Ölraffinerie getroffen:Ukrainischer Angriff auf Moskau überschattet Parlamentswahl
Während in Russland ein neues Parlament gewählt wird, hat die Ukraine einen der größten Drohnenangriffe auf die Hauptstadt Moskau begonnen. Getroffen wurde auch eine Ölraffinerie.
Bei einem massiven ukrainischen Drohnenangriff wurden in der Region Moskau zwei Menschen getötet. Bürgermeister Sobjanin spricht von einem Versuch, die Wahl zu stören.
20.09.2026 | 0:22 minDie Ukraine hat die russische Hauptstadt Moskau mit hunderten Drohnen attackiert. Der Angriff am Sonntag fiel auf den letzten Tag der russischen Parlamentswahl, die Präsident Wladimir Putin als Test für die Unterstützung seines Krieges in der Ukraine bezeichnet hat. Eine Anlage der Moskauer Ölraffinerie, die bereits früher Ziel von Attacken war, wurde beschädigt.
Zwei Menschen seien in der Region Moskau und zwei weitere im von Russland besetzten Teil der ukrainischen Region Cherson getötet worden, teilte der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin mit. Unter den Toten in Cherson sei auch ein Wahlhelfer. Nach Behördenangaben wurden etwa 20 Menschen verletzt.
Sobjanin sprach von einem "beispiellosen Angriff" auf Moskau. Er sei mit dem Ziel geplant worden, die Wahl zu stören. "Dem Feind ist das nicht gelungen", fügte er hinzu. Die russische Luftabwehr habe insgesamt mehr als 1.600 Drohnen abgefangen, von denen allein 450 auf Moskau zugesteuert seien.
Russland wählt zum ersten Mal seit Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine ein neues Parlament, die Duma. Zehn Parteien stehen zur Wahl, die alle als kremlnah gelten.
18.09.2026 | 1:45 minSelenskyj bestätigt Drohnenangriffe
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb im Onlinedienst X: "Unsere Langstrecken-Reaktionen hatten vergangene Nacht sehr bedeutende Auswirkungen in der Region Moskau." Eine der wichtigsten Einrichtungen der russischen Ölindustrie sowie Logistikeinrichtungen seien getroffen worden. Es gehe um Milliardensummen, mit denen die russische Kriegsmaschinerie finanziert werde, erklärte Selenskyj.
Deutlicher Sieg der Kreml-Partei erwartet
Die Parlamentswahl hatte bereits am Freitag im Fernen Osten Russlands begonnen. Die Abstimmung über die 450 Sitze in der Staatsduma wird bis Sonntagabend in elf Zeitzonen abgehalten. Neben der Parlamentswahl finden auch Regional- und Kommunalwahlen statt. Auch in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine wird der Urnengang abgehalten.
In Russland belasten während der Wahlen am 20. September die Treibstoffkrise sowie Angriffe auf Logistikzentren den Alltag. Sie bedrohen die Existenz von Landwirten und Kleinunternehmern.
09.09.2026 | 8:38 minBei der ersten Wahl seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 wird ein klarer Sieg der Regierungspartei Einiges Russland erwartet. Sie hat seit 2003 alle Parlamentswahlen gewonnen. Neben ihr sind nur andere kremltreue Parteien zugelassen.
Die Antikriegspartei Jabloko war im August von der Wahl ausgeschlossen worden und hatte zu einem Boykott aufgerufen. Am Samstag wurde nach Parteiangaben einer ihrer Wahlbeobachter festgenommen.
Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Zentralen Wahlkommission am späten Sonntagvormittag bei über 45 Prozent. Umfassende Ergebnisse sollen am Montag vorliegen. Die ukrainische Regierung in Kiew, die wegen des Kriegsrechts eigene Wahlen ausgesetzt hat, bezeichnete die Abstimmung in Russland als "Pseudowahl".
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