Rahmenabkommen unterzeichnet:Israel und Libanon einig - Hisbollah droht mit Bürgerkrieg
Israel und Libanon haben sich auf ein Rahmenabkommen geeinigt. Die Vereinbarung sieht auch einen Teilabzug israelischer Soldaten vor. Die Hisbollah-Miliz lehnt das Abkommen ab.
Während Israels Regierungschef Netanjahu das Rahmenabkommen lobt, kündigt die pro-iranische Hisbollah Widerstand an.
Quelle: APIsrael und der Libanon haben am Freitag in Washington ein Rahmenabkommen zur Beendigung der Kämpfe unterzeichnet. Die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz lehnte die unter US-Vermittlung zustande gekommene Vereinbarung jedoch umgehend ab und warnte vor einem Bürgerkrieg.
Das trilaterale Dokument wurde von der libanesischen Botschafterin Nada Moawad und ihrem israelischen Kollegen Jechiel Leiter im US-Außenministerium unterschrieben. US-Außenminister Marco Rubio sprach vor der Unterzeichnung vom ersten Schritt auf einem zweifellos schwierigen, aber notwendigen Weg. Details zu den Bedingungen des Abkommens teilten die Vertreter zunächst nicht mit.
"Man hat den Eindruck, dass Israels Regierung insgesamt dieses Rahmenabkommen ablehnt", so ZDF-Korrespondent Reichart. Israels Armee werde sich nicht aus dem Südlibanon zurückziehen.
19.06.2026 | 1:38 minTeilabzug israelischer Soldaten vereinbart
Moawad erklärte, die Vereinbarung solle die libanesische Souveränität wiederherstellen, eine dauerhafte Einstellung der Feindseligkeiten gewährleisten und die Rückkehr der Vertriebenen ermöglichen.
Leiter sagte, mit dem Abkommen seien Iran und die Hisbollah isoliert, während der Weg zum Frieden zwischen Israel und dem Libanon frei sei. Bei den Gesprächen in den USA ging es Insidern zufolge auch um Pläne, wonach israelische Truppen Teile der besetzten Gebiete im Südlibanon an die libanesische Armee übergeben sollen.
Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah ist ungelöst. Mirko Drotschmann erklärt, warum der Libanon geopolitisch wichtig sein könnte.
18.06.2026 | 16:35 minNetanjahu: Rahmenabkommen "schwerer Schlag für Iran"
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lobte das Rahmenabkommen. Er sehe darin eine schwere Niederlage für Iran. "Das Wichtigste ist, dass Israel eindeutig an der Sicherheitszone im Südlibanon festhält", sagte er in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video.
Das ist ein großer Erfolg, und wir werden ihn bewahren, solange die Hisbollah nicht entwaffnet ist und solange eine Gefahr für den Staat Israel besteht.
Benjamin Netanjahu, Israels Ministerpräsident
Netanjahu sagte weiter, Iran versuche, Israel mit Gewalt zu einem Rückzug aus dem Südlibanon zu zwingen. "Tatsächlich sagen Israel, der Libanon und die Vereinigten Staaten zu Iran: 'Ihr habt im Libanon keinerlei Rolle - weder Iran noch Hisbollah noch irgendein anderer Akteur.'" Netanjahu fügte hinzu: "Dies ist auch ein schwerer Schlag für Iran."
Um die Straße von Hormus dauerhaft offen zu halten, wollen die USA und Iran einen Kommunikationskanal einrichten. ZDF-Korrespondent Andreas Stamm berichtet über die Verhandlungen.
22.06.2026 | 1:25 minHisbollah kündigt Widerstand an
Die Hisbollah kündigte jedoch massiven Widerstand an. Der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah sagte dem Sender Al-Majadin, die libanesischen Behörden könnten das Abkommen aus Washington nicht durchsetzen, es sei denn, sie riskierten mit US-Unterstützung einen Bürgerkrieg.
Die Gruppe werde sich jeder Maßnahme der Regierung in Beirut widersetzen und noch stärker an ihren Waffen festhalten. Ohne die Widerstandsbewegung werde nichts umgesetzt, sagte Fadlallah.
Israel und die Hisbollah greifen sich trotz Rahmenabkommen zwischen USA und Iran weiter gegenseitig an. ZDF-Korrespondent Thomas Reichart sieht die Gefechte als Gefahr für die Friedensbemühungen.
19.06.2026 | 1:09 minBrüchige Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah
Die diplomatischen Bemühungen folgen auf eine bereits Mitte April vereinbarte Waffenruhe, die jedoch brüchig blieb. Israel hält weiterhin Truppen im Südlibanon stationiert, um eine Pufferzone aufrechtzuerhalten. Am Freitag warf die israelische Luftwaffe Flugblätter über der südlibanesischen Stadt Mansuri ab und forderte die Bewohner auf, die Stadt zu verlassen.
Zudem erklärte das israelische Militär, sieben Hisbollah-Kämpfer in der besetzten Zone getötet zu haben. Der Konflikt war am 2. März eskaliert. Seitdem kamen im Libanon mehr als 4.000 Menschen ums Leben und über eine Million wurden vertrieben. Auf israelischer Seite starben mindestens 32 Soldaten und vier Zivilisten.
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