Truppen für die Ukraine?:Klingbeil: "Nicht den fünften Schritt vor dem ersten machen"
Mehrere Länder befürworten eine multinationale Friedenstruppe für die Ukraine. Würde sich die Bundeswehr daran beteiligen? Vizekanzler Lars Klingbeil äußert sich zurückhaltend.
Lars Klingbeil will sich noch nicht zu offensiv zu möglichen deutschen Truppen in der Ukraine äußern.
Quelle: ddpDer SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hat sich zurückhaltend zur Frage einer Beteiligung deutscher Soldaten an einer Friedenssicherung für die Ukraine geäußert. "Wir sollten nicht den fünften Schritt vor dem ersten machen, sondern die Debatte führen, wenn sie wirklich ansteht", sagte Klingbeil der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auf die Frage nach einer möglichen Beteiligung.
Klar ist: Deutschland wird immer seiner Verantwortung gerecht werden. Wir sind schon heute der größte Unterstützer der Ukraine.
Lars Klingbeil, Vizekanzler
Mehrere europäische Staaten hatten sich nach zweitägigen Verhandlungen mit der Ukraine und den USA am Montag für eine von Europa geführte "multinationale Truppe für die Ukraine" ausgesprochen.
Nach einer Vereinbarung zur Beendigung des Krieges zwischen Russland und der Ukraine soll diese von Europa geführte und den USA unterstützte Truppe die ukrainischen Streitkräfte unterstützen und die Sicherheit des Luftraums und der Meere gewährleisten.
Nach den Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs in Berlin gibt es so viel Bewegung wie nie zuvor. Doch zentrale Fragen bleiben, etwa zur Absicherung eines Waffenstillstands.
16.12.2025 | 1:58 minKlingbeil: Der Ball liegt bei Putin
Die entscheidende Frage sei jetzt, "ob sich (der russische Präsident Wladimir) Putin bewegt. Er ist derjenige, der diesen Krieg begonnen hat und diesen Krieg sofort beenden kann. Er ist derjenige, der die Verantwortung für das tägliche Sterben trägt", sagte Klingbeil.
Der Ball liegt jetzt bei ihm. Ich habe weiterhin große Zweifel daran, ob Putin Frieden will.
Lars Klingbeil, Vizekanzler
All das, was Putin immer gefordert habe, werde gegenwärtig der Ukraine abverlangt, sagt Rüdiger von Fritsch, ehemaliger Botschafter in Moskau.
16.12.2025 | 5:00 minMerz will Zone absichern lassen
Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in der ZDF-Sendung "Was nun, ..?" zu möglichen Sicherheitsgarantien erklärt, Im Rahmen dieser Zusagen könne man "zum Beispiel eine entmilitarisierte Zone zwischen den Kriegsparteien absichern".
"Und sehr konkret: Wir würden auch entsprechende russische Übergriffe und Angriffe erwidern", sagte Merz. So weit sei man jedoch noch nicht.
Das Interview mit Bundeskanzler Merz in voller Länge im Video.
16.12.2025 | 24:37 minÄhnlich äußerte sich SPD-Fraktionschef Matthias Miersch: "Wir schließen nichts aus, aber der Einsatz von Truppen kommt sehr darauf an, in welchem Setting er stattfindet, in welchem Umfeld, in welchen Aufgabenbereichen", sagte Miersch in Berlin.
"Wenn (Russlands Präsident Wladimir) Putin sagt, wohin er die Reise gehen will, dann werden wir weiter sehen", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). "Das kann heute keiner festlegen, weil daran Fragen hängen wie ein Mandat des Bundestags, daran hängt die Frage, unter welchem Kommando findet eigentlich was wo im welchem Rahmen statt."
AfD lehnt Einsatz deutscher Soldaten ab
Die AfD lehnte den Einsatz deutscher Soldaten in der Ukraine rundweg ab, sagte der Außenexperte der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier. Die Linke brachte anstatt Truppen mit deutscher Beteiligung UN-Blauhelmeinsätze ins Spiel.