Russischer Angriffskrieg:Angriffe auf Kiew: Mehrere Tote - Höhlenkloster in Flammen
Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind Behörden zufolge mindestens neun Menschen getötet worden. In Kiew ist ein jahrhundertealtes Höhlenkloster in Brand geraten.
Das als historisches Wahrzeichen geltende Kiewer Höhlenkloster ist nach russischen Raketenangriffen in Brand geraten.
Quelle: dpaWährend einer neuen Welle russischer Luftangriffe auf die Ukraine ist auch die Hauptkirche des zum Weltkulturerbe zählenden Höhlenklosters in Kiew in Brand geraten. Der Militärgouverneur der Dreimillionenstadt, Tymur Tkatschenko, schrieb bei Telegram:
Nach operativen Informationen gibt es ernsthafte Schäden auf dem Gelände des Höhlenklosters.
Tymur Tkatschenko, Militärgouverneur von Kiew
Tkatschenko beschuldigte Russland, bewusst "das Herz eines der größten christlichen Heiligtümer" angegriffen zu haben.
An der Universität Kiew zeigt sich, wie sehr der russische Angriffskrieg den Alltag verändert hat. Fotos erinnern an getötete Studenten, ständige Bedrohung prägt das Leben.
09.05.2026 | 2:13 minLandesweit gab es ukrainischen Behördenangaben zufolge mindestens neun Tote und Dutzende Verletzte. Medienberichten zufolge setzten die russischen Angreifer ersten Erkenntnissen zufolge mehr als 50 Raketen und rund 500 Drohnen ein.
Flammen züngeln aus Klosterdach in Kiew
Bilder der Schäden am jahrhundertealten Höhlenkloster in Kiew machten in sozialen Netzwerken schnell die Runde - wobei unklar blieb, ob die weltberühmte Pilgerstätte wegen direkter Einschläge russischer Geschosse oder durch herabfallende Trümmer nach dem Einsatz der Flugabwehr in Brand geraten war. Flammen züngelten aus dem Dach unter den vergoldeten Kuppeln der Mariä-Entschlafens-Kathedrale.
Das Dach der Mariä-Entschlafens-Kathedrale fing Feuer, erklärte Metropolit Epiphanius, das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine.
Quelle: dpaDie Klosteranlage auf den Hügeln am Fluss Dnipro steht unter dem Schutz der UN-Kulturorganisation Unesco und gehört seit 1990 zum Weltkulturerbe. Ihre Ursprünge reichen bis ins 11. Jahrhundert zurück. Herzstück ist die 1941 im Zweiten Weltkrieg zerstörte und erst Ende der 1990er Jahre wieder aufgebaute Kathedrale.
Im unteren Teil des Klostergeländes mit mehreren Museen befindet sich das im Mittelalter angelegte Höhlensystem mit mumifizierten Überresten von Geistlichen. Dieser Teil wird weiterhin von der ukrainisch-orthodoxen Kirche genutzt, die sich bis zum russischen Einmarsch 2022 als Teil des Moskauer Patriarchats sah, danach jedoch von Moskau lossagte.
Explosionen in Kiew - fünf Tote in Charkiw
In Kiew waren mehrere heftige Explosionen zu hören. Viele Menschen suchten Schutz in U-Bahn-Stationen und anderen Schutzräumen. Innenminister Ihor Klymenko teilte mit:
Kiew ist das Hauptziel der Angriffe. Es gibt erhebliche Schäden an ziviler Infrastruktur.
Ihor Klymenko, ukrainischer Innenminister
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat mit den US-Unterhändlern Witkoff und Kushner telefoniert. Die Diplomatie solle wiederbelebt werden, um den Krieg in der Ukraine zu beenden, so Selenskyj.
09.06.2026 | 0:25 minBürgermeister Vitali Klitschko zufolge gab es in drei Stadtteilen Einschläge und mindestens 23 Verletzte. Demnach kam es auch zu weitflächigen Stromausfällen und Bränden. Etwa 30 Fahrzeuge sollen in Flammen aufgegangen sein. Militärgouverneur Tkatschenko sprach von mehr als 40 Einschlägen in der Hauptstadt. Bislang gebe es vier Todesopfer, schrieb er am frühen Morgen.
Auch aus anderen ukrainischen Regionen wurde heftiger Beschuss gemeldet. Allein in Charkiw seien fünf Rettungskräfte infolge der Luftangriffe getötet und vier weitere Menschen verletzt worden, berichtete das Nachrichtenportal "The Kyiv Independent" unter Berufung auf Gouverneur Oleh Synjehubow. In Dnipro habe es mindestens einen Verletzten gegeben, hieß es. Keine dieser Angaben ließ sich zunächst unabhängig überprüfen.
Die Ukraine greift mit Mid-Range-Drohnen russische Logistik hinter der Front an und erzielt dabei Erfolge. Die von Russland besetzte Krim leidet immer mehr unter Versorgungsengpässen.
11.06.2026 | 2:26 minRussen melden Tote bei ukrainischen Drohnenangriffen
Im russischen Gebiet Tula wurden nach Angaben des Gouverneurs Dmitri Miljajew unterdessen in der Nacht drei Menschen infolge ukrainischer Drohnenangriffe getötet. Drei weitere seien verletzt worden, teilte er auf Telegram mit.
Die Stadtverwaltung von Moskau teilte mit, es seien mehrere anfliegende Drohnen abgeschossen worden. Zu möglichen Schäden oder Verletzten wurde zunächst nichts bekanntgegeben.
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