Europa und die USA:Waldbrände: Wo sie noch wüten und wo sich die Lage entspannt
In Europa und den USA wüten Waldbrände. In Washington haben Feuer ganze Wohngebiete verwüstet, auch die Niederlande kämpfen gegen die Flammen. Andernorts entspannt sich die Lage.
Im Südosten der Niederlande breitet sich ein großflächiger Waldbrand aus – nahe der deutschen Grenze. In Griechenland kehrten die ersten Anwohner in ihre zerstörten Häuser zurück.
04.08.2026 | 3:04 minEntspannung in Griechenland, Sorgen in den USA und den Niederlanden: Die Waldbrände westlich von Athen sind großteils gelöscht, auch wenn jederzeit neue Flammen befürchtet werden.
In einem Naturgebiet im Osten der Niederlande wüten die Feuer jedoch unkontrolliert weiter. Auch im US-Bundesstaat Washington stehen alle Zeichen auf Alarm - ganze Wohngebiete wurden verwüstet.
Bei Athen in Griechenland sollen bereits rund 10.000 Hektar verbrannt sein, mehrere Orte wurden evakuiert.
04.08.2026 | 0:22 minGriechenland
Nachdem Hunderte Feuerwehrleute die vierte Nacht in Folge gegen die Flammen gekämpft haben, sind die Wald- und Buschbrände westlich von Athen weitgehend unter Kontrolle. Entwarnung gibt es jedoch nicht. Besonders kritisch sind einem Sprecher der Feuerwehr zufolge die heißen Mittagsstunden - wegen der hohen Temperaturen und der niedrigen Luftfeuchtigkeit. Dem wolle man nun mit bis zu 30 Löschhubschraubern und -flugzeugen entgegentreten.
Die Waldbrände in Europa sorgen bei vielen Urlaubern für Bedenken. Roosbeh Karimi, Anwalt für Reiserecht, ordnet die rechtliche Situation ein: "Subjektive Angst rechtfertigt keinen kostenfreien Rücktritt".
04.08.2026 | 5:25 minProblematisch sei die riesige Ausbreitung der ursprünglichen Brände, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. In den ersten Tagen der Feuer hätten die äußerst starken Winde die Flammen rasend schnell vorangetrieben. Gleichzeitig sei wegen der stürmischen Böen keine Unterstützung aus der Luft möglich gewesen. Nun müsse man mit dem großen Ausmaß zurechtkommen, mit den weit verteilten Glutnestern in teils unzugänglichem Gebiet.
Wir wollen jeden Funken unter Kontrolle bringen, aber das wird dauern.
Giannis Artopoios, Sprecher der Feuerwehr
An den Einsätzen sind rund 520 Feuerwehrleute beteiligt, darunter auch 46 Rettungskräfte aus Frankreich und Rumänien, sowie Hunderte Freiwillige. Zudem unterstützt das Militär mit schwerem Räumgerät, um schützende Schneisen zu schlagen und den Einsatzkräften in dicht bewachsenen Regionen den Weg freizuräumen.
Westlich der griechischen Hauptstadt Athen kämpften die Einsatzkräfte gegen zwei Feuerfronten. Die Löscharbeiten wurden dabei von starken Winden erschwert.
03.08.2026 | 1:48 minLaut dem griechischen Wetterdienst Meteo des Nationalen Observatoriums Athen sollen mehr als 13.000 Hektar Wald, Busch und landwirtschaftlich genutzte Fläche verbrannt sein - mithin 133 Quadratkilometer. Das entspricht in etwa der Gesamtfläche der bayerischen Großstadt Ingolstadt.
USA
Im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA haben drei Großbrände ganze Wohngebiete verwüstet. Gent Welsh von der Nationalgarde in dem Westküstenstaat verglich die Zerstörung in der betroffenen Region rund um die Stadt Spokane mit einem "Kriegsgebiet". Behördenangaben zufolge brannten dort mehr als 700 Häuser und andere Gebäude ab. Verletzte oder Tote seien bislang aber nicht gemeldet worden, hieß es am Montag (Ortszeit).
Zuletzt brannten in dem Bundesstaat 17 größere Feuer auf einer Fläche von über 100.000 Hektar Land. Rund 5.000 Einsatzkräfte kämpften in dem Bundesstaat gegen die Brände an. Allein im Raum Spokane waren mehr als 65.000 Menschen dazu aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen - rund ein Drittel der Bevölkerung. Die Ursache für die Brände wird derzeit noch untersucht. Am Montag sei im Zusammenhang mit einem der drei Großbrände ein 37-jähriger mutmaßlicher Brandstifter festgenommen worden, hieß es.
Die Feuer seien vermutlich die "schlimmste Naturkatastrophe" in dieser Region, sagte Washingtons Gouverneur Bob Ferguson.
Die lange Dürre ermögliche die schnelle Ausbreitung des Feuers, so Forstwissenschaftlerin Yvonne Hengst. Grundsätzlich gebe es aber "fast keine natürlich verursachten Waldbrände".
30.07.2026 | 8:57 minNiederlande
Der Großbrand in einem Naturgebiet im Südosten der Niederlande ist bisher nicht unter Kontrolle. Rund 250 Feuerwehrleute und auch erneut Löschhubschrauber der Armee sind den Sicherheitsbehörden zufolge im Einsatz. Gut 100 Hektar seien betroffen. Jetzt werde versucht, eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sagte ein Behördensprecher.
Das Feuer in dem Naturgebiet De Rosmolen nahe der deutschen Grenze war am Montag aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen. Durch Wind und hohe Temperaturen konnten sich die Flammen schnell über die Baumkronen ausbreiten.
Ein Campingplatz mit etwa 300 Urlaubern wurde vorsorglich evakuiert. Der Bahnverkehr zwischen Nimwegen und Venray wurde eingestellt. Anwohner wurden aufgefordert, wegen des starken Rauches Türen und Fenster geschlossen zu halten.
ZDFheute Infografik
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Frankreich
In Frankreich warnte der Wetterdienst für den heutigen Dienstag vor einer erhöhten Waldbrandgefahr im Nordwesten des Landes. Auch in Mittelmeerregionen bleibe die Gefahr hoch, weil die Vegetation dort extrem ausgetrocknet sei und weiterhin starke Hitze herrsche, hieß es in einer Mitteilung. Die Gefahr dürfte demnach wegen zunehmender Winde im Verlauf der Woche erneut auf die höchste Alarmstufe ansteigen.
Generell sind die meisten Feuer unter Kontrolle, die Lage im Land gilt als stabil. Angespannt bleibt die Situation vor allem im südfranzösischen Département Var, wo 1.500 Feuerwehrleute gegen das Ausbreiten eines wieder aufgeflammten Brandes kämpfen. Die Präfektur erhielt die Warnstufe 1 wegen Luftverschmutzung aufrecht.
Bei Bordeaux, wo der in dieser Saison bislang schlimmste Brand gewütet hatte, durften Bewohnerinnen und Bewohner weiterer evakuierter - und teils schwer zerstörter - Orte wieder zurück nach Hause.
Die Waldbrände bei Bordeaux haben schwere Schäden angerichtet. In Biscarrosse wurden mehrere Häuser zerstört.
30.07.2026 | 2:30 minSpanien
Im Vergleich zu den vergangenen Wochen hat sich die Lage in Spanien weiter entspannt. Nach Angaben des Waldbrandportals "Incendios Forestales" waren am Montagabend landesweit 47 Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Es handelte sich überwiegend um kleinere Feuer. Die meisten davon wurden aus den Regionen Kastilien und León, Katalonien, Valencia und Kastilien-La Mancha gemeldet.
Die Großbrände rund um die Hauptstadt Madrid, welche die Feuerwehr des beliebten Urlaubslandes Ende Juli in Atem gehalten hatten, lodern zum Teil noch weiter, sind aber unter Kontrolle. Eine weitere gute Nachricht: Dank des Endes der vierten Hitzewelle dieses Sommers ist die Waldbrandgefahr in Spanien landesweit zurückgegangen, wie der Wetterdienst Aemet mitteilte.
Deutsche Feuerwehrkräfte unterstützten bei der Bekämpfung von Bränden in Nordspanien. Glutnester und schwer zugängliches Gelände erschweren solche Einsätze.
03.08.2026 | 2:30 minMehr zu den Waldbränden
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