Sacharow-Preis geht an inhaftierte Journalisten

Einsatz für Menschenrechte:Sacharow-Preis geht an inhaftierte Journalisten

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In Georgien und Belarus sitzen sie nach Regierungskritik in Haft: Der belarussische Journalist Poczobut und die georgische Journalistin Amaghlobeli erhalten den Sacharow-Preis.

Swetlana Tichanowskaja hält bei ihrem ersten gemeinsamen öffentlichen Treffen mit ihrem Mann und der belarussischen Diaspora in Warschau eine Mappe mit einem Porträt des belarussischen Journalisten und ethnischen Polen Andrzej Poczobut, der in Belarus als politischer Gefangener anerkannt ist.

Der Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments geht dieses Jahr an den belarussischen Journalist Poczobut und die georgische Journalistin Amaghlobeli.

22.10.2025 | 0:24 min

Der Sacharow-Preis des Europäischen Parlaments geht in diesem Jahr an zwei in Belarus und Georgien inhaftierte Journalisten. Das Parlament werde die Auszeichnung an die Georgierin Msia Amaghlobeli und den polnisch-belarussischen Journalisten Andrzej Poczobut verleihen, teilte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola am Mittwoch in Straßburg mit. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert.

Beide sind Journalisten, die wegen falscher Beschuldigungen ins Gefängnis gesperrt wurden.

Roberta Metsola, EU-Parlamentspräsidentin

Das Europaparlament stehe an ihrer Seite und fordere ihre Freilassung.

Anhänger georgischer Oppositionsparteien geraten während einer Kundgebung nach den Kommunalwahlen in Tiflis, Georgien, am 4. Oktober 2025 mit der Bereitschaftspolizei aneinander. Am 4. Oktober finden in Georgien Kommunalwahlen statt, bei denen Mitglieder der Gemeindeversammlungen und 64 Bürgermeister gewählt werden. Mehr als 3,5 Millionen Wähler können an den Wahlen teilnehmen.

Die innenpolitische Lage in Georgien ist angespannt.

06.10.2025 | 4:35 min

Regierungskritische Journalistin Amaghlobeli in Georgien inhaftiert

Die Journalistin Amaghlobeli ist in Georgien zu einem Symbol des Widerstands gegen die als pro-russisch kritisierte Regierung geworden. Die 50-Jährige betreibt die unabhängigen Medien Batumelebi und Netgaseti, über die sie Recherchen zur Verwendung öffentlicher Gelder und zu Amtsmissbrauch vorantreibt. Ein Gericht hatte sie im August wegen Vorwürfen der "Gewalt oder Drohungen" gegen einen Beamten zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Archiv: Auf diesem Bild aus einem Video von Formula TV steht Mzia Amaghlobeli, eine georgische Journalistin und Gründerin der unabhängigen Medien Batumelebi und Netgazeti, am  1. 2. 2025, in einem Angeklagtenkäfig vor einem Gericht in Batumi, Georgien.

Die georgische Journalistin Mzia Amaghlobeli vor einem Gericht in Batumi, Georgien. (Archivbild)

Quelle: AP

Amaghlobeli ist eine von zahlreichen Journalisten und Oppositionellen, die in Georgien in Haft sitzen. Das Land befindet sich seit der umstrittenen Parlamentswahl im vergangenen Jahr in einer Krise, monatelang protestierten zehntausende Regierungsgegner.

Opposition und Demonstranten werfen der Regierung in Tiflis vor, zunehmend in Autoritarismus zu verfallen und sich Russland anzunähern.

Soldaten bei dem russisch-belaurssischen Manöver.

Russland zeigt beim Großmanöver Sapad zusammen mit Belarus militärische Stärke. Internationale Beobachter durften bei der Militärübung zusehen.

15.09.2025 | 1:27 min

Lukaschenko-Kritiker in Belarus verurteilt

Der zweite Preisträger Poczobut sitzt seit Februar 2023 in Belarus in Haft. Er berichtete als Korrespondent für die polnische Zeitung Gazeta Wyborcza aus Minsk, unter anderem über die Massenproteste gegen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko 2020.

Poczobut blieb im Land, als die Behörden hunderte Kritiker festnahmen, und wurde für seine Berichte zu acht Jahren Haft verurteilt.

Einsatz für Menschenrechte ausgezeichnet

Der nach dem sowjetischen Physiker und politischen Dissidenten Andrej Sacharow (1921-1989) benannte Preis wird seit 1988 jährlich an Personen und Organisationen verliehen, die sich für Menschenrechte und Grundfreiheiten einsetzen.

Quelle: dpa, epd

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