Merz und Selenskyj in Berlin: Ukraine-Zusagen und Ansage an Putin

Regierungskonsultationen in Berlin:Merz' Zusagen für die Ukraine - und eine Ansage an Putin

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Der ukrainische Präsident Selenskyj ist von Kanzler Merz empfangen worden - zu den ersten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen seit Jahren. Was sie verabredet haben.

Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj

Es sind die ersten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen seit Jahren. Was bedeutet der Termin für ihre Partnerschaft? ZDFheute live zur Pressekonferenz von Merz und Selenskyj.

14.04.2026 | 91:00 min

Präsident Wolodymyr Selenskyj und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) haben bei den ersten Regierungskonsultationen zwischen Deutschland und der Ukraine seit vielen Jahren mehrere gemeinsame Vereinbarungen getroffen.

Diese betreffen die finanzielle und militärische Unterstützung des Landes im Ukraine-Krieg sowie den Wiederaufbau und die Rückkehr von Flüchtlingen. Ein Überblick:

Deutschland und Ukraine: Partner für ein sicheres Europa

Merz betonte, Deutschland sei seit 2026 wichtigster bilateraler Partner der Ukraine. Es werde weiterhin die Luftverteidigung der Ukraine unterstützen, weitreichende Waffen, Drohnen und Artilleriemunition liefern, darunter Gemeinschaftsproduktionen beider Länder. Dazu seien umfassende Unterstützungsleistungen vereinbart worden.

Die Kooperation sei nicht nur von Nutzen für die Ukraine, denn "keine Verteidigungsindustrie ist innovativer geworden" wie die der Ukraine.

Keine Armee sei so kampferprobt wie die der Ukraine. "Mit unserer Unterstützung stärken wir damit zugleich die deutsche und europäische Verteidigungsfähigkeit und unsere industrielle Basis", erklärte der Kanzler.

Armin Papperger Vorstandsvorsitzender von Rheinmetall

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31.03.2026 | 0:43 min

Künftig sei auch ein Austausch von "digitalen Gefechtsdaten zwischen beiden Ländern" vereinbart worden, um neue Waffensysteme zu entwickeln.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Berlin und Kiew

Deutschland unterstütze den EU-Beitritt der Ukraine, auch wenn dieser kurzfristig nicht umsetzbar sei, erklärte Merz. Er ermutigte die Ukraine, ihre Reformen voranzutreiben und nannte als Beispiel die Bekämpfung von Korruption und den Ausbau von Rechtsstaatlichkeit. "Jeder weitere Schritt in diese Richtung ist ein Schritt weiter Richtung Europa."

Man habe eine Absichtserklärung zur Förderung des Wiederaufbaus und der Widerstandsfähigkeit der Industrie der Ukraine geschlossen. Merz betonte hierbei, die Kompetenz deutscher Unternehmen und die Chancen, die sich dadurch auch für die deutsche Wirtschaft ergeben.

Ein Fokus liege auch auf der weiteren Unterstützung bei der Energiesicherheit der Ukraine. Hier sei mit Blick auf das kommende Jahr noch vieles ungeklärt.

Ukraine

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Rückkehr von Ukrainern in Heimat

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14.04.2026 | 10:16 min

Zugleich haben Selenskyj und der Bundeskanzler vereinbart, die Rückkehr von Ukrainern in ihr Heimatland zu erleichtern. Merz unterstützt zudem die Bemühungen, wehrpflichtige Männer in der Ukraine zu halten.

Warnung an Putins Russland

Merz wandte sich am Ende seiner Ausführungen an den russischen Präsidenten. Er wolle einen baldigen, dauerhaften Frieden mit einem verhandelten Ende. Eine "Schwächung der Demokratie und der Nato werden wir nicht akzeptieren."

Mit Blick auf die Wahl in Ungarn, bei der der prorussische Präsident Viktor Orbán abgewählt wurde, erklärte Merz:

Es gibt keinen unumkehrbaren Trend im Rechtspopulismus und zum Autoritären.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

Er setzt auf die schnelle Auszahlung der bislang von Ungarn blockierten 90-Milliarden-Euro-Hilfen der EU. "Die Mittel für die militärische Unterstützung müssen jetzt rasch ausgezahlt werden."

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Zudem solle die EU auch bald das 20. Sanktionspaket gegen Russland verabschieden. Das werde den Druck auf Russland erhöhen. Es müsse den Krieg beenden: "Russland hat keine Chance, ihn zu gewinnen."

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Quelle: dpa, tai
Über dieses Thema berichtete ZDFheute live am 14.04.2026 ab 12:00 Uhr.

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