnungsmarkt zur "benachteiligten Gruppe" geworden. Und viele ältere Großstadtbewohner könnten sich nach dem Ende des Arbeitslebens ihre Mietwohnungen nicht mehr leisten und müssten fortziehen.

Video starten, das die Wohnsituation und den Wohnungsbau in Deutschland zeigt.

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Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung

Zudem stellt der "Soziale Wohn-Monitor" bei Menschen mit Behinderungen eine "Ausgrenzung auf dem Wohnungsmarkt" fest. Um gegenzusteuern, seien etwa Quoten bei der Vergabe von Sozialwohnungen an Menschen mit körperlichen und psychischen Behinderungen notwendig.

Vorübergehend sollten diese beim Auswahlverfahren sogar bevorzugt werden, hieß es. "Auch anderen Menschen, die auf den meisten Wohnungsmärkten so gut wie chancenlos sind, würde das helfen - zum Beispiel Menschen mit Suchtproblemen", so das Bündnis Soziales Wohnen.

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Besonders große Lücken in NRW und Bayern

In absoluten Zahlen liegen die beiden größten und bevölkerungsreichsten Bundesländer an der Spitze: In Nordrhein-Westfalen fehlten Ende 2024 demnach 376.000 Wohnungen, in Bayern 233.000. Den Gesamtbedarf bis 2030 schätzt das Pestel-Institut auf bis zu 2,4 Millionen neue Wohnungen.

Das Bündnis Soziales Wohnen forderte einen Bund-Länder-Pakt für den Wohnungsbau, insbesondere den Bau von mehr Sozialwohnungen. Die Berechnungen des Pestel-Instituts basieren auf Daten der Statistischen Ämter. Zwar steht in Deutschland geschätzt auch eine siebenstellige Zahl von Wohnungen leer, doch deren Wiedervermietung würde nach Einschätzung der Ökonomen das Wohnungsproblem insbesondere im Westen nicht lösen.

Quelle: dpa, KNA
Über dieses Thema berichtete die heute Xpress am 15.01.2026 ab 13 Uhr.

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