Von Russland besetzte Stadt:Lokale Waffenruhe in Oleschky in Kraft getreten
In der Nacht ist rund um die von Russland besetzte Frontstadt Oleschky eine Feuerpause in Kraft getreten. Nun sollen Lebensmittel und Medikamente an die Bewohner geliefert werden.
In der von Russland eingeschlossenen ukrainischen Stadt Oleschky soll es eine Waffenruhe geben. Die humanitäre Lage in der Stadt ist kritisch, eine Waffenruhe wäre ein Erfolg.
26.10.2026 | 2:32 minDie Streitkräfte Russlands und der Ukraine lassen die Waffen schweigen, um eine Hilfsaktion für die Frontstadt Oleschky im russisch kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Cherson zu ermöglichen.
Die russische Seite bestätigte in der Nacht, dass für die Dauer einer humanitären Operation eine Feuerpause rund um die seit Monaten abgeriegelte Ortschaft gelte.
Währenddessen sollen Lebensmittel und Medikamente an die notleidenden Bewohner geliefert und Vorbereitungen getroffen werden, damit sich die Menschen dort wieder frei bewegen können. Auch der Generalstab in Kiew hatte dies zuvor bestätigt.
ZDF-Korrespondent: Wenig Vertrauen der Ukrainer
ZDF-Korrespondent Dara Hassanzadeh berichtet aus Odessa, dass die Waffenruhe tatsächlich in Kraft getreten ist.
Hier in der Ukraine ab 3 Uhr morgens, zu deutscher Zeit 2 Uhr, wurden die Kampfhandlungen und die Beschüsse in diesem definierten Terrain eingestellt.
Dara Hassanzadeh, ZDF-Korrespondent
Das sage der ukrainische Verhandlungsführer Lubinets. Der Generalstab vertraue jedoch auf den vereinbarten Kontrollmechanismus. Die ersten Maßnahmen zur Evakuierung könnten eingeleitet werden. Zweck sei die Entminung eines Zufahrtsweges, um Hilfsgüter in die Stadt zu bringen und Menschen aus der Stadt herauszubringen, so Hassanzadeh.
Bis 28. Oktober haben die Menschen nun Zeit sich im örtlichen Hospital zu registrieren, um mitzuteilen, wo sie künftig leben wollen.
Russland und die Ukraine haben eine lokal begrenzte Waffenruhe in der Stadt Oleschky begonnen. „Kampfhandlungen und Beschüsse wurden in diesem definierten Terrain eingestellt“, so ZDF-Reporter Dara Hassanzadeh.
27.10.2026 | 2:43 minOleschky ist vollständig vermint
Weil Oleschky vollständig vermint ist, setzten die ukrainischen Streitkräfte zeitweise Drohnen ein, um Hilfsgüter in die Stadt zu schaffen. Viele der unbemannten Fluggeräte wurden jedoch von russischen Truppen abgeschossen.
Nach der Vereinbarung sollen nun Minen geräumt werden, um einen sicheren Hilfskorridor zu schaffen. Unklar ist, ob die rund 2.000 verbliebenen Bewohner die Ortschaft verlassen dürfen.
Wie ZDF-Korrespondent Hassanzadeh berichtet, müssen sich bis zum 28. Oktober alle Einwohner am örtlichen Krankenhaus registrieren, unabhängig davon, ob sie in den russisch besetzten Gebieten bleiben oder in die von Kiew kontrollierten Gebiete übersiedeln wollen.
Bei jeder weiteren Evakuierungsstufe könne man diese Liste mit den tatsächlich Anwesenden abgleichen. Die ukrainische Seite sei überzeugt, dass dieser Kontrollmechanismus allen Ukrainern, die auf die Seite Kiews wollten, eine sicherere Ankunft garantiere.
Oleschky liegt im Süden der Ukraine direkt an der Front auf russischem Besatzungsgebiet. Die Lage ist katastrophal, es fehlt an allem. Eine Waffenruhe soll Abhilfe schaffen.
26.10.2026 | 1:32 minDie humanitäre Feuerpause geht auf eine Initiative des Weißen Hauses in Washington zurück. First Lady Melania Trump hatte nach Angaben der USA in der seit Monaten abgeriegelten Frontstadt eine lokale Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew vermittelt. Beide Konfliktparteien hätten vereinbart, alle Kampfhandlungen vorübergehend einzustellen, teilte das Weiße Haus mit.
Kiew: Feuerpause gilt nur für humanitäre Mission
Der Generalstab in Kiew betonte, dass die Feuerpause ausschließlich für die humanitäre Operation gelte. "Wir rufen alle dazu auf, in diesem Zeitraum besonders umsichtig mit den Informationen umzugehen, die Sie erhalten und weitergeben", heißt es in der Mitteilung der Generalität auf Telegram.
Vertrauen Sie keinen unbestätigten Meldungen und verbreiten Sie keine Gerüchte über Routen, Zeiten und Orte, an denen sich Menschen und humanitäre Konvois bewegen.
Generalstab der Ukraine
Quelle: ZDF
Oleschky liegt am Ufer des Dnjepr in der Region Cherson und ist seit 2022 von Russland besetzt. Von den ursprünglich rund 24.000 Einwohnern sollen sich noch 1.700 bis 2.000 in der durch die Kämpfe schwer beschädigten Stadt aufhalten.
Frühere Bewohner der Stadt hatten der Nachrichtenagentur AFP Anfang des Jahres berichtet, dass die in der Stadt verbliebenen Menschen hungerten, es ihnen an Medikamenten fehle und sie die Stadt nicht ohne Weiteres verlassen könnten.
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