Brüchige Waffenruhe:Israels Armee schränkt Einsätze im Libanon ein
Trotz der am Freitag verkündeten Waffenruhe lieferten sich Israel und die Hisbollah schwere Gefechte. Nun ordnet die israelische Regierung nach Armeeangaben ein Ende der Kämpfe an.
Die Waffenruhe im Libanon hält bislang nicht: Libanesischen Medien zufolge gibt es mindestens fünf Tote nach neuen israelischen Angriffen.
20.06.2026 | 0:24 minIsraels Armee ist nach eigenen Angaben von der Regierung ihres Landes angewiesen worden, die Kämpfe im Süden des Libanon einzustellen.
Die israelischen Streitkräfte hätten "von der politischen Führung aktualisierte Anweisungen zur Waffenruhe erhalten", sagte ein Armeesprecher am Samstag. Die Armee solle aber weiter "defensiv" im Süden des Libanon vorgehen.
Die Ankündigung erfolgte inmitten neuer heftiger Gefechte zwischen der israelischen Armee und der pro-iranischen Hisbollah im Süden des Libanon. Beide Seiten warfen einander Verstöße gegen die am Freitag von den USA verkündete Waffenruhe vor.
Zwei Tage nach Abschluss der Absichtserklärung hat Israel erneut den Libanon angegriffen. Iran wirft den USA vor, den Krieg nicht zu beenden und sperrt erneut die Straße von Hormus.
20.06.2026 | 1:20 minIsraels Armee: Recht auf Angriffe zu reagieren
Die israelische Armee führe "keine offensiven Angriffe durch, sondern agiert ausschließlich defensiv innerhalb der Sicherheitszone" im Südlibanon, erklärte der Sprecher weiter. "Zu diesen defensiven Maßnahmen gehört das Recht, zu reagieren, falls die Hisbollah sich nicht an den Waffenstillstand hält und weiterhin unsere Soldaten oder unsere Zivilisten angreift."
Dem Sprecher zufolge ist die israelische Armee im Gebiet von Tebnit im Einsatz, in dem sich demnach "terroristische Infrastruktur" befindet. Dazu gehöre "eine bedeutende unterirdische Infrastruktur, die israelische Soldaten und Zivilisten direkt bedroht".
Diese Infrastruktur diene der Hisbollah "als wichtige Hochburg, insbesondere für deren Badr-Einheit". Sie erstreckt sich dem Sprecher zufolge "über mehr als einen Kilometer unter der Erde und umfasst Hunderte Kilometer".
"Man hat den Eindruck, dass Israels Regierung insgesamt dieses Rahmenabkommen ablehnt", so ZDF-Korrespondent Reichart. Israels Armee werde sich nicht aus dem Südlibanon zurückziehen.
19.06.2026 | 1:38 minLibanon und Israel melden Tote
Bei israelischen Luftangriffen am Freitag und Samstag wurden im Libanon nach libanesischen Behördenangaben etwa 100 Menschen getötet. Nach israelischen Angaben feuerte die Hisbollah in der Nacht "mehr als 50 Raketen" auf israelische Streitkräfte ab. Die Armee teilte zudem mit, dass in den vergangenen 48 Stunden bei Kämpfen im Süden des Libanon fünf Soldaten getötet worden seien.
Die Hisbollah hatte den Libanon Anfang März mit Angriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Ziele im Libanon und rückte zudem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor. Eine zwischen beiden Ländern vereinbarte Waffenruhe erkannte die Hisbollah nie an.
Die libanesische Miliz gehört wie die Hamas im Gazastreifen und die Huthis im Jemen zur von Iran angeführten "Achse des Widerstands". Ihr Ziel ist die Vernichtung Israels.
Israels Armee hat erneut Ziele im Libanon angegriffen - trotz der Vereinbarung zwischen den USA und Iran, die Kämpfe dort zu beenden. Zuvor soll die Hisbollah Raketen auf Israel abgefeuert haben.
19.06.2026 | 0:27 minWaffenruhe tritt in Kraft
Am Freitag hatten sich Israel und die Hisbollah nach US-Angaben auf eine Waffenruhe verständigt, die am Freitagnachmittag in Kraft trat. Beide Seiten warfen sich am Samstag jedoch gegenseitig Verstöße dagegen vor.
Iran und die USA hatten am Mittwoch ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das eine Waffenruhe in der gesamten Region einschließlich des Libanon vorsieht. Teheran hatte darauf bestanden, dass die Vereinbarung mit den USA eine Einstellung der Kämpfe im Libanon umfasst.
Nach den anhaltenden Gefechten zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon ordnete das zentrale Militärkommando Irans am Samstag die erneute Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus an. Das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom erklärte daraufhin, die US-Armee bleibe "präsent und wachsam, um sicherzustellen, dass alle Aspekte der Vereinbarung mit dem Iran eingehalten" würden.
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