Atomstreit und Teherans Waffenprogramm:Entscheidende Runde? USA und Iran verhandeln weiter
Es geht nicht zuletzt um das umstrittene Atomprogramm: In Genf gehen die indirekten Verhandlungen zwischen den USA und Iran in eine möglicherweise entscheidende Runde.
Heute gehen die indirekten Atom-Verhandlungen zwischen Iran und USA weiter.
Quelle: Shutterstock CreativeEine Frist von maximal 15 Tagen hatte US-Präsident Donald Trump der Regierung in Teheran vor einer Woche gestellt: "Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich." Heute wollen Delegationen beider Staaten in Genf erneut verhandeln. Die Gespräche sollen wieder indirekt unter Vermittlung des Oman geführt werden. Im Fokus steht Irans Atomprogramm.
Worüber verhandeln die USA und Iran?
Die USA und andere westliche Länder wollen verhindern, dass die Islamische Republik an Atomwaffen gelangt. Die Führung in Teheran verfolge dieses Vorhaben weiter, mahnte Trump am Dienstag in seiner Rede zur Lage der Nation. Teheran dagegen beteuert, sein Nuklearprogramm nur zivil zu nutzen und will die Urananreicherung nicht vollständig aufgeben. Allerdings hatte das Land Uran schon weit über den für die Energieerzeugung notwendigen Grad hinaus angereichert. US-Vizepräsident JD Vance sprach am Mittwoch von Hinweisen, dass Iran nach den US-Angriffen im Juni sein Atomprogramm wieder aufbaue.
In Genf waren die letzten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ohne konkrete Einigung zu Ende gegangen. ZDFheute live analysiert, was auf dem Spiel steht.
17.02.2026 | 29:53 minNicht verhandelbar ist für Teheran weiterhin eine Begrenzung des Raketenprogramms - die Führung betrachtet das Arsenal als einzige wirksame Abschreckung. Auch über die Unterstützung militanter Gruppen wie etwa der Hisbollah im Libanon will die iranische Seite nicht sprechen. Die USA und Israel pochen jedoch auf umfassendere Verhandlungen, die unter anderem auch das iranische Raketenprogramm einbeziehen. Trump warnte, Iran arbeite daran, "Raketen zu bauen, die bald die Vereinigten Staaten von Amerika erreichen werden".
Was will Irans Staatsführung erreichen?
Die iranische Regierung fordert eine Aufhebung der Sanktionen. Die Strafmaßnahmen haben das Land vom internationalen Finanzmarkt weitgehend abgeschottet und gelten als ein Grund für die katastrophale Wirtschaftslage.
Die USA und Iran verhandeln erneut über einen Atom-Deal – doch Trump droht schon mit Konsequenzen. Was steckt dahinter? Eskalation, Regimechange oder echte Diplomatie?
17.02.2026 | 53:06 minMit Blick auf die militärischen Drohungen der USA dürfte Irans Regierung jedoch auch das Ziel verfolgen, einen Krieg abzuwenden. Die Staatsführung betonte zuletzt zwar ihre Bereitschaft zu einem Abkommen, Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei warnte zugleich: "Die Amerikaner sollen wissen, wenn sie einen Krieg vom Zaun brechen, wird es dieses Mal ein regionaler Krieg sein."
US-Präsident Trump hatte Teheran mit einem Militäreinsatz gedroht, sollte es nicht zu einer Einigung kommen. Mehrfach erklärte er zudem, ein Machtwechsel in Iran liege in seinem Interesse.
Welche Ergebnisse und Folgen sind wahrscheinlich?
Nach Trumps Ultimatum erwarten viele Experten und Beobachter nun eine entscheidende Verhandlungsrunde. Völlig offen ist, zu welchen Konzessionen die iranische Seite bereit ist. Nach außen hin demonstriert Teheran Entschlossenheit: Man werde nicht unter Druck und Einschüchterungen verhandeln.
Das Auswärtige Amt warnt deutsche Staatsbürger im Ausland wegen eines möglichen Angriffs der USA auf den Iran. Die USA haben zuletzt einen zweiten Flugzeugträger in die Region geschickt.
25.02.2026 | 0:22 minSollte es bei den Gesprächen nicht zu einem Durchbruch kommen, wird ein Militäreinsatz der USA gegen Iran wahrscheinlicher. In den vergangenen Wochen hatten die USA eine massive Flotte mit zwei Flugzeugträgern, Dutzenden Kampfjets sowie Flugabwehr und Flugzeugen zur Luftbetankung - wie sie bei intensiven Bombardierungen benötigt werden - in den Nahen Osten verlegt. Das "Wall Street Journal" spricht vom größten Aufmarsch von US-Luftstreitkräften in der Region seit dem Irak-Krieg 2003.
US-Generalstabschef Caine soll US-Präsident Trump vor Risiken bei einem Militäreinsatz im Iran gewarnt haben. Trump dementiert dies und wirft den US-Medien vor, absichtlich falsch zu berichten.
24.02.2026 | 0:34 minWas denkt die iranische Bevölkerung über die Gespräche?
Vor allem Anhänger der jüngsten Protestbewegung sehen die Verhandlungen kritisch: Sie werfen Trump vor, sie verraten zu haben, nachdem er ihnen auf dem Höhepunkt der Massenproteste versichert hatte: "Hilfe ist auf dem Weg." Trump hatte der iranischen Führung wegen ihres repressiven Vorgehens mehrfach gedroht, militärisch einzugreifen. Das blieb aber aus. Im Januar hatten die iranischen Sicherheitskräfte Proteste gewaltsam niedergeschlagen. Tausende Menschen sollen dabei getötet worden sein.
Teherans Führung steht innenpolitisch weiter unter Druck. Am Montag hatten iranische Studenten den dritten Tag in Folge gegen die Regierung protestiert.
Mehr zum Atomstreit
Berichte zu US-Generalstabschef :Warnung vor Risiken eines Iran-Einsatzes? Trump wehrt ab
mit Video0:34USA-Iran-Gespräche wohl am Donnerstag:Witkoff: Trump wundert sich über ausbleibende "Kapitulation"
mit Video6:30Konflikt mit den USA:Iran: Im Fall eines Angriffs folgt "entschlossene" Reaktion
mit Video0:29Für Einigung im Atomstreit:Trump setzt Iran Frist von maximal 15 Tagen
mit Video0:22