Ukraine: Massive russische Angriffe - Tote in Kiew

Explosionen in mehreren Städten:Massive russische Angriffe - Tote in Kiew

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Tote und Verletzte in Kiew, Explosionen in mehreren Städten: In der Nacht hat Russland die Ukraine mit massiven Drohnenangriffen überzogen. In allen Regionen gab es Luftalarm.

Russland hat die Ukraine in der Nacht zum Freitag mit einer ungewöhnlich heftigen Welle von Drohnenangriffen und Marschflugkörpern attackiert. Getroffen wurden die Hauptstadt Kiew und die Städte Ternopol und Luzk im Westen der Ukraine.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte daraufhin verstärkten internationalen Druck auf Moskau. "Russland muss zur Rechenschaft gezogen werden", schrieb er auf der Plattform X. Dies sei der Moment für Europa, die USA und andere Teile der Welt, den Krieg zu stoppen. Wer nicht genügend Druck ausübe, mache sich mitschuldig.

Selenskyj: Russland setzte über 400 Drohnen ein

Die ukrainische Luftwaffe verzeichnete in ihrer Bilanz 407 eingesetzte russische Drohnen - die seit Kriegsbeginn höchste Zahl in einer Nacht. Dazu kamen nach Selenskyjs Angaben mehr als 40 Raketen und Marschflugkörper.

Die ukrainische Flugabwehr konnte nach eigenen Angaben 30 von 36 Marschflugkörpern vom Typ Ch-101 ausschalten. Sie waren von strategischen Kampfbombern Tu-95 und Tu-160 gestartet worden - solche Flugzeuge hatte die Ukraine mit ihrem Überraschungsangriff am 1. Juni zu treffen versucht. Weiter sei es gelungen, vier von sechs ballistischen Raketen Iskander-M sowie zwei Marschflugkörper Iskander-K abzuschießen.

199 russische Kampfdrohnen seien abgeschossen worden; weitere 169 Drohnen ohne Sprengstoff seien elektronisch ausgeschaltet worden oder abgestürzt. Letztere werden als Köder eingesetzt, um die Flugabwehr zu überlasten. Am 26. Mai war die bislang höchste Zahl von 355 russischen Drohnen geortet worden.

Drei Rettungskräfte getötet

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe militärische Ziele mit "weitreichenden Präzisionswaffen" angegriffen und unter anderem Waffendepots, Drohnenfabriken und Reparatureinrichtungen getroffen. Infolge der Angriffe brachen in Kiew jedoch auch mehrere Feuer in Wohnhäusern aus, auch andere zivile Infrastruktur sei laut "Kyiv Independent" in Flammen aufgegangen. Neben Explosionen seien in mehreren Stadtteilen herabfallende Trümmer gemeldet worden.

Nach Angaben der ukrainischen Militärverwaltung könne es im Osten Kiews zu Notstrom-Ausfällen kommen. Zu den bislang gemeldeten vier Toten in der Nacht zählten nach Angaben Selenskyjs drei Feuerwehrleute in Kiew. Sie seien getroffen worden, als sie Menschen nach einem Angriff halfen, erklärte Innenminister Ihor Klymenko. Er fügte hinzu, neun Menschen seien verletzt worden, Ärzte kämpften um ihr Leben. Insgesamt wurden nach Angaben Selenskyjs im ganzen Land mindestens 49 Menschen bei den Angriffen verletzt.

Russlands Vergeltung für Schlag gegen Bomberflotte?

Unklar war zunächst, ob es sich um den erwarteten großangelegten Vergeltungsangriff Russlands nach dem ukrainischen Schlag gegen die russische Bomberflotte am vergangenen Wochenende handelt.

Bei dem Überraschungsangriff hatte der ukrainische Geheimdienst nach monatelanger Vorbereitung mehrere russische Militärflugplätze attackiert, von denen zuvor regelmäßig Kampfflugzeuge zu Angriffen gegen die Ukraine gestartet waren. Präsident Selenskyj feierte den Angriff seines Geheimdienstes SBU als "absolut brillanten Erfolg".

Moskaus Verteidigungsministerium sprach nun von einer "Antwort auf terroristische Akte". Kremlsprecher Dmitri Peskow blieb ebenfalls vage: Alles, was die russischen Streitkräfte täten, sei eine Reaktion auf Handlungen der Regierung in Kiew, die zunehmend terroristisch agiere, sagte er.

Erneut ukrainische Angriffe auf russische Militärflugplätze

In der Nacht zum Freitag flog die Ukraine nach eigenen Angaben wieder Angriffe auf Militärflugplätze in Russland. Die ukrainische Armee erklärte, einer der "erfolgreichen" Angriffe habe den Flugplatz Engels in der südrussischen Region Saratow getroffen. Dort seien viele "feindliche Flugzeuge" stationiert.

Außerdem sei der Flugplatz Djagilewo in der Region Rjasan südöstlich von Moskau getroffen worden. Dort seien Luftbetankungs- und Begleitflugzeuge stationiert, die Russland "zur Unterstützung von Raketenangriffen auf ukrainisches Territorium" einsetze.

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Quelle: dpa

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