Hitzewelle in New York City: Wie sich die Millionenstadt wappnet

Hitze auf 14-Jahres-Hoch :Wie sich New York City Gegen Extremhitze wappnet

von Milena Binkert, New York City

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Rekordhitze in New York: Mit Hitzebussen, klimatisierten Schutzräumen und einem schwimmenden Fluss-Pool wappnet sich die Millionenmetropole gegen extreme Temperaturen.

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Die nächste Hitzewelle kommt auf New York City zu. Bürgermeister Mamdani will die Stadt mit einem Hitzenotfallplan wappnen.

17.07.2026 | 1:28 min

Das Abkühlen an geöffneten Feuerhydranten, das sogenannte "Uncapping", hat in New York Citys Sommern eine lange Tradition. Angesichts steigender Extremtemperaturen reicht diese Maßnahme allerdings nicht mehr aus. Erst Anfang des Monats überschritt das Thermometer der Wetterstation im Central Park die 100 Grad Fahrenheit (etwa 38 Grad Celsius), ein 14-Jahres-Rekord.

Um die Millionenstadt zu wappnen, hatte Bürgermeister Zohran Mamdani bereits am 29. Juni einen umfangreichen Hitze-Notfallplan aktiviert. Nun rollt bereits die zweite extreme Hitzewelle über New York City. Zeitgleich warnen die Behörden vor heraufziehendem Rauch kanadischer Waldbrände, der die Luftqualität massiv verschlechtern könnte. Die Metropole ergreift über alle fünf Stadtviertel hinweg Schutzmaßnahmen.

Der Rauch der Waldbrände aus dem Nordwesten Ontarios hüllt den Himmel über Toronto ein.

Der Himmel über Toronto ist derzeit gelb gefärbt. Ursache sind Waldbrände hunderte Kilometer entfernt. Wegen der schlechten Luft sollen Bewohner zu Hause bleiben.

16.07.2026 | 0:23 min

Schutz für Arbeiter und "Protected Time Off"

Besonders hart trifft die Hitze jene, die draußen arbeiten müssen. "Es ist an solchen Tagen kaum auszuhalten", schildert Saecuan Roberts, der bei der Müllabfuhr arbeitet, "du musst den nächsten Schatten finden und möglichst viel Wasser trinken."

Die Stadt erhöht deshalb den Druck auf Arbeitgeber: Über 80.000 lokale Unternehmen erhielten eine offizielle Erinnerung an die gesetzliche Pflicht zur "Protected Time Off" - das Recht auf bezahlte Auszeiten, um sich bei ersten Hitzesymptomen abzukühlen.

Ein Mitarbeiter steht bei starker Hitze mit einem Sonnenschirm an einer Baustelle.

Noch lassen die hohen Temperaturen nicht nach. Viele Feste und Veranstaltungen werden wegen der glühenden Hitze abgesagt. Vor allem für ältere Menschen birgt das Wetter Gefahr.

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Hitzebusse als Schutz

Ein Kernstück des städtischen Hitze-Notfallplans sind 21 sogenannte "COOL-Vans". Betrieben von städtischen Krankenhäusern, steuern die Transporter gezielt Viertel mit besonders gefährdeten Gruppen an, zum Beispiel ältere New Yorker oder Obdachlose. An Bord ist medizinisches Personal, das Akut-Versorgung leistet. Neben eiskaltem Wasser, Elektrolyten, Sonnencreme und Kühltüchern führen die Teams direkt am Straßenrand medizinische Checks durch, um Hitzeschläge rechtzeitig zu erkennen.

Auch die digitale Infrastruktur wird genutzt: Mehr als 2.200 "LinkNYC"-Infosäulen auf den Gehwegen zeigen in Echtzeit den Weg zum nächsten klimatisierten "Cooling Center". Das Ziel: Jeder Einwohner soll innerhalb von zehn Minuten einen gekühlten Ort erreichen können. Neben Schulen und dem Javits-Kongresszentrum öffnen im Alarmfall auch staatlich kontrollierte Drogenkonsumräume ihre Türen als Schutzräume.

Klimaanlagen bringen Stromnetz an Grenzen

Zwar sind Klimaanlagen in New York flächendeckender Standard, doch sie setzten das Stromnetz unter Druck. Um Stromausfälle zu verhindern, appellierte Bürgermeister Zohran Mamdani Anfang Juli über X, die Thermostate auf moderate 78 Grad Fahrenheit, 25,5 Grad Celsius, zu drosseln.

Manche Einwohner setzen daher auf deutsche Methoden. Die New Yorkerin Michelle Newby, die fünf Jahre in Nürnberg gelebt hat, erklärt: "Ich habe in Deutschland gelernt: morgens lüften und mittags die Jalousien schließen."

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Fluss-Pool an der Lower East Side geplant

An der Lower East Side entsteht derweil ein zukunftsträchtiges Projekt: Am Pier 35 soll 2027 der "+ Pool" eröffnen, ein schwimmendes Freibad im East River. Seit einem Badeverbot 1911 war das Schwimmen in den Flüssen Manhattans wegen der Verschmutzung verboten. "New York verfügt über mehr als 500 Meilen Küstenlinie, aber kaum etwas davon ist zugänglich", erklärt Bill Holmes, Director of Operations des Projekts.

Ein schwimmender Pool hilft uns, die Uferzone für die New Yorker zurückzugewinnen.

Bill Holmes, Projekt "+ Pool"

Der Pool filtert das Flusswasser beim Einströmen durch mehrschichtige Wände und reinigt es ganz ohne Chlor. Die Anlage ist für täglich 1.800 Besucher ausgelegt und wird kostenlos sein. Um soziale Gerechtigkeit zu garantieren, sollen Familien aus umliegenden Sozialwohnungen bei der Reservierung bevorzugt werden.

Feuerwehr duldet Abkühlung an Hydranten

Aktuell ist neben verlängerten Öffnungszeiten der städtischen Schwimmbäder auch das traditionelle Abkühlen an den Hydranten weiterhin möglich. Die Feuerwehr duldet das Öffnen mittlerweile ganz offiziell - solange die Bürger sich dort gratis Sprühaufsätze holen, um eine massive Wasserverschwendung zu verhindern.

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Über dieses Thema berichtete ZDFheute im Beitrag "New York City: Bürgermeister will Hitzenotfallplan erstellen" am 17.07.2026 um 11:59 Uhr.
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