Jugendschutz: EU-Kommission überprüft Snapchat & Pornoplattformen

Auch Pornoplattformen im Visier:Schutz junger User: EU-Kommission geht gegen Snapchat vor

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Wie gut sind Kinder auf Social Media geschützt? Die EU-Kommission prüft ein Verfahren gegen Snapchat. Außerdem will sie Anbieter von Porno-Seiten mehr in die Pflicht nehmen.

Symbolbild:  Das Icon von Snapchat ist auf einem Smartphone zu sehen

Messenger-Dienst Snapchat: Genug Schutz für Kinder und Jugendliche?

Quelle: dpa

Um Kinder und Jugendliche im Netz zu schützen, nimmt die Europäische Kommission mehrere große Plattformen ins Visier. Die Brüsseler Behörde hat den Verdacht, dass Snapchat besonders junge Kinder nicht ausreichend an der Nutzung der Plattform hindert und leitet daher ein Verfahren gegen das US-Unternehmen ein, wie sie mitteilte.

In der Multimedia-Messaging-App seien sie unter anderem unangemessenen Kontaktversuchen durch Erwachsene (Cybergrooming) und Werbung für Alkohol und Drogen ausgesetzt.

Der Schatten von einem Mann, der die Hand nach einem Kind ausstreckt in der Dämmerung.

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08.03.2026 | 5:44 min

Bei vier Pornoseiten ist die Kommission bereits einen Schritt weiter: Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos verstoßen nach vorläufiger Einschätzung gegen EU-Recht. Sollte sich der Verdacht bestätigen, drohen ihnen Geldstrafen von jeweils bis zu sechs Prozent des jährlichen Konzernumsatzes. 

Risiko durch Erwachsene 

Beim Messenger-Dienst Snapchat beginnt die genaue Prüfung dagegen nun erst. Wer sich bei Snapchat anmeldet, muss sein Geburtsdatum angeben. Die Nutzungsbedingungen schreiben vor, dass man mindestens 13 Jahre alt sein muss. Für Teenager bis einschließlich 17 Jahren gibt es besondere Einstellungen.

Die EU-Kommission vermutet, dass diese Maßnahmen nicht ausreichen: Das eigene Alter - ohne Überprüfung - anzugeben, hindere Kinder nicht daran, Snapchat zu nutzen.

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Eine Gefahr sieht die Behörde umgekehrt auch darin, dass sich Erwachsene einfach als Jugendliche ausgeben könnten. Als vermeintlich Gleichaltrige könnten sie sich leichter das Vertrauen erschleichen und Jugendliche etwa dazu bringen, ihnen sexuelle Bilder und Videos zu schicken.

Snapchat kündigt Zusammenarbeit an

Auf Snapchat gebe es zudem Informationen etwa zu Drogen oder dem Kauf von altersbeschränkten Produkten wie Vapes und Alkohol, und Snapchat-Nutzer würden versuchen, Jugendliche für kriminelle Aktivitäten anzuwerben. Eine Snapchat-Sprecherin kündigte an, transparent mit der Kommission zusammenzuarbeiten:

Die Sicherheit und das Wohlergehen aller Snapchatter haben für uns oberste Priorität, und unsere Teams arbeiten seit Jahren daran, die Sicherheitsstandards weiter zu verbessern.

Sprecherin von Snapchat

Logo des Messengers Whatsapp. (Archiv)

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Pornoseiten sollen Jugendliche ausschließen 

Im Fall von vier Pornoseiten hat sich der erste Verdacht der EU-Kommission dagegen schon erhärtet. Dort liegen nun vorläufige Ergebnisse vor. 

Pornhub, Stripchat, XNXX und XVideos hindern Jugendliche demnach nicht ausreichend daran, auf ihre Inhalte zuzugreifen. Die Plattformen gäben zwar an, dass ihre Dienste nur für Erwachsene bestimmt seien. Jeder könne aber durch einen einfachen Klick angeben, über 18 Jahre zu sein, und so Zugriff erhalten, kritisiert die Kommission. Hinweise wie "Nur für Erwachsene" hindere Minderjährige nicht wirksam daran, auf schädliche Inhalte zuzugreifen. 

Kinder greifen in immer jüngerem Alter auf Inhalte für Erwachsene zu, und diese Plattformen müssen strenge, datenschutzkonforme und wirksame Maßnahmen ergreifen, um Minderjährige von ihren Diensten fernzuhalten.

Henna Virkkunen, Vizepräsidentin der EU-Kommission

Die vier Pornoseiten haben nun die Möglichkeit, sich gegen die Vorwürfe zu verteidigen. Sie könnten auch Änderungen vornehmen, um die Bedenken der EU auszuräumen. Die EU-Kommission hatte gegen sie seit Ende Mai 2025 ermittelt.

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EU-App zur Altersüberprüfung ab 2027 geplant

Die Europäische Union hat eine App zur Altersüberprüfung entwickelt, die aber erst Anfang 2027 eingeführt werden soll. Sie soll es möglich machen, online das eigene Alter nachzuweisen, ohne die persönlichen Daten mit den Plattformen zu teilen. Bislang müssten die Seiten auf andere Lösungen zurückgreifen, die gleichzeitig mit europäischem Datenschutz vereinbar sind.

Die Brüsseler Behörde untersucht derzeit verschiedene große Online-Plattformen. Die Vorgänge sind voneinander unabhängig. Gegen Elon Musks Plattform X wurde bereits eine Geldstrafe verhängt. Der App Tiktok wirft die Kommission suchtfördernde Mechanismen vor, bei den Meta-Apps Facebook und Instagram hegt sie den gleichen Verdacht und ermittelt bereits seit 2024. Auch hier steht eine Strafe im Raum.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress im Beitrag xxxxx am 26. März 2026 um xxxxx Uhr.

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