Trotz vereinbarter Waffenruhe:US-Armee: Haben Ziele in Iran angegriffen
US-Präsident Trump wirft Iran vor, gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstoßen zu haben. Kurz darauf griff das Militär nach eigenen Angaben Ziele in Iran an.
Die USA werfen Iran einen Bruch der Waffenruhe vor und reagieren mit Angriffen als Vergeltung auf Attacken in der Straße von Hormus (Archivbild).
Quelle: dpaDas US-Militär hat nach eigenen Angaben trotz vereinbarter Waffenruhe Angriffe gegen Iran durchgeführt. Dies sei eine Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag, die die USA Iran zuschreiben, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) mit. Es seien iranische Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen an der Küste ins Visier genommen worden.
Aus der iranischen Stadt Sirik wurden iranischen Berichten zufolge in der Nacht zu Samstag Explosionsgeräusche gemeldet. Das berichteten unter anderem das Staatsfernsehen Irib und der Sender Press TV. Die Stadt nahe der Straße von Hormus war bereits in der Vergangenheit immer wieder Ziel von US-Angriffen.
Trump: Verstoß gegen Waffenruhe
"Die ungerechtfertigte Aggression iranischer Streitkräfte gegen die Handelsschifffahrt stellte einen klaren Verstoß gegen die Waffenruhe dar", betonte das US-Militär. Zudem habe es die freie Schifffahrt gefährdet.
Der Deal zwischen USA und Iran sei "ein äußerst wackliges Gerüst", sagt ZDF-Korrespondent Andreas Stamm. Zudem gäbe es konträre Aussagen beider Seiten zum iranischen Atomprogramm.
22.06.2026 | 1:54 minZuvor hatte US-Präsident Donald Trump Iran vorgeworfen, gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben. Wie der Republikaner auf der Plattform Truth Social schrieb, startete Iran mindestens vier Drohnenangriffe gegen Schiffe in der Straße von Hormus. Eine der Drohnen habe ein Frachtschiff getroffen. Der Frachter konnte demnach aber seine Fahrt trotz Schadens fortsetzen.
Britische Behörde bestätigt Schäden an Frachter
Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) teilte mit, ein "unbekanntes Projektil" habe die Brücke des Schiffes beschädigt. Laut der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) war durch den Angriff auch die Evakuierung von rund 11.000 Seeleuten zum Erliegen gekommen, die auf Schiffen in der Straße von Hormus festsitzen.
Der Vorfall vor der Küste Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien.
Ein Frachtschiff vor Omans Küste ist mutmaßlich von einer iranischen Drohne angegriffen worden. Die Weltschifffahrtsorganisation stoppte daraufhin die Evakuierungen rund um die Straße von Hormus.
26.06.2026 | 0:21 minWashington und Teheran hatten sich jüngst auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Kriegs und auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus geeinigt. Nach den jüngsten Angriffen war zunächst unklar, was daraus sowie aus noch anstehenden tiefergehenden Verhandlungen wird. Bei diesen sollte es unter anderem um das umstrittene iranische Atomprogramm gehen.
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