Epstein-Skandal: Durchsuchung bei Ex-Minister Mandelson in London

Im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal:Ex-Minister Mandelson im Visier: Durchsuchungen in London

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Die britische Polizei hat zwei Anwesen von Ex-Wirtschaftsminister Mandelson durchsucht. Die Untersuchungen stünden im Zusammenhang mit den Ermittlungen um Jeffrey Epstein.

Keir Starmer

Premier Starmer machte Peter Mandelson trotz seiner Verbindungen zu Sexualstraftäter Epstein zum britischen Botschafter in den USA. Nun kamen neue Details ans Licht, der Druck auf Starmer wächst.

06.02.2026 | 2:16 min

Die Polizei in Großbritannien führt im Zusammenhang mit den Epstein-Ermittlungen gegen den früheren Wirtschaftsminister Peter Mandelson Durchsuchungen an zwei Adressen durch. Den Einsatz von spezialisierten Beamten bestätigte am Nachmittag ein Polizeisprecher.

Er sprach laut Mitteilung von einem 72-jährigen Mann, gegen den wegen des Verdachts des Fehlverhaltens im öffentlichen Amt ermittelt werde. Nach Medienberichten handelt es sich dabei um Mandelson. Auch die Nachrichtenagentur AP meldet, dass es sich um den früheren britischen Wirtschaftsminister handeln soll.

König Charles ignoriert Fragen

König Charles und Königin Camilla zu Besuch in Dedham. Auf Fragen zu Bruder Andrew und der Verbindung zu Epstein, gibt der König keine Antwort.

06.02.2026 | 0:36 min

Epstein-Skandal: Britische Polizei ermittelt gegen Ex-Wirtschaftsminister

Die jüngst veröffentlichten Dokumente aus den Akten zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatten aufs Neue eine enge Freundschaft zwischen Mandelson und dem US-Unternehmer nahegelegt. E-Mail-Verläufe sollen zudem zeigen, dass Mandelson während der Finanz- und Wirtschaftskrise sensible Informationen an Epstein weitergegeben hat.

Der Politiker äußerte sich bislang nicht zu diesen Vorwürfen. Mandelson wurde bisher weder verhaftet noch angeklagt.

Andrew verlässt das royale Anwesen in Windsor und zieht auf einen privaten Familien-Landsitz. Zuvor hatte König Charles ihm wegen der Epstein-Affäre alle royalen Titel entzogen. (04.02.2026)

Andrew Mountbatten-Windsor, einst Prinz Andrew, wurde nach seinen Verwicklungen in den Epstein-Fall von König Charles III. seiner Titel entzogen. Nun musste er aus der Royal Lodge ausziehen.

04.02.2026 | 2:51 min

Mandelsons Kontakt zu Epstein: Premier Starmer unter Druck

Der britische Premierminister Keir Starmer hatte sich in den vergangenen Tagen mehrfach von Mandelson distanziert. Dieser war im Februar 2025 zum britischen Botschafter in den USA ernannt worden. Starmer sagt, er habe zu diesem Zeitpunkt nichts von dem engen Verhältnis zwischen Mandelson und Epstein gewusst.

Epstein-Files: "Ernsthafte Fragen aufgeworfen"

Keir Starmer (Premierminister Vereinigtes Königreich) mit einem Statement zu den Epstein-Akten in phoenix vor ort am 05.02.2026

05.02.2026 | 7:24 min

Seinen Botschafterposten hatte Mandelson wegen des Epstein-Skandals bereits im vergangenen Jahr verloren, zuletzt trat er auch aus der Regierungspartei Labour aus und gab seinen Sitz im Oberhaus des Parlamentes ab.

US-Justizministerium veröffentlichte Millionen weiterer Dokumente

Das US-Justizministerium hatte am 30. Januar Millionen weitere Dokumente im Zusammenhang mit dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht. Die Akten offenbaren Verbindungen zu zahlreichen europäischen Persönlichkeiten aus Adel, Politik und Wirtschaft.

Ein Überblick über einige der bislang genannten Europäer in den Epstein-Dokumenten:

  • Andrew Mountbatten-Windsor: Der jüngere Bruder des britischen Königs Charles III. musste sein Anwesen in Windsor räumen. Im Oktober hatte ihm der Monarch bereits den Prinzen-Titel entzogen. Premierminister Keir Starmer forderte ihn jüngst zu einer Aussage vor einem US-Kongressausschuss auf. Die Polizei prüft zudem Vorwürfe, wonach 2010 eine Frau zu sexuellen Zwecken zu ihm gebracht worden sei. Der 65-Jährige bestreitet jegliches Fehlverhalten.

  • Mette-Marit: Der norwegischen Kronprinzessin wird ein enger E-Mail-Austausch mit Epstein nach dessen Verurteilung wegen Sexualstraftaten 2008 vorgeworfen. Sie nannte ihn "Schätzchen" ("sweetheart"). Obwohl sie behauptet hatte, nichts von seiner kriminellen Vergangenheit gewusst zu haben, belegen Mails aus dem Jahr 2011, dass sie Bedenken hatte ("sieht nicht gut aus"). In einer Stellungnahme räumte die 52-Jährige Fehlverhalten ein und bedauerte den Kontakt.

  • Jack und Caroline Lang: Der frühere französische Kulturminister Jack Lang steht unter Druck, sein Amt als Präsident des Institut du Monde Arabe niederzulegen. Er soll über einen längeren Zeitraum Epsteins Privatflugzeug und Auto genutzt haben. Seine Tochter Caroline trat als Chefin eines Produzentenverbandes zurück, nachdem eine geschäftliche Partnerschaft mit Epstein aus dem Jahr 2016 bekannt geworden war. Beide weisen Vorwürfe zurück.

  • Peter Mandelson: Gegen den ehemaligen britischen Botschafter in den USA läuft eine polizeiliche Untersuchung wegen möglichen Fehlverhaltens im Amt. Mandelson trat aus der Labour-Partei und dem Oberhaus aus. E-Mails legen nahe, dass er Epstein während der Finanzkrise ab 2008 vertrauliche Marktinformationen zuspielte. Starmer hatte ihn im September entlassen. Der Premierminister steht wegen des Falls auch in der eigenen Partei in der Kritik.

  • Thorbjörn Jagland: Die norwegische Behörde für Wirtschaftskriminalität ermittelt gegen den Ex-Ministerpräsidenten wegen des Verdachts der schweren Korruption. Es geht um Geschenke und Kredite im Zusammenhang mit seinen früheren Ämtern beim Nobelkomitee und Europarat. Norwegen hat die Aufhebung seiner Immunität beantragt.

  • Mona Juul und Terje Röd-Larsen: Die norwegische Botschafterin Juul wurde suspendiert. Sie und ihr Mann Röd-Larsen, Architekten der Osloer Friedensverträge, pflegten den Unterlagen zufolge engen Kontakt zu Epstein. Laut einem Testament aus den Akten sollten ihre Kinder je fünf Millionen Dollar von Epstein erben.

  • Miroslav Lajcak: Der slowakische Nationale Sicherheitsberater trat zurück, nachdem E-Mails aus seiner Zeit als Außenminister 2018 aufgetaucht waren, in denen er sich mit Epstein über junge Frauen austauschte. Er bestreitet Fehlverhalten, wollte aber politischen Schaden von Regierungschef Robert Fico abwenden.

  • Børge Brende: Gegen den Chef des Weltwirtschaftsforums (WEF) läuft eine interne Untersuchung wegen mehrerer Treffen mit Epstein. Den Akten zufolge gab es drei Geschäftsessen sowie E-Mail- und SMS-Verkehr. Der ehemalige norwegische Außenminister erklärte, er habe Epstein erstmals 2018 getroffen und nichts von dessen krimineller Vergangenheit gewusst. Er bedauere, den Hintergrund nicht genauer geprüft zu haben.

Quelle: Reuters


Prominente deutsche Namen sind in den bislang gesichteten Akten nicht aufgetaucht. Eine Nennung in den Unterlagen ist kein Beleg für strafbares Verhalten oder eine direkte Verwicklung in Epsteins Missbrauchsnetzwerk.

Politik | auslandsjournal
:die doku: Krone in der Krise

König Charles muss sich Vorwürfen stellen. Sein Bruder Andrew pflegte enge Kontakte zu Sexualstraftäter Epstein. Der Reichtum der Familie befeuert die Kritik.
Video29:15
König Charles mit Krone, im Hintergrund UK-Flaggen
Quelle: AP, dpa, Reuters
Über dieses Thema berichtete heute in Europa am 06.02.2026 um 16:00 Uhr.

Mehr Hintergründe zum Epstein-Skandal

  1. Ein Dokument, das in den vom US-Justizministerium freigegebenen Jeffrey-Epstein-Akten enthalten war und am Montag, dem 2. Februar 2026, fotografiert wurde, zeigt Epsteins Registrierungsformular für Sexualstraftäter in Florida für Juli 2018.

    "Verflechtungen auch nach Deutschland":Epstein-Akten: Abgeordnete für Ermittlungen in Deutschland

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  2. Der Microsoft-Mitbegründer Bill Gates gestikuliert, während er auf dem Weltwirtschaftsforum spricht.

    Reaktion auf veröffentlichte Dokumente:Bill Gates: Bereue, Epstein jemals kennengelernt zu haben

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  3. Justice Department Jeffrey Epstein
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    E-Mails, Chatverläufe, Kontoauszüge:Deutscher KI-Forscher machte dank Epstein Karriere

    von Jonas Halbe, Daniel Laufer
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  4. Melinda French Gates spricht am 22. Juni 2023 im Rahmen des Gipfeltreffens zum neuen globalen Finanzierungsabkommen im Palais Brognart in Paris.

    "Schmerzhafte Zeiten in meiner Ehe":Melinda Gates reagiert auf neue Epstein-Dokumente

    Laura Marie Mertes, Washington D.C.
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