Oppositions-Demo in Budapest: Zehntausende auf der Straße

Am Nationalfeiertag:Oppositions-Demo in Budapest: Zehntausende auf der Straße

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Oppositionspolitiker Magyar hat zu einem "Nationalen Marsch" aufgerufen - und spart nicht an Kritik an Ministerpräsident Orban. Der wiederum rief zu einem "Friedensmarsch" auf.

Premierminister Orban auf einer Rede während der Zeremonie.

Ungarns Nationalfeiertag steht dieses Jahr im Zeichen des Wahlkampfs 2026. Orban nutzt den Tag, um Stimmung gegen die EU zu machen, sein Kontrahent wirbt für einen Systemwechsel.

23.10.2025 | 2:26 min

Trotz strömenden Regens sind zehntausende Ungarn dem Aufruf des Oppositionspolitikers Peter Magyar zu einem "Nationalen Marsch" durch Budapest gefolgt. Magyar, Vorsitzender der liberalkonservativen Partei Tisza, hat laut Umfragen gute Chancen, im nächsten Frühjahr die Parlamentswahl gegen den rechtspopulistischen Ministerpräsidenten Viktor Orban zu gewinnen.

Mit der Demonstration am Nationalfeiertag, bei dem die Ungarn den Jahrestag des am 23. Oktober 1956 begonnenen antistalinistischen Aufstands begehen, läutete Magyar den Wahlkampf seiner Partei ein.

Ein Mann der eine Fahne hält läuft bei einer Demonstration mit.

Peter Magyar in Budapest

Quelle: DPA

Magyar wirft Orban Putin-Nähe vor

Magyar warf Orban dessen gute Beziehungen zu Kremlchef Wladimir Putin vor. Der heutige Ministerpräsident war 1989 als aufstrebender Politiker gegen den Ein-Parteien-Staat aufgetreten. Heute sei Orban "der treueste Verbündete des Kremls" und wolle das damals von ihm verurteilte System wieder aufbauen.

Mit Blick auf die guten Beziehungen Orbans zum Kreml rief Magyar in russischer Sprache: "Tovarischtschi, konjets (Genossen, Ende)." Etliche Demonstranten in der Menge skandierten "Russen, geht nach Hause", wie eine Reporterin der dpa beobachtete.

kunst

Seit Jahren verletzt Ungarns Ministerpräsident den Rechtsstaat. Ein neues Gesetz bedeutet nun das Ende der Meinungsfreiheit. Die EU verhängt Strafen – bisher jedoch ohne Erfolg.

27.05.2025 | 2:49 min

Orban rief zum "Friedensmarsch" auf

Am Vormittag hatte auch Orban aus Anlass des Nationalfeiertags zu einer Demonstration vor dem Parlament aufgerufen und diese zum "Friedensmarsch" erklärt. In seiner Rede bekräftigte Orban seine Kritik an den Hilfen der EU für die Ukraine. Er warf Magyar vor, in dieser Hinsicht die Politik Brüssels zu unterstützen. Magyar werde Ungarn in den Krieg führen, betonte Orban.

Auf Facebook schrieb Orban am Nationalfeiertag: "Wir werden nicht für die Ukraine sterben! Wir werden unsere Kinder nicht auf Befehl Brüssels zum Schlachthof schicken." Orban hatte immer wieder versucht, auf EU-Ebene Sanktionen gegen Russland zu blockieren.

Quelle: dpa

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