Trotz vereinbarter Waffenruhe:USA und Iran greifen sich gegenseitig an
Trump warf Iran vor, gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben. Kurz darauf griff das US-Militär Ziele in Iran an - und Teheran schlug zurück.
Nach einem iranischen Drohnenangriff auf ein Frachtschiff haben die USA Ziele in Iran angegriffen. Laut US-Angaben wurden dabei Raketen- und Drohnenlager ins Visier genommen.
27.06.2026 | 1:05 minDas US-Militär hat nach eigenen Angaben trotz vereinbarter Waffenruhe Angriffe gegen Iran durchgeführt. Dies sei eine Reaktion auf die Attacke auf ein Frachtschiff am Donnerstag, die die USA Iran zuschreiben, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) mit. Es seien iranische Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen an der Küste ins Visier genommen worden.
US-Vizepräsident J.D. Vance richtete eine deutliche Warnung an die Regierung in Teheran. "Gewalt wird mit Gewalt beantwortet", teilte Vance auf der Plattform X mit.
X-Post von Vance
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Als Reaktion auf die US-Angriffe griffen die iranischen Revolutionsgarden eigenen Angaben zufolge mehrere Stützpunkte der US-Armee in der Region an. Zugleich warnten die Garden staatlichen Medien zufolge, dass jeder weitere US-Angriff eine noch weitreichendere Reaktion nach sich ziehen werde.
Erste US-Angriffe seit Vereinbarung mit Iran
Bei dem US-Schlag handelte es sich um die ersten Angriffe der Vereinigten Staaten auf iranische Ziele seit Unterzeichnung des Rahmenabkommens zur Beilegung des Kriegs in der vergangenen Woche.
Aus der iranischen Stadt Sirik wurden iranischen Berichten zufolge in der Nacht zu Samstag Explosionsgeräusche gemeldet. Das berichteten unter anderem das Staatsfernsehen Irib und der Sender Press TV. Die Stadt nahe der Straße von Hormus war bereits in der Vergangenheit immer wieder Ziel von US-Angriffen.
Der Deal zwischen USA und Iran sei "ein äußerst wackliges Gerüst", sagt ZDF-Korrespondent Andreas Stamm. Zudem gäbe es konträre Aussagen beider Seiten zum iranischen Atomprogramm.
22.06.2026 | 1:54 minTrump: Verstoß gegen Waffenruhe
"Die ungerechtfertigte Aggression iranischer Streitkräfte gegen die Handelsschifffahrt stellte einen klaren Verstoß gegen die Waffenruhe dar", betonte das US-Militär. Zudem habe es die freie Schifffahrt gefährdet.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Iran vorgeworfen, gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben. Wie der Republikaner auf der Plattform Truth Social schrieb, startete Iran mindestens vier Drohnenangriffe gegen Schiffe in der Straße von Hormus. Eine der Drohnen habe ein Frachtschiff getroffen. Der Frachter konnte demnach aber seine Fahrt trotz Schadens fortsetzen. Das US-Militär habe die anderen drei Drohnen abgeschossen.
Ein Frachtschiff vor Omans Küste ist mutmaßlich von einer iranischen Drohne angegriffen worden. Die Weltschifffahrtsorganisation stoppte daraufhin die Evakuierungen rund um die Straße von Hormus.
26.06.2026 | 0:21 minBritische Behörde bestätigt Schäden an Frachter
Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) teilte mit, ein "unbekanntes Projektil" habe die Brücke des Schiffes beschädigt. Laut der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) war durch den Angriff auch die Evakuierung von rund 11.000 Seeleuten zum Erliegen gekommen, die auf Schiffen in der Straße von Hormus festsitzen.
Der Vorfall vor der Küste Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien.
Vor der Straße von Hormus warten über 1.000 Schiffe auf freie Fahrt. Iran gab an, die Meerenge würde künftig von ihnen verwaltet. Die USA erklärten, sie würden Gebühren nicht akzeptieren.
24.06.2026 | 0:14 minDauerhafte Beilegung des Kriegs nun gefährdet?
Washington und Teheran hatten sich jüngst auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Kriegs und auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus geeinigt. Es gilt als Ausgangspunkt für vertiefte Verhandlungen, die zunächst auf 60 Tage angesetzt sind.
Nach den jüngsten Angriffen war zunächst unklar, was daraus nun wird. Die USA wollen bei den vertiefenden Gesprächen vor allem Zugeständnisse des Irans bezüglich dessen umstrittenen Atomprogramms erreichen. Der Iran drängt etwa auf die Freigabe im Ausland eingefrorener Vermögenswerte sowie die Aufhebung von Sanktionen.
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