Vor Nato-Treffen: Europäer suchen Einigkeit

E5-Gipfel in Berlin:Vor Nato-Treffen: Europäer suchen Einigkeit

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Vor dem Nato-Gipfel wollen sich die europäischen Bündnispartner auf einen gemeinsamen Kurs einigen. Beim E5-Treffen in Berlin stimmen sie sich ab.

Der polnische Premierminister Donald Tusk, der französische Präsident Emmanuel Macron, der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, die italienische Premierministerin Giorgia Meloni und der britische Premierminister Keir Starmer nehmen an einer Pressekonferenz auf dem E5-NATO-Gipfel in Berlin teil.

Vor dem Nato‑Gipfel ist Europa auf Kurssuche. Die fünf wichtigsten Militärmächte beraten in Berlin über ihre Zukunft. ZDFheute live analysiert, wer ohne die USA den Kurs der Nato bestimmt.

24.06.2026 | 73:22 min

In Zusammenarbeit mit großen europäischen Partnerländern will Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) den bevorstehenden Nato-Gipfel in Ankara zu einem Erfolg machen. Ein erfolgreicher Verlauf des Nato-Gipfels "dient unserer Sicherheit in gefährlichen Zeiten", sagte Merz am Mittwochabend bei einem Treffen mit den Staats- und Regierungschefs der sogenannten E5-Gruppe im Kanzleramt.

Wir stehen gemeinsam für eine Nato, die stark und einig die Sicherheit im euroatlantischen Raum wahrt, im Interesse aller Alliierten.

Friedrich Merz, Bundeskanzler

E5: Fünf Botschaften an die Welt

Merz empfing den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, Polens Regierungschef Donald Tusk, Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und den britischen Premierminister Keir Starmer im Kanzleramt. Nato-Generalsekretär Mark Rutte, der an diesem Mittwoch US-Präsident Donald Trump in Washington trifft, nahm per Video-Schalte an der Arbeitssitzung teil. Merz wollte Trump und den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan nach eigenen Angaben über die Ergebnisse der Beratungen unterrichten.

Schaltgespräch Schmiese

In Berlin treffen sich die E5-Staaten zur Vorbereitung des NATO-Gipfels. Sie beraten über die Lage in der Ukraine und die Rolle Europas im Konflikt mit Iran. Wulf Schmiese berichtet.

24.06.2026 | 1:19 min

Mit dem Treffen in Berlin wollten die E5-Staaten "fünf Botschaften" setzen, sagte der Kanzler. Erstens stünden sie für den Zusammenhalt einer starken Nato. Zweitens wollten sie die Allianz "erneuern", ihren europäischen Pfeiler stärken und dabei massiv in die eigene Verteidigung investieren. Drittens wollten die E5-Staaten betonen, dass die Nato in Verteidigungsfragen eng zusammenarbeite.

Nationale Alleingänge in unserer Verteidigungspolitik wären ein Irrweg. Wir wollen mehr Zusammenarbeit, transatlantisch und europäisch.

Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler

Merz: Deutschland fest in Allianz und Europa verankern

Für Deutschland leite sich diese Einbindung "aus unserer Geschichte, unserer Geografie und unserem Grundgesetz ab", sagte Merz. "Unsere Nachbarn sollen sich sicherer fühlen, wenn Deutschland stärker wird. Deshalb wollen wir Deutschland, seine Streitkräfte und seine Verteidigungsindustrie fest in der Allianz und in Europa verankern."

Viertens solle der Nato-Gipfel nach dem Willen der E5 "ein starkes Zeichen der Unterstützung für die Ukraine setzen", sagte Merz. "Die Bundesregierung schlägt vor, dass wir Kiew als europäische Nato-Alliierte eine starke Finanzierungszusage geben. Die Botschaft an Russland lautet: 'Die Ukraine bleibt stark.'" Moskau müsse daraus Schlüsse ziehen: "Es wird Zeit, in Friedensgespräche einzutreten."

Tomahawk-Rakete

Zum Abschluss des NATO-Gipfels zum 75. Jubiläum in Washington sicherten die Mitgliedstaaten der Ukraine ihre Unterstützung bis zum Sieg gegen Russland zu. Auch sollen neue Mittelstreckenraketen in Deutschland stationiert werden.

12.07.2024 | 2:01 min

Fünftens wollten die E5-Treffen begrüßen, dass sich die Vereinigten Staaten und Iran über ein Rahmenabkommen geeinigt haben, sagte Merz. Die Folgeverhandlungen in der Schweiz würden von den E5-Staaten unterstützt.

Rutte will vor Gipfel Wogen glätten

Der Nato-Gipfel findet am 7. und 8. Juli in der türkischen Hauptstadt Ankara statt. Dazu werden die Staats- und Regierungschefs der 32 Nato-Mitgliedstaaten erwartet.

Das Verhältnis zwischen den USA und ihren Verbündeten ist bereits seit geraumer Zeit angespannt. Washington dringt seit Längerem - und besonders lautstark seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 - darauf, dass die europäischen Nato-Staaten mehr Verantwortung für die Verteidigung des Bündnisgebiets übernehmen.

Die USA haben in diesem Zusammenhang angekündigt, ihre Truppenpräsenz in Europa zu reduzieren. Der US-Präsident warf den europäischen Nato-Partnern, darunter auch Deutschland, außerdem vor, die USA im Iran-Krieg nicht ausreichend unterstützt zu haben - und drohte wiederholt damit, sie im Ernstfall nicht zu verteidigen. Der als "Trump-Flüsterer" bekannte Rutte wird in Washington darauf bedacht sein, die Wogen vor dem Gipfel zu glätten.

Quelle: AFP
Über dieses Thema berichtete das ZDF unter anderem in der ZDFheute live am 24. Juni 2026 ab 17:50 Uhr.
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