Epstein-Skandal bringt Eliten zu Fall - fast nur in Europa

Politiker, Royals, Diplomaten im Fokus:Epstein-Skandal bringt Eliten zu Fall - fast nur in Europa

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Ein Prinz, ein Botschafter, Diplomaten, Politiker - sie alle wurden durch die Veröffentlichung von Epstein-Akten zu Fall gebracht. In Europa, nicht in den USA. Warum ist das so?

Peter Mandelson, damals britischer Botschafter in den Vereinigten Staaten, spricht während eines Empfangs in der Residenz des Botschafters.

Umfangreiche Daten zum Sexualstraftäter Epstein bringen weitere Prominente in Bedrängnis. Auch der britische Ex-Wirtschaftsminister Mandelson steht wegen möglicher Vorwürfe im Fokus.

07.02.2026 | 1:39 min

Die Epstein-Akten hatten bereits Folgen für Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Adel und Wirtschaft in Europa und sorgten für Schlagzeilen. Karrieren wurden beendet, strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet.

Nun trat Frankreichs früherer Kulturminister Jack Lang vom Amt des Präsidenten des Instituts der Arabischen Welt zurück, wie das Außenministerium in Paris am Samstag mitteilte.

Starmer wegen Mandelson unter Druck

Zuvor war bereits der frühere Botschafter Großbritanniens in den USA, Peter Mandelson, entlassen worden. Er muss womöglich ins Gefängnis. Der britische Premierminister Keir Starmer muss wegen seiner Ernennung Mandelsons zum Botschafter um sein Amt bangen. In Norwegen, Schweden und der Slowakei haben ranghohe Persönlichkeiten ebenfalls einen Schlag versetzt bekommen. Und auch der frühere britische Prinz Andrew hat die Konsequenzen der Veröffentlichungen zu spüren bekommen - er verlor seinen Prinzentitel und sein mit Hilfe von Steuergeldern finanziertes feudales Anwesen.

Mit Ausnahme von Prinz Andrew hat es gegen keine der anderen Personen Vorwürfe des sexuellen Fehlverhaltens gegeben. Der Ärger hat sich gegen sie gerichtet, weil sie mit Epstein auch nach dessen Verurteilung noch befreundet waren.

Das Bild von Jeffrey Epstein bei seiner Inhaftierung in 2019 und im Hintergrund ist ein Bild der sogenannten Epstein-Akten zu sehen

Norwegen unter Schock: Neu veröffentlichte Akten zeigen Jeffrey Epsteins Verbindungen zu Kronprinzessin Mette-Marit und hochrangigen Politikern. ZDFheute live mit den Hintergründen.

07.02.2026 | 15:33 min

Epstein baute Netzwerk aus Royals und Politikern auf

Aus den neu veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass sich Jeffrey Epstein ein Netzwerk aus Royals, Politikern, Milliardären, Bankern und Akademikern aufgebaut hatte - insbesondere in Europa.

Eine schwedische Vertreterin bei den Vereinten Nationen, Joanna Rubinstein, trat zurück, nachdem ein Besuch auf Epsteins Karibikinsel 2012 bekannt geworden war. Der nationale Sicherheitsberater des slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico, Miroslav Lajcak, gab seinen Posten wegen eines Austauschs mit Epstein auf, in dem die beiden über "wunderschöne" Mädchen diskutierten.

In Lettland, Litauen und Polen gibt es offizielle Ermittlungen zu den Dokumenten. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat mitgeteilt, dass die Dokumente auf mögliche polnische Opfer sowie mögliche Verbindungen zwischen Epstein und dem russischen Geheimdienst hin untersucht würden.

Epstein-Files

Viele Amerikaner, darunter auch Republikaner, kritisieren mangelnde Transparenz in der Aufklärung der Epstein-Affäre. "Die Trump-Basis kocht", so Julius van de Laar, USA-Experte, zu den neuen Veröffentlichungen.

03.02.2026 | 9:26 min

Norwegen besonders stark betroffen

Kaum ein Land ist so stark von den Epstein-Enthüllungen erschüttert worden wie Norwegen. Dort sind Korruptionsermittlungen gegen den früheren Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland wegen dessen Verbindungen zu Epstein eingeleitet worden. Das prominente norwegische Diplomatenehepaar Terje Rød-Larsen und Mona Juul ist ebenfalls von dem Epstein-Skandal erfasst worden. Juul ist von ihrem Amt als norwegische Botschafterin in Jordanien suspendiert worden, nachdem bekanntgeworden war, dass Epstein ihren Kindern in seinem Testament zehn Millionen Dollar zugesprochen hatte.

Auch der Ruf des norwegischen Königshauses ist wegen neuer Details zur Freundschaft zwischen Epstein und der Kronprinzessin Mette-Marit angeschlagen. Aus Dokumenten geht hervor, dass die beiden über Besuche auf Epstein-Anwesen, Termine für die Zahnaufhellung und Shopping-Touren miteinander kommunizierten. Die Prinzessin entschuldigte sich am Freitag bei denjenigen, die sie enttäuscht habe.

Britische Zeitungen brichten über die britischen Verbindungen zu Jeffrey Epstein

Die britische Regierung und das Königshaus sehen sich in Erklärungsnot – der britische Premier gerät massiv unter Druck und der ehemalige Prinz Andrew taucht in den Files auf.

06.02.2026 | 2:54 min

Epstein war an europäischer Politik interessiert

Epstein hatte ein Interesse an europäischer Politik. In einem E-Mail-Austausch mit Milliardär Peter Thiel schrieb er über die Abstimmung über einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU 2016, das sei "erst der Anfang" und Teil einer Rückkehr zu einem sogenannten "Tribalismus".

Die Dokumente deckten ein "weitreichendes" Epstein-Netzwerk aus Kontakten in Europa auf, teilte der Direktor des Europa-Programms der Denkfabrik Chatham House, Grégoire Roos, mit. Zudem enthüllten sie "das Ausmaß an Zugang nicht nur unter denjenigen, die bereits an der Macht waren, sondern unter denjenigen, die auf dem Weg dorthin waren".

Norwegens Königshaus im Fokus
:Epstein-Akten, Høiby-Prozess: Druck auf Mette-Marit wächst

Brisante Kontakte zu Sex-Straftäter Epstein, ein Sohn unter Vergewaltigungsverdacht - täglich wächst der Druck auf Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit. Wird sie jemals Königin?
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"Epstein hat mächtige Menschen gesammelt"

In den USA haben die Dokumente weniger hohe Wellen geschlagen als in Europa - zumindest vorerst. Der Politikwissenschaftler Rob Ford von der University of Manchester sagte, in Großbritannien sei es so, dass es "sofort eine große Story" sei, wenn jemand in den Dokumenten auftauche.

Das legt nahe, dass wir funktionsfähigere Medien haben, wir eine funktionsfähigere Struktur der Rechenschaftspflicht haben, dass es noch immer ein gewisses Maß an Schamgefühl in der Politik gibt.

Rob Ford, Politikwissenschaftler an der University of Manchester

Andrew verlässt das royale Anwesen in Windsor und zieht auf einen privaten Familien-Landsitz. Zuvor hatte König Charles ihm wegen der Epstein-Affäre alle royalen Titel entzogen. (04.02.2026)

Andrew Mountbatten-Windsor, einst Prinz Andrew, wurde nach seinen Verwicklungen in den Epstein-Fall von König Charles III. seiner Titel entzogen. Nun musste er aus der Royal Lodge ausziehen.

04.02.2026 | 2:51 min

Nur wenige Amerikaner wirklich von Epstein-Auswirkungen betroffen

Nur einige wenige prominente Amerikaner haben die Auswirkungen ihrer einst freundschaftlichen Beziehungen zu Epstein zu spüren bekommen. Zu ihnen gehört der frühere US-Finanzminister Larry Summers, der sich im vergangenen Jahr von seinen Lehrposten an der Harvard University beurlauben ließ. Brad Karp hörte vergangene Woche nach Enthüllungen in veröffentlichten Dokumenten als Vorsitzender der einflussreichen US-Kanzlei Paul Weiss auf.

Die National Football League kündigte Ermittlungen zum Verhältnis zwischen Epstein und dem Co-Besitzer der American-Football-Mannschaft New York Giants, Steve Tisch, an. Dieser tauschte mitunter vulgäre E-Mails mit Epstein über potenzielle Dates mit Frauen aus.

Justice Department Jeffrey Epstein

Weitere jüngst veröffentlichte Dokumente aus den Epstein-Akten sorgen weltweit für Empörung. Auch US-Präsident Trump wird in den Unterlagen mehrfach genannt.

02.02.2026 | 2:53 min

Quelle: AP, Reuters
Über dieses Thema berichtete die heute-Sendung am 07.02.2026 ab 19:00 Uhr.

Mehr zur Epstein-Affäre

  1. Eine E-Mail, die in der Veröffentlichung der Jeffrey-Epstein-Akten durch das US-Justizministerium enthalten war, wurde am 30.01.2026, fotografiert und zeigt eine Kontaktverbotsverfügung aus dem Jahr 2009 in Palm Beach, Florida.

    Weitere Dokumente veröffentlicht:Epstein-Überlebende: "Es ist noch nicht vorbei"

    Beatrice Steineke, Washington, D.C.
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  2. Trump mit Epstein

    Weitere Dokumente veröffentlicht:Epstein-Affäre: Wohl mehr Trump-Flüge als bisher angenommen

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