Nach Enthüllung neuer Details:Melinda Gates reagiert auf neue Epstein-Dokumente
von Laura Marie Mertes, Washington D.C.
Die Epstein-Files sind voller prominenter Namen. Einer davon: Bill Gates. Melinda Gates findet klare Worte zu neuen Details, die ihn vermeintlich mit Epstein in Verbindung bringen.
Melinda Gates reagierte auf die neuen Details aus den Epstein-Akten.
Quelle: imago imagesDas öffentliche Interesse an der Affäre um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein ist groß - auch deshalb, weil immer wieder neue Akten in dem Fall veröffentlicht werden, die teils großflächig geschwärzt sind und viele prominente Namen darin Erwähnung finden.
Ein Beleg für Fehlverhalten ist die reine Erwähnung in den sogenannten "Epstein Files" nicht, das ist wichtig zu erwähnen, Debatten lösen sie dennoch aus. Und sie rufen Reaktionen hervor - auch aus dem jeweiligen Umfeld der genannten Personen.
Melinda Gates: "Für mich schwer, wenn Details zur Sprache kommen"
Einer der vielen Namen, die in den drei Millionen neu veröffentlichten Seiten von Epsteins persönlicher Korrespondenz auftauchen, ist der von Microsoft-Gründer Bill Gates.
In E-Mails aus dem Jahr 2013, die Epstein laut US-Medien offenbar an sein eigenes Konto geschickt hatte, gibt Epstein an, Gates Medikamente besorgt zu haben, "um mit den Folgen von Sex mit russischen Mädchen fertig zu werden". Gemeint ist damit wohl Besorgnis wegen einer sexuell übertragbaren Krankheit.
Laut CNN ist auch von Eheproblemen zwischen Bill Gates und seiner damaligen Frau Melinda die Rede. Melinda French Gates äußerte sich gegenüber dem Sender NPR nun sehr deutlich zu den neu veröffentlichten Details:
Für mich persönlich ist es immer schwer, wenn diese Details zur Sprache kommen, weil sie Erinnerungen an einige sehr, sehr schmerzhafte Zeiten in meiner Ehe wachrufen.
Melinda Gates, Ex-Frau von Bill Gates
Sie ergänzte: "Was auch immer dort noch an Fragen offen ist – ich kann nicht einmal ansatzweise alles wissen –, diese Fragen sind für diese Leute und sogar für meinen Ex-Mann", sagte sie. "Sie müssen sich zu diesen Dingen äußern, nicht ich."
Weitere jüngst veröffentlichte Dokumente aus den Epstein-Akten sorgen weltweit für Empörung. Auch US-Präsident Trump wird in den Unterlagen mehrfach genannt.
02.02.2026 | 2:53 minSprecher von Bill Gates: Behauptungen "absurd und falsch"
In der Mail, in der Gates Name auftaucht, behauptet Epstein auch, dass Bill Gates versucht habe, seiner damaligen Frau heimlich Medikamente gegen diese Geschlechtskrankheit zu geben.
Melinda French Gates sagte über die neue Flut an Dokumenten in der Epstein-Affäre im Interview mit NPR:
Ich kann meine eigene Traurigkeit nehmen und diese jungen Mädchen ansehen und sagen: Mein Gott, wie konnte das diesen Mädchen passieren?
Melinda French Gates
Ein Sprecher von Bill Gates wies die Vorwürfe gegenüber NPR und NBC News zurück: "Diese Behauptungen sind absolut absurd und völlig falsch." Und weiter: "Das Einzige, was diese Dokumente belegen, ist Epsteins Frustration darüber, dass er keine dauerhafte Beziehung zu Gates hatte, und die Anstrengungen, die er unternommen hat, um ihn zu verleumden und in eine Falle zu locken."
Melinda French Gates und Bill Gates ließen sich im Jahr 2021 scheiden. In ihrem im April 2025 erschienenen Buch "The Next Day" deutete sie an, dass auch die Verbindung ihres früheren Partners zu Epstein zu dieser Trennung beigetragen haben könnte. Der Kontakt zwischen Epstein und Gates über mehrere Jahre ist allgemein bekannt und gut dokumentiert. Das Ausmaß bleibt allerdings unklar.
Viele Amerikaner, darunter auch Republikaner, kritisieren mangelnde Transparenz in der Aufklärung der Epstein-Affäre. "Die Trump-Basis kocht", so Julius van de Laar, USA-Experte, zu den neuen Veröffentlichungen.
03.02.2026 | 9:26 minJustizministerium veröffentlicht drei Millionen Dokumente
Das Justizministerium in Washington hatte am Freitag mehr als drei Millionen Dokumente zum Fall Epstein veröffentlicht, darunter E-Mails, Fotos und Videos.
Darin erscheinen wieder die Namen zahlreicher einflussreicher Persönlichkeiten, darunter der heutige US-Präsident Donald Trump, Tech-Multimilliardär Elon Musk, Microsoft-Gründer Bill Gates und der ehemalige britische Prinz Andrew.
- Der US-Multimillionär Jeffrey Epstein soll jahrelang minderjährige Mädchen und junge Frauen sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Der Investmentbanker war bereits 2008 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger zu 13 Monaten Gefängnis verurteilt worden.
- Epstein wurde am 10. August 2019 tot in seiner Zelle in einem New Yorker Gefängnis aufgefunden.
- Eine Reihe von Frauen in den USA erhebt schwere Vorwürfe, denenzufolge Epstein sie auch an Freunde und Bekannte als "Sexsklaven" weiter vermittelt habe.
Welche Folgen hat die jüngste Veröffentlichung der Epstein-Akten?
Beispiele:
- Der frühere US-Präsident Bill Clinton und seine Ehefrau, die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton, haben sich zu einer Aussage vor dem Kongressausschuss in der Affäre um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bereit erklärt - zuvor hatten sie sich dem lange verwehrt. Auch der Name von Bill Clinton taucht in den Akten auf. Clinton selbst hat wiederholt jegliches Fehlverhalten bestritten.
- Der ehemalige britische Botschafter in den USA, Peter Mandelson, gab im Zuge der neu veröffentlichten Dokumente seinen Sitz im britischen Oberhaus ab. Mandelson wird vorgeworfen, sensible Regierungsinformationen an Epstein weitergegeben zu haben.
Neue Enthüllungen belasten den ehemaligen Prinz Andrew: Trotz Epsteins Haft hielt er Kontakt zum Sexualstraftäter. Neue Zweifel an Moral und Vorbildrolle der Krone sind entfacht.
04.02.2026 | 2:29 min- In Norwegen ist eine der bekanntesten Diplomatinnen des Landes vorübergehend suspendiert worden. Das Außenministerium in Oslo habe die Botschafterin Mona Juul einstweilen von ihren Aufgaben entbunden. Man sei bemüht "Licht in die Angelegenheit" bezüglich ihrer Kontakte "zu Jeffrey Epstein zu bringen".
- Neben Juul tauchen norwegischen Medien zufolge auch der Name des ehemaligen Ministerpräsidenten und früheren Generalsekretärs des Europarates, Thorbjörn Jagland, und des früheren Außenministers Börge Brende in den neuen Dokumenten auf.
- Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit räumte bereits "peinliche" Fehler ein, nachdem norwegische Medien berichtet hatten, dass ihr Name mindestens tausend Mal in den neuen Akten auftaucht.
In Oslo hat der Prozess gegen Marius Borg Høiby begonnen, den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit. Gleichzeitig taucht ihr Name in neu veröffentlichten Akten zur Epstein-Affäre auf.
03.02.2026 | 1:32 minMinisterium: Sind unserer Verpflichtung nachgekommen
Das US-Justizministerium erklärt die Prüfung der Epstein-Unterlagen mit der aktuellen Veröffentlichung für abgeschlossen.
Kritiker, vor allem aus den Reihen der Demokraten, bezweifeln jedoch, dass damit die jahrelange Debatte endet, und werfen dem Ministerium vor, Fristen überschritten sowie zahlreiche Dokumente ohne ausreichende Begründung zurückgehalten oder stark geschwärzt zu haben.
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