Iran will Hormus-Kontrolle behalten und IAEA Zutritt verwehren

Gespräche in der Schweiz abgeschlossen:Iran will Hormus-Kontrolle behalten und verwehrt IAEA Zutritt

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Iran und USA verhandeln - doch noch bleiben Maximalforderungen und ungeklärte Fragen. Für Spannungen sorgen die Kontrolle der Straße von Hormus und der Zugang zu Atomanlagen.

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"Widersprüchliche Angaben" beider Kriegsparteien über Verhandlungen könnten Gespräche jederzeit "zum Scheitern bringen" und seien "desaströs für Vertrauensbildung", so ZDF-Korrespondent Andreas Stamm.

23.06.2026 | 3:31 min

Auch nach den Gesprächen mit den USA in der Schweiz beharrt Iran weiter auf der Kontrolle über die Straße von Hormus. Die für den Welthandel enorm wichtige Meerenge werde "von der Islamischen Republik Iran verwaltet werden", bekräftigte Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf am Dienstag.

Das Thema ist neben Irans Atomprogramm einer der Hauptstreitpunkte, die trotz einer ersten Einigung zwischen Washington und Teheran weiterhin ungeklärt sind. So sollen internationale Inspektoren laut Teheran keinen Zugang zu Atomanlagen erhalten.

Fahrplan für Friedensabkommen

Bei den Gesprächen in der Schweiz hatten sich Delegationen aus Washington und Teheran auf einen Fahrplan für ein Friedensabkommen in der Region geeinigt. Dieser soll nach Angaben der als Vermittler agierenden Staaten Katar und Pakistan binnen 60 Tagen zu einer endgültigen Vereinbarung führen.

Zudem sei vereinbart worden, einen Konfliktlösungsstab für den Libanon sowie einen Kommunikationskanal für die Straße von Hormus einzurichten, teilten die Vermittler mit.

Die iranische Fahne (l) und die Schweizer Fahne vor dem Treffen des iranischen Außenministers Araghtschi und des Schweizer Bundesrats Cassis im Bürgenstock Resort am Vierwaldstättersee.

Nach den Gesprächen zwischen den USA und Iran sollen mehrere Milliarden Dollar an eingefrorenem iranischen Guthaben freigegeben werden. Zudem dürfe Iran 60 Tage lang wieder Öl exportieren.

23.06.2026 | 0:22 min

Vor dem Hintergrund der Iran-Verhandlungen habe sich Washington bereit erklärt, Iran eingefrorene Gelder in Höhe von zwölf Milliarden Dollar (rund 10,5 Milliarden Euro) freizugeben, berichteten iranische Staatsmedien am Dienstag. Bereits am Vortag hoben die USA ihre Sanktionen auf den Handel mit iranischem Erdöl bis zum 21. August vorläufig auf.

Chefunterhändler: Iran wird Straße von Hormus verwalten

US-Finanzminister Scott Bessent begründete den Schritt mit der Teilnahme der iranischen Regierung an den Verhandlungen über "freien und offenen Transit" durch die Straße von Hormus. Allerdings gibt es dazu widersprüchliche Angaben: Nach seiner Rückkehr aus der Schweiz erklärte Irans Chefunterhändler Ghalibaf laut der Nachrichtenagentur Irna, dass die Straße von Hormus "niemals in den Zustand vor dem Krieg zurückkehren" werde. Sie werde vielmehr "im Einklang mit dem Völkerrecht von der Islamischen Republik Iran verwaltet werden".

Die Karte zeigt die Straße von Hormus, eine Meerenge zwischen Oman, den VAE und Iran. Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und verflüssigten Gases (LNG) muss durch die Straße von Hormus.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi begrüßte die Entscheidung zur Aufhebung der Öl-Sanktionen als Ergebnis der "unerlässlichen Vermittlung" durch die an den Verhandlungen beteiligten Staaten Pakistan und Katar. Irans Präsident Massud Peseschkian wollte am Dienstag bei einem Besuch in Islamabad Premierminister Shehbaz Sharif für "seine Vermittlung" danken.

Gespräche auf Fachebene beendet

Die Gespräche auf Ebene der Fachleute, die nach der hochrangigen Verhandlungsrunde weitergingen, wurden derweil abgeschlossen. Laut iranischen Staatsmedien verständigten sich die USA und der Iran darauf, dass zwei Arbeitsgruppen zu den Themen Atomprogramm und Sanktionen eingerichtet werden sollen.

Zwei weitere Arbeitsgruppen sollen sich demnach dem Wiederaufbau und der wirtschaftlichen Entwicklung in Iran sowie der "Überwachung und Umsetzung" widmen, berichtete die Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi.

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Auf Verhandlungen zwischen Iran und den USA blicke Israel mit "Misstrauen". Grund dafür sei fehlender Miteinbezug. Israel und die USA würden zunehmend "auseinanderdriften", so ZDF-Korrespondent Thomas Reichart.

22.06.2026 | 2:58 min

Werden Inspektoren zugelassen?

US-Vizepräsident JD Vance hatte am Montag erklärt, dass "eine sehr gute Grundlage für eine erfolgreiche endgültige Einigung geschaffen" worden sei. Laut Vance ist Iran bereit, wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ins Land zu lassen.

Irans Außenministeriumssprecher Esmaeil Bakaei bestätigte dies allerdings nicht. Am Dienstag erteilte er dem Zugang von IAEA-Inspektoren zu den bei Luftangriffen der USA und Israels zerstörten Atomanlagen gar eine klare Absage. 

Wir hatten kein Treffen mit dem Generaldirektor der Internationalen Atomenergieorganisation, und wir planen auch nicht, dass die Organisation die beschädigten iranischen Nuklearanlagen inspiziert.

Esmaeil Bakaei, Irans Außenministeriumssprecher

Rauch steigt von dem Ort auf, an dem am 20. Juni 2026 eine Reihe israelischer Luftangriffe die südlibanesische Stadt Nabatiyeh traf.

Die Waffenruhe im Libanon hält bislang nicht: Libanesischen Medien zufolge gibt es mindestens fünf Tote nach neuen israelischen Angriffen.

20.06.2026 | 0:24 min

Libanon-Gespräche in den USA

Die USA wollen derweil in drei Golfstaaten für das Rahmenabkommen mit Teheran werben. Vor dem Hintergrund der Iran-Verhandlungen reist US-Außenminister Marco Rubio ab Dienstag in die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Bahrain, die vom Iran massiv attackiert worden waren. 

Israel, das gemeinsam mit den USA Ende Februar den Krieg gegen Iran begonnen hatte, ist an den Verhandlungen in der Schweiz nicht beteiligt. Die von Iran finanzierte Hisbollah hatte den Libanon Anfang März mit Angriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Ziele im Libanon und rückte zudem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor. Eine inzwischen von beiden Ländern vereinbarte Waffenruhe erkennt die Hisbollah ebenso wenig an wie direkte Gespräche zwischen den Nachbarländern.

Ungeachtet dessen wollen hochrangige Vertreter Israels und des Libanon am Dienstag in Washington ihre fünfte Verhandlungsrunde starten. Die Gespräche werden laut US-Außenministerium mit dem Ziel fortgesetzt, "ein umfassendes Friedens- und Sicherheitsabkommen zwischen den beiden Ländern voranzubringen".

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Quelle: AFP
Über das Thema berichtete das ZDF zuletzt im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF am 23.06.2026 ab 05:30 Uhr.

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