Iran erklärt Streitkräfte der EU zu "terroristischen Gruppen"

Nach EU-Einstufung der Revolutionsgarden:Iran erklärt EU-Streitkräfte zu "terroristischen Gruppen"

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Iran hat beschlossen, die Streitkräfte der EU als "terroristische Gruppen" einzustufen. Der Schritt erfolgt, nachdem die EU die Revolutionsgarden auf die Terrorliste gesetzt hat.

Die Flagge der Europäischen Union weht vor dem Gebäude des Europäischen Parlaments im Wind in Straßburg.

Iran hat alle Streitkräfte von EU-Staaten zu Terrorgruppen erklärt. Damit reagiert das Regime auf eine Entscheidung der EU, die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation einzustufen.

01.02.2026 | 0:31 min

Iran hat die Streitkräfte der Mitgliedstaaten der Europäischen Union zu "terroristischen Gruppen" erklärt. Dies gab der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf am Sonntag vor dem Parlament in Teheran bekannt, ohne weitere Folgen der Entscheidung zu erklären.

Damit betrachtet Iran auch die Bundeswehr fortan als Terrororganisation. Nach der EU-Entscheidung, die iranischen Revolutionsgarden als Terrororganisation einzustufen, "gelten die Armeen der europäischen Länder als terroristische Gruppen", sagte Ghalibaf und verwies auf ein Gesetz aus dem Jahr 2019.

Iranische Bereitschaftspolizei steht Wache, während Studenten vor der britischen Botschaft in Teheran protestieren.

Während die USA Druck auf den Iran ausüben, zeigen Berichte das brutale Vorgehen der Revolutionsgarden. Offiziell werden 3.000 Tote genannt, Menschenrechtler befürchten über 25.000.

30.01.2026 | 1:40 min

EU stuft Revolutionsgarden als Terrororganisation ein

Die Europäische Union hatte am Donnerstag entschieden, die Revolutionsgarden (IRGC) wegen ihres blutigen Vorgehens gegen die jüngsten Massenproteste als Terrororganisation einzustufen. Die Entscheidung gilt als symbolischer Schritt, der wegen bereits bestehender Sanktionen voraussichtlich wenig praktische Bedeutung haben wird.

Der jahrelang kontrovers diskutierte Schritt erfolge vor dem Hintergrund der Ereignisse der vergangenen Wochen, hatte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas nach einem Außenministertreffen in Brüssel gesagt. Irans Außenminister Araghtschi hatte der EU vorgeworfen, das Feuer in der Region weiter anzufachen und einen großen strategischen Fehler zu begehen.

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Man habe sich durchgerungen, die Revolutionsgarden auf eine Stufe zu stellen mit Hamas, Al-Kaida und auch dem Islamischen Staat, sagt ZDF-Korrespondentin Isabelle Schaefers in Brüssel.

30.01.2026 | 1:41 min

Aufgeheizte Stimmung im Parlament

"Europa will mit diesen Maßnahmen seinen Herrn, nämlich Amerika, zufriedenstellen", sagte Ghalibaf der iranischen Nachrichtenagentur Isna zufolge. Im Parlament trugen Abgeordnete aus Solidarität Uniformen der Revolutionsgarden. "Tod für Amerika" und "Tod für Israel" riefen einige Politiker mit erhobenen Fäusten, wie auf Videos iranischer Medien zu sehen ist.

Die Revolutionsgarden sind Irans Elitestreitmacht

Die USA hatten die IRGC 2019 unter Präsident Donald Trump als weltweit erstes Land als Terrororganisation eingestuft. Kurz darauf verabschiedete Irans Parlament ein Gesetz mit Gegenmaßnahmen und möglichen Schritten für künftige Einstufungen, wie sie die EU vergangene Woche vornahm.

Die Revolutionsgarden sind Irans Elitestreitmacht und der regulären Armee weit überlegen. In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Truppe nicht nur militärisch massiv aufgerüstet, sondern baute auch ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Einfluss aus - etwa durch Beteiligungen an Hotelketten und Fluggesellschaften.

Quelle: AFP, AP, dpa
Über das Thema berichteten verschiedene Sendungen, zuletzt heute Xpress am 01.02.2026 um 09:52 Uhr sowie das heute journal update am 30.01.2026 um 00:30 Uhr.

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