Ukrainischer Präsident spricht mit Merz:Bewegung in Ukraine-Gesprächen: Selenskyj will Trump treffen
Ist Frieden in der Ukraine in Sicht? Präsident Selenskyj will am Sonntag US-Präsident Trump in Florida treffen. Schon jetzt hat er sich mit Kanzler Merz besprochen.
Der ukrainische Präsident Selenskyj zeigt sich mit Blick auf die Friedensbemühungen zuversichtlich. Viel könne vor Neujahr entschieden werden. Er kündigte ein Treffen mit Trump an.
26.12.2025 | 0:24 minDer ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat vor einem geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump das weitere Vorgehen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) besprochen. "Wir stimmen unsere Positionen ab, und alle in Europa müssen an einem Strang ziehen, um unsere europäische Lebensweise, die Unabhängigkeit unserer Staaten und den Frieden in Europa zu verteidigen. Es muss Frieden geben", schrieb Selenskyj auf X.
Merz antwortete auf X mit den Worten: "Wir stehen unerschütterlich an Ihrer Seite. Ein starkes, koordiniertes Vorgehen Europas ist nach wie vor unverzichtbar für Frieden, Freiheit und Sicherheit." Die "Berliner Gruppe" sei bereit zu helfen - in enger Abstimmung mit den US-Partnern.
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26.12.2025 | 1:50 minReferendum über Friedensplan in der Ukraine?
Selenskyj will nach eigenen Angaben noch an diesem Wochenende US-Präsident Trump treffen, um mit ihm letzte Hand an einen möglichen Friedensplan für die Ukraine zu legen. Sollte er Trump nicht dazu bringen können, den Vorschlag eines kompletten Abzugs der ukrainischen Streitkräfte aus der Donbass-Region aufzugeben, stehe er einem Referendum über den US-20-Punkte-Plan für einen Frieden offen gegenüber. Das sagt Selenskyj dem Nachrichtenportal Axios. Dazu müsse jedoch Russland einer 60-tägigen Feuerpause zustimmen, damit die Ukraine eine Abstimmung vorbereiten und abhalten könne.
Er habe den Bundeskanzler über die Arbeit Kiews mit den US-Gesandten informiert. "Wir alle erinnern uns an das Format des Berliner Treffens und die dort erzielten Ergebnisse. Genau so werden wir weiterarbeiten. Wir haben vereinbart, weiterhin gemeinsam mit den Europäern zu handeln", schrieb Selenskyi auf X mit Blick auf das jüngste Gipfeltreffen in Berlin.
Die ukrainische Armee steht unter Druck. Selenskyj stellte den 20-Punkte-Plan vor, der mit den USA erarbeitet wurde. ZDF-Korrespondent Timm Kröger analysiert.
24.12.2025 | 1:23 minSelenskyj lobt Merz und Deutschland
Selenskyi dankte Deutschland "für seine unerschütterliche" und konkrete Unterstützung. "Dank unserer Zusammenarbeit mit Deutschland konnten bereits Tausende Menschenleben in der Ukraine vor russischen Angriffen gerettet werden, und wir halten unsere Verteidigungspositionen aufrecht, um die Stärke unserer diplomatischen Positionen zu gewährleisten. Friedrich, vielen Dank!", schrieb der ukrainische Staatschef an die Adresse von Merz.
Selenskyj hatte zuvor bereits ein "baldiges Treffen" mit dem US-Präsidenten angekündigt und erklärt, bis zum Jahreswechsel könne "noch viel entschieden werden".
Kritik aus Russland an überarbeitetem Plan
Das Treffen ist von Washington noch nicht offiziell bestätigt worden. Zudem wurde in Moskau angedeutet, dass dieser von den USA, Kiew und Europa überarbeitete Plan nicht den Vorstellungen des Kreml entspricht.
Nach der Vorlage einer überarbeiteten Version des US-Plans warf Moskau der Ukraine vor, die Gespräche zu "torpedieren". Der neue Entwurf sei "radikal anders" als der Text, über den Moskau in den vergangenen Wochen mit Washington verhandelt habe, sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow am Freitag im russischen Fernsehen.
Die Ukraine und ihre Unterstützer - allen voran die EU, die "nicht für eine Einigung" in dem Konflikt sei - hätten ihre "Bemühungen verstärkt, sie zu torpedieren", sagte Rjabkow. "Ohne angemessene Lösung der Probleme, die zu dieser Krise geführt haben, wird es ganz einfach unmöglich sein, zu einer abschließenden Einigung zu gelangen", betonte der russische Vize-Außenminister.
Ukrainische Soldaten der 25. Brigade setzen rund 50 Kilometer vor Pokrowsk Drohnen zur Abwehr russischer Angriffe ein. An der Front dauern die Kämpfe auch kurz vor Weihnachten an.
23.12.2025 | 2:39 minUkraine legt 20-Punkte-Plan vor
Der von Selenskyj an Heiligabend erstmals vorgestellte 20-Punkte-Plan sieht ein Einfrieren der aktuellen Frontlinie vor, zeigt zugleich aber auch einen Weg für einen Abzug ukrainischer Truppen und die Schaffung entmilitarisierter Zonen auf. Die russische Forderung nach einem gesetzlich verankerten Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt ist in dem neuen Entwurf laut Selenskyj nicht mehr enthalten.
Gebietsansprüche sowie belastbare Sicherheitsgarantien für die Ukraine sind zentrale Fragen in den Verhandlungen um ein Ende des Krieges. Trump hat sich in den vergangenen Monaten in seinen öffentlichen Äußerungen mal gegen Russland, mal gegen die Ukraine positioniert.
Die Menschen in der Ukraine bereiten sich auf den vierten Kriegswinter vor. „Wir hoffen, dass es uns gelingt, einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen“, so Andrij Melnyk.
23.12.2025 | 5:17 minAktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog: