Greenpeace zählt mehr Stromausfälle:AKW Saporischschja: Sorge um nukleare Sicherheit nimmt zu
Die Organisation Greenpeace warnt vor einem Sicherheitsrisiko, weil die Stromversorgung des AKW Saporischschja immer wieder unterbrochen sei. Es wird von Russland besetzt.
Greenpeace warnt vor Risiken durch Stromausfälle im Atomkraftwerk Saporischschja (Archivbild).
Quelle: ImagoDie Umweltorganisation Greenpeace ist besorgt wegen der gehäuften Stromausfälle am russisch besetzten Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine.
Seitdem russische Truppen das größte Kernkraftwerk Europas 2022 erobert hätten, sei es 26 Mal komplett von der Versorgung abgeschnitten gewesen. 14 dieser Fälle hatten sich seit Februar 2026 ereignet, sagten Fachleute von Greenpeace Ukraine in Kiew.
Trotz Trumps Ankündigung halten die Angriffe auf die Energieinfrastruktur an. Russlands Attacken auf Tankstellen seien weniger Militärstrategie als "blanker Terror aus der Luft", sagt ZDF-Reporter Torge Bode.
16.09.2026 | 3:02 minZwar liegen die sechs Reaktoren still, das AKW braucht aber dauerhaft Strom, um den Atombrennstoff zu kühlen. Greenpeace-Nuklearexperte Jan Vande Putte warnte daher:
Der wiederholte Stopp der Stromversorgung von außen für das Kernkraftwerk Saporischschja ist ein grundlegendes Sicherheitsrisiko.
Jan Vande Putte, Greenpeace
Die letzte verbleibende Zuleitung zum Werk mit einer Spannung von 330 Kilovolt war Anfang September nach fast drei Wochen Ausfall repariert worden. Während dieser Zeit hatten Dieselgeneratoren für Kühlstrom gesorgt. Für die Reparatur handelte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) zum wiederholten Mal eine örtlich begrenzte Waffenruhe aus.
Bei nächtlichen russischen Luftangriffen auf die Ukraine sind am Wochenende in Saporischschja zwei Menschen getötet worden. In Odessa wurden zahlreiche Menschen verletzt, darunter auch ein fünf Monate altes Baby.
12.09.2026 | 0:25 minHauptleitung von AKW Saporischschja fällt seit Mai aus
Eine 750-Kilovolt-Leitung fällt seit Mai aus, als ein etwa 100 Kilometer entferntes Umspannwerk auf ukrainischem Gebiet getroffen wurde. Kiew macht Russland für diesen Angriff verantwortlich.
Nach IAEA-Angaben konnte der Schaden bei Reparaturarbeiten im Juni nicht behoben werden. Dabei ist das Umspannwerk als Knotenpunkt nicht nur für das AKW Saporischschja wichtig, sondern auch für das AKW Südukraine und die Stabilität des Netzes insgesamt.
Russlands Angriffe auf das Stromnetz der Ukraine bedrohen die nukleare Sicherheit der drei laufenden Atomkraftwerke des Landes.
Jan Vande Putte, Greenpeace
Auf der Flucht vor dem Krieg zieht eine ukrainische Mutter mit ihrer kleinen Tochter aus Kiew in die Nähe eines Atomkraftwerks. Dort sollten sie zunächst in Sicherheit leben, hofft die Mutter.
01.09.2026 | 2:04 minUkraine: Moskau will AKW an eigenes Netz anschließen
Moskau wirft der ukrainischen Armee vor, das Umfeld von Saporischschja zu beschießen. Greenpeace hat mehrere dieser angeblichen Vorfälle anhand von Satellitenaufnahmen analysieren lassen und geht davon aus, dass die Vorwürfe nicht stimmen. Eher gehe es um russische Sabotage an den Leitungen, um den Druck auf die Ukraine zu erhöhen und Angst vor einem Atomunfall zu schüren, sagte der Greenpeace-Fachmann Shaun Burnie.
Ukrainischen Angaben nach strebt Moskau auch einen Anschluss des AKW an das eigene Stromnetz an. Das Kernkraftwerk Saporischschja liegt etwa 100 Kilometer von der gleichnamigen südukrainischen Großstadt entfernt.
Nach einem möglichen Drohneneinschlag forderte die Internationale Atomenergiebehörde im Mai Zugang zum russisch besetzten AKW Saporischschja. Russland machte die Ukraine für den Vorfall verantwortlich.
31.05.2026 | 0:21 minAktuelle Meldungen zu Russlands Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit in unserem Liveblog: