Nato-Chef trifft US-Präsident Trump: Rutte will die Wogen glätten

Vor Gipfel in Ankara:Nato-Chef trifft Trump: Rutte will die Wogen glätten

|

Das Verhältnis zwischen den USA und den europäischen Nato-Mitgliedern ist seit dem Iran-Krieg noch angespannter als zuvor. Generalsekretär Rutte reist zu Trump, um zu deeskalieren.

Mark Rutte (l.) und Donald Trump (Archivfoto)

Mark Rutte (l.) und Donald Trump (Archivfoto)

Quelle: AP

Kurz vor seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump hat Nato-Generalsekretär Mark Rutte die Unterstützung mehrerer europäischer Länder für die Vereinigten Staaten während des Iran-Kriegs hervorgehoben.

Was die Nato angeht, weiß ich, dass es Enttäuschung gibt, aber wir sollten auch bedenken, dass es sich hierbei um Einzelfälle handelt.

Mark Rutte in einem Interview mit Fox News

Zuvor hatten US-Regierungsvertreter mehrfach die aus ihrer Sicht mangelnde Unterstützung von Alliierten für den US-Krieg gegen Iran kritisiert. Dabei ging es unter anderem um die Erlaubnis, Militärstützpunkte zu nutzen, und um Überflugrechte.

18.06.2026, Belgien, Brüssel: Pete Hegseth, US-Verteidigungsminister, spricht bei einer Pressekonferenz anlässlich seiner Ankunft zu einem Treffen der NATO-Verteidigungsminister im NATO-Hauptquartier.

US-Verteidigungsminister Hegseth fordert mehr Eigenverantwortung von den Nato-Partnern. Man werde die Präsenz in Europa erneut überprüfen, sagte Hegseth beim Treffen der Verteidigungsminister.

18.06.2026 | 0:26 min

Rutte: Europäische Stützpunkte helfen USA im Iran-Krieg

Nach Angaben Ruttes gab es während des Iran-Kriegs auf Stützpunkten in europäischen Ländern mehrere tausend Starts und Landungen von US-Militärflugzeugen. Der Kontinent sei für die USA eine "Plattform der Machtprojektion".

Rutte bezog sich damit auf die Tatsache, dass die europäischen Stützpunkte wegen ihrer geografischen Nähe Einsätze des US-Militärs etwa in Afrika und dem Nahen Osten deutlich vereinfachen.

Donald Trump

Die USA wollen der Nato die militärischen Mittel kürzen. ZDFheute live ordnete die Auswirkungen für die Nato ein.

27.05.2026 | 35:21 min

Trump kritisiert auch Deutschland

Rutte will Trump heute in der Hauptstadt Washington D.C. treffen - kurz vor dem Gipfel der Nato, der am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara stattfindet. Für den Chef des westlichen Verteidigungsbündnisses geht es bei den Gesprächen im Weißen Haus darum, die Wogen so gut wie möglich zu glätten.

Trump hatte erst am Montag mehreren europäischen Verbündeten erneut mangelnde Unterstützung vorgeworfen. Als Washington Hilfe gegen Iran erbeten habe, seien wichtige Partner nicht für die USA da gewesen, kritisierte er. Trump nannte dabei Großbritannien, Deutschland und Italien - führte seine Vorwürfe aber nicht näher aus.

Josef Braml

Solange Trump als Gesprächspartner am Tisch sitze, habe das G7-Format ausgedient, sagt USA-Experte Josef Braml. Zu viel hänge von seiner Lust und Laune ab.

17.06.2026 | 9:40 min

Washington drängt seit Längerem - und besonders lautstark seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 - darauf, dass die europäischen Nato-Staaten mehr Verantwortung für die Verteidigung des Bündnisgebiets übernehmen. Die USA haben in diesem Zusammenhang angekündigt, ihre Truppenpräsenz in Europa zu reduzieren.

Merz stimmt sich mit Europäern ab

Um die Rolle der Europäer im Iran-Konflikt geht es neben der weiteren Unterstützung für die Ukraine heute auch bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der sogenannten E5. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und den polnischen Regierungschef Donald Tusk sowie den britischen Premierminister Keir Starmer nach Berlin eingeladen, der seinen Rücktritt angekündigt hat. Nato-Generalsekretär Rutte wird aus Washington zugeschaltet.

Wichtiger Hinweis in eigener Sache

Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.

Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.

→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen


Quelle: dpa, AFP
Über die Kritik der USA an der Nato berichtete das ZDF in verschiedenen Sendungen, etwa in ZDFheute Xpress am 18.06.2026 um 12:10 Uhr sowie in ZDFheute live am 27.05.2026 um 19:30 Uhr.

Mehr zu Trump und der Nato

  1. Donald Trump und Giorgia Meloni beim G7-Gipfel in Évian.

    Zweites Kapitel im US-Streit mit Italien:Meloni zu Trump: "Meine Beliebtheit geht Sie nichts an"

    mit Video1:33

  2. Das Nato-Symbol steht im Zentrum mit allen Flaggen der Mitgliedsnationen ringsum aufgestellt.

    Ex-Nato-General Egon Ramms:Militärexperte: Trump kann nicht ohne die Nato

    mit Video23:02

  3. Nato-Außenministertreffen in Schweden

    Rubio betont Ansprüche der USA:Europas Nato-Länder stehen unter Druck

    mit Video2:32

  4. Niedersachsen, Munster: Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sieht bei einer Fähigkeitsdemonstration des Heeres zu.
    Interview