Geplante Rettung von Buckelwal Timmy:Meeresbiologe Ritter: "Laufen Gefahr, dem Wal zu schaden"
Diese Woche soll es einen neuen Rettungsversuch für Buckelwal Timmy geben. Walforscher Ritter ist im ZDF skeptisch und warnt vor möglichen Gefahren für das Tier.
Das Interview mit Meeresbiologe Fabian Ritter im ZDF-Morgenmagazin in voller Länge.
27.04.2026 | 5:38 minDer Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter bleibt mit Blick auf den neuen Rettungsversuch des vor der Ostseeinsel Poel gestrandeten Buckelwals skeptisch. "Der Zustand des Wals ist nach wie vor auch prekär", sagte der Mitgründer und zweite Vorsitzende des gemeinnützigen Wal- und Delfinschutzvereins "M.E.E.R." im ZDF-Morgenmagazin.
Er hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich und da jetzt mit großem, schwerem Gerät, mit vielen, vielen Menschen und viel Geld das Allermöglichste zu versuchen - ich glaube, wir laufen da Gefahr, dem Wal auch zu schaden.
Fabian Ritter, Meeresbiologe
Experte: Lautstärke Problem für Wal
Vor allem der lange Transport in dem Lastenkahn könne das Tier sehr stressen, ist Ritter überzeugt. "Was mir Sorgen macht, ist die Lautstärke. Das wird sehr laut für den Wal. Und Wale und Delfine leben in einer Welt des Schalls. Die sind da extrem empfindlich." Das wäre so, als würde man einem Menschen drei Tage lang eine helle Lampe ins Gesicht halten, sagte er.
Zudem könne man den Buckelwal nach drei Tagen nicht einfach anschubsen und davon ausgehen, dass er einfach losschwimmt. "Man muss darauf achten, dass er bewegungsfähig ist. Idealerweise hat man auch festgestellt, dass er Nahrung tatsächlich zu sich nehmen kann. Und was mir immer noch fehlt, sind tatsächlich die Ergebnisse einer Blutprobe oder dass die Blasluft analysiert wird."
Die Spannung um Buckelwal "Timmy" hält an. Jetzt soll der gestrandete Riese mittels Lastkahn transportiert werden. Doch: "Der Wal muss mitmachen", berichtet ZDF-Reporter Bernd Mosebach von der Insel Poel.
27.04.2026 | 3:47 minBuckelwal "hat uns immer wieder überrascht"
Zu den Überlebenschancen des Walbullen wollte Ritter keine konkreten Angaben machen. "Also über die Überlebenschancen dieses Wals ist schon viel spekuliert worden und er hat uns immer wieder überrascht. Da mag ich jetzt keine Prognose geben."
Seit mehr als 50 Tagen schwimmt und vor allem liegt der Buckelwal in der Ostsee und vor der Insel Poel. In dieser Woche soll Schiffstechnik den Abtransport des lebenden Tiers ermöglichen. Ein Lastkahn soll den großen Meeressäuger samt Wasser aufnehmen und möglicherweise bis in den Atlantik transportieren. Der Abtransport des Wals war zuletzt frühestens für Dienstag geplant.
In den kommenden Tagen soll der vor der Ostseeinsel Poel gestrandete Buckelwal in die Nordsee transportiert werden. Ein großes Stahl-Becken soll das Tier samt Wasser aufnehmen.
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