Mitteilung von Anwaltskanzlei:Buckelwal-Freilassung: So soll Timmy freigekommen sein
Wie wurde Buckelwal Timmy in die Nordsee entlassen und wo ist er jetzt? Ein neuer Bericht der Bereederungsgesellschaft soll für Aufklärung sorgen - aber offene Fragen bleiben.
Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal ist nach mehreren Rettungsversuchen endlich in der Nordsee angekommen.
02.05.2026 | 1:38 minRund eine Woche nach Freisetzung des von der Ostseeküste abtransportierten Buckelwals gibt es neue Angaben seitens der Bereederungsgesellschaft des beteiligten Schleppers "Robin Hood". In einer Mitteilung gab die Hamburger Anwaltskanzlei Cronemeyer Haisch an, sich im Auftrag der JEB Bereederungsgesellschaft und der Crew zu äußern. Darin heißt es etwa, der Wal sei durch erhöhten Seegang gegen die Längsschotten der Barge gestoßen, in der er transportiert wurde. Er habe "sich Kratzer zugezogen".
Bei der Freilassung des Wals am Samstag wurde gegen Absprachen verstoßen. Jetzt soll die Crew des Rettungsschiffs zu den Geschehnissen an Bord befragt werden.
04.05.2026 | 2:14 minEine private Initiative hatte die Bergung des Wals an der Ostseeküste und den Abtransport in einer Barge - einer Art mit Wasser gefülltem Lastkahn - gen Nordsee organisiert. Mehrere Schiffe und Teammitglieder der Initiative waren dabei.
Die Angaben zum genauen Ablauf der Freisetzung lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Freisetzung erst im zweiten Anlauf
Die Freilassung sei bereits am Freitag, dem 1. Mai, eingeleitet worden, erklärte nun die Kanzlei, "auf Anweisung der Privatinitiative", wie es heißt. Das Absperrnetz sei entfernt worden, wodurch die Barge offen gewesen sei. Zur Unterstützung des Wals sei ihm mit Schläuchen eine Schlinge umgelegt worden, "in Umsetzung der Vorgaben durch die Privatinitiative", wie es heißt. Die Freisetzung sei allerdings nicht gelungen und der Versuch bei Einbruch der Dunkelheit abgebrochen worden.
Am Folgetag sei der zweite Versuch erfolgt. Jeffrey Foster vom Whale Sanctuary Project in den USA habe diesen begleitet. Er war auch nach früheren Angaben der Privatinitiative an Bord des Lastkahns. Laut jüngster Kanzlei-Mitteilung ließ der erhöhte Seegang einen sicheren Personentransfer von weiteren Mitgliedern der Privatinitiative aufgrund des damit verbundenen Risikos nicht zu.
Der privaten Initiative ist es gelungen, den vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwal auf einen Schleppkahn zu leiten, mit dem er nun Richtung Nordsee und offenes Meer unterwegs ist.
29.04.2026 | 1:41 minFreilassung mit Schläuchen durchgeführt
Erneut sei mittels Schläuchen eine Verbindung zum Wal hergestellt worden. Er sei freigekommen. "In diesem Moment wurden die Schläuche sofort gelöst." Die "Robin Hood" verdriftete demnach seitwärts. Der Wal habe frei weiterschwimmen können.
Er hat nochmals geatmet, ist sodann halbtauchend an den Schiffen vorbeigeschwommen und dann abgetaucht.
Anwaltskanzlei Cronemeyer Haisch im Auftrag der JEB Bereederungsgesellschaft
Die Bereederungsgesellschaft und die Crew hätten alles dafür getan, dass der Wal möglichst unbeschadet und so schnell wie möglich in Freiheit gelange.
Bei den meisten unserer Nachbarn scheint man mit Fällen wie dem gestrandeten Wal „Timmy“ und der Debatte um seine Rettung anders umzugehen. Entsprechend fällt die Berichterstattung in Europa aus.
29.04.2026 | 2:06 minZustand und Verbleib des Wals weiter unbekannt
Der Wal war etwa 70 Kilometer vor dem norddänischen Skagen freigesetzt worden. Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals übereinstimmend als sehr gering eingeschätzt. Aktuelle Angaben zum Zustand und Aufenthaltsort des Tieres lagen bis zuletzt nicht vor.
Wegen fehlender Informationen zum Ort und Zustand des Buckelwals hatte zuletzt das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns Klarheit von der privaten Initiative gefordert. Sie sollte Daten des am Wal angebrachten GPS-Senders übermitteln oder Gründe liefern, warum dies nicht möglich sei, sagte eine Sprecherin. Sonst würden rechtliche Schritte geprüft.
Karin Walter-Mommert, eine Geldgeberin der Initiative, hatte gesagt, ein Sender liefere zwar Signale, eine Ortung des Tieres sei aber unmöglich.
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