Ukraine-Krieg: Kiew wird nicht auf Nato-Beitritt verzichten

Interview

Ukraines Botschafter im ZDF:Kiew: Verzichten nicht auf Nato-Beitritt

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Wird es eine Feuerpause im Ukraine-Krieg geben? Und: Worüber wäre Kiew bereit zu verhandeln? Der Verzicht auf den Nato-Beitritt steht nicht zur Debatte, so Botschafter Makeiev.

Kremlchef Wladimir Putin hatte sich zunächst nur vage zu dem amerikanisch-ukrainischen Vorschlag einer 30-tägigen Waffenruhe geäußert, prinzipiell aber ein Mindestmaß an Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Angesprochen auf die Gesprächsbereitschaft des russischen Präsidenten zeigt sich der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksij Makeiev, laut eigenen Angaben "nicht überrascht" - ohne jedoch konkret zu werden. Im ZDF sagt er:

Ich hoffe sehr, dass die Gespräche von unserem amerikanischen Verbündeten in Moskau erfolgreich waren.

Oleksij Makeiev, ukrainischer Botschafter

Treffen zwischen US-Unterhändler und Putin angesetzt

Donald Trumps Sondergesandter Steve Witkoff war am Donnerstag zu Gesprächen über die Ukraine in Moskau eingetroffen, dort sollte er einen Plan für eine 30-tägige Waffenruhe in der Ukraine vorstellen. Für den Abend war ein Treffen mit Präsident Putin angesetzt.

Über Details von ersten Gesprächen in Russland wisse der ukrainische Botschafter noch nichts. "Es lässt sich jetzt noch nicht herausstellen, was Gegenstand und Ergebnisse sind und wir hoffen, dass wir in den nächsten Stunden auch darüber gebrieft werden", so Makeiev.

Er gehe aber davon aus, dass das Verhandlungsteam sehr schnell Kiew über die Ergebnisse informieren werde, so Makeiev. Dass Putin bei den Verhandlungen von seinen Maximalzielen abweichen wird, gilt als unwahrscheinlich.

Makeiev: Keine Nato-Mitgliedschaft "steht nicht zur Diskussion"

Eines dieser Ziele ist Kiews Verzicht auf einen Beitritt zur Nato. An diesem hält die Ukraine weiterhin fest, wie Makeiev im ZDF heute journal bekräftigt. Ebenso am Ziel, Teil der Europäischen Union zu werden. Es sei "nicht Russland zu überlassen zu entscheiden, wer wird Nato-Mitglied - und wer nicht."

Und die Ukrainer haben auch ein klares Bild und ein klares Bekenntnis zur Europäischen Union und Nato.

Oleksij Makeiev, ukrainischer Botschafter

Er betont: "Die beiden Positionen sind in unserer Verfassung verankert und deswegen: Das steht nicht zur Diskussion und es wird nicht von Russland jetzt vorgeschrieben, was und wie [die] Ukraine [sich] als demokratisches freies Land entwickelt."

Entscheidungen über die Ukraine ohne die Ukraine?

Den Eindruck, dass Russland und die USA im Alleingang über die Köpfe der Ukraine hinweg beraten, teilt der Botschafter nicht. Makeiev führt die "erfolgreichen Verhandlungsrunden" in Dschiddah an, bei der ukrainische und amerikanische Vertreter gemeinsam am Tisch saßen.

Der ukrainsiche Botschafter spricht in dem Zusammenhang von "unseren amerikanischen Partnern" und verweist ebenso auf die Fortsetzung der amerikanischen Waffenhilfe sowie den Zugriff auf Geheimdienstinformationen.

Bewegung im Ukraine-Krieg

Am Dienstag hatten ukrainische Unterhändler bei Gesprächen mit US-Vertretern in Saudi-Arabien einem Vorschlag Washingtons für eine 30-tägige Waffenruhe im russischen Angriffskrieg zugestimmt und sich bereit erklärt, unverzüglich Verhandlungen mit Russland aufzunehmen.

USA und Ukraine treffen sich in Dschidda zu Friedensgesprächen

Die Ukraine und die USA vereinbaren überraschend eine 30-tägige Waffenruhe, die Welt wartet gebannt auf eine Äußerung aus Moskau. Statt verbaler Antworten gab es Angriffe auf Kiew.

12.03.2025 | 3:47 min

Die USA verkündeten daraufhin, die nach dem Eklat zwischen US-Präsident Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus ausgesetzten Militärhilfen für die Ukraine wieder aufzunehmen.

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Quelle: chrz/ZDF
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