Risse in der MAGA-Bewegung:Loyalität oder Zweifel: Trumps Iran-Kurs spaltet seine Basis
von Emily Kaffka, Washington D.C.
Einst treue Unterstützer der MAGA-Bewegung kritisieren den US- Präsidenten auf seiner eigenen Plattform, nun entfremdet sich auch noch die Gen Z. Entgleitet Trump die Kontrolle?
US-Präsident Trump eskaliert auf allen Kanälen, mit Drohgebärden und Provokationen gegen Iran und den Papst. Zuhause sinkt die Zustimmung, während die Preise an den Zapfsäulen steigen.
15.04.2026 | 8:29 minSeit dem Beginn des Krieges in Iran mehrt sich die Kritik in Donald Trumps eigenen Reihen. Die erneute Verstrickung in einen Krieg sowie kontroverse Beiträge des US-Präsidenten auf Truth Social haben für Empörung gesorgt.
Donald Trump drohte darin Iran vor Ablauf eines von ihm gesetzten Ultimatums zur Öffnung der Straße von Hormus, dass eine ganze Zivilisation "sterben und nie wieder zurückkehren" werde.
Ex-Fox-Moderatorin: "Halt einfach die Klappe"
In den sozialen Medien lassen einstige MAGA-Anhänger ihrem wachsenden Unmut freien Lauf. Von einem Auftreten wie das eines "Superschurken aus einem Marvel Comic" ist die Rede in einem Post des Radiomoderators und Verschwörungstheoretikers Alex Jones auf der Plattform X. "Halt einfach die Klappe", sagt seine ehemalige Unterstützerin, die ehemalige Fox-News-Moderatorin Megyn Kelly in ihrem Videopodcast Anfang April.
Selbst Tucker Carlson, früherer Fox-News-Moderator und einst überzeugter Anhänger der MAGA-Bewegung, kritisierte Trump in einem YouTube-Video scharf. Er verurteilte die Drohungen, die zivile Infrastruktur in Iran zu zerstören, und sprach von möglichen Kriegsverbrechen.
US-Präsident Trump hat Iran erneut gedroht: Der Untergang einer gesamten Zivilisation stehe bevor. Ein von ihm gesetztes Ultimatum läuft danach ab.
07.04.2026 | 2:39 minStimmung an der Basis
Tatsächlich sind die Zustimmungswerte für Trump auf einen historischen Tiefstand gefallen. 64 Prozent der Amerikaner haben wenig oder gar kein Vertrauen in seine politischen Entscheidungen, das ergab eine Umfrage Ende März. Dennoch: Innerhalb seiner Partei bleibt die Unterstützung hoch, ein Großteil der republikanischen Wähler steht nach wie vor hinter ihm.
Das zeigt auch ein Besuch an der Basis: In Pampa, einer texanischen Kleinstadt mit knapp 16.000 Einwohnern, stimmten bei der letzten Wahl rund 90 Prozent für Trump. Die Gegend im sogenannten "Bible Belt" ist stark beeinflusst vom evangelikalen Protestantismus und konservativen religiösen Werten. Hier schätzt man Trump nach wie vor für seinen entschlossenen Führungsstil, sowohl im Inland als auch im Ausland. Ihr Credo: "America First".
Ich schätze Präsident Trump, weil ich glaube, dass wir zum ersten Mal – wahrscheinlich seit der Reagan-Ära - weltweit respektiert werden, vielleicht sogar gefürchtet - so wie es früher einmal war.
Lance Defever, ehemaliger Bürgermeister von Pampa
Nach seinem weltweiten Friedensappell wurde der Papst mehrfach von US-Präsident Trump verbal attackiert. Das kritisierte Italiens Ministerpräsidentin Meloni. Trump griff sie darauf ebenso an.
16.04.2026 | 2:27 minZwar habe Trump im Wahlkampf versprochen, die USA nicht erneut in fremde Kriege zu verwickeln, doch viele in Pampa halten sein Vorgehen für gerechtfertigt - aus Angst vor einer möglichen iranischen Atombombe und zum Schutze Israels, sagen der Rancher Chad Breeding und der Immobilieninvestor Mark Eastham.
Trump ringt um junge MAGA-Wähler
Kritisch sehen dagegen vor allem junge Wähler die Politik des Präsidenten. Laut einer Umfrage Ende März des Pew Research Center befürworten gerade mal 49 Prozent der 18- bis 29-jährigen Republikaner den Krieg in Iran, im Gegensatz zu 84 Prozent der über 65-Jährigen.
Dabei ist Donald Trump auf die Jüngeren angewiesen: Laut Daten des Pew Research Center stimmten 2024 rund 46 Prozent der männlichen Wähler im Alter von 18 bis 29 Jahren für ihn. Das macht sie bedeutsam für die Zwischenwahlen im November.
Am 2. April 2025 erschütterten US-Präsident Trumps neue Zölle die Welt. Wirtschaftskorrespondent Florian Neuhann zieht bei "WISO - Wirtschaft erklärt" eine Bilanz.
29.03.2026 | 9:59 minDer US-Präsident kämpft um sie bei MAGA-nahen Events: Bei einer Veranstaltung der größten konservativen Jugendorganisationen in den USA, Turning Point, in Arizona am 17. April, versuchte er, den jungen Teilnehmern seine Politik näherzubringen:
Wir schämen uns nicht für die Macht Amerikas, und wir zögern nicht, das amerikanische Volk zu verteidigen - genau das tun wir seit zwei Monaten, denn Iran darf keine Atomwaffen besitzen. So einfach ist das.
Donald Trump am 17. April 2026 - Turning Point Event in Phoenix, Arizona
Die zentrale Frage für den US-Präsidenten ist nun: Ob er bis November den Rückhalt an seiner Basis halten kann oder ob die Stimmung kippt.
Mehr Nachrichten aus den USA
Kurz vor Ablauf der Feuerpause:Trump: Waffenruhe mit Iran wird verlängert
mit Video1:52Nach Richtungsstreit mit Pentagon:Trump spricht wohlwollend über KI-Firma Anthropic
mit Video44:50Enthüllungen im Missbrauchsskandal:Epstein-Opfer: "Mir war nicht klar, dass ich gehandelt wurde"
von Martin Jabsmit Video43:58Dritte Ministerin verlässt Regierung:US-Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer tritt zurück
mit Video0:42