In Richtung Nordsee:Schlepper mit Wal Timmy unterwegs - so geht es weiter
Erfolgsmoment für die Helfer von Timmy: Ein Schlepper mit dem Buckelwal in einer Barge hat sich in Bewegung gesetzt, es geht in Richtung Nordsee. Doch es gibt Kritik.
Der wohl letzte Rettungsversuch für den gestrandeten Buckelwal läuft. Am Nachmittag wurde das Tier in einen Frachtkahn gelotst. Damit soll der Wal bis ins offene Meer transportiert werden.
28.04.2026 | 0:16 minMöglicher Erfolg bei der Rettung von Buckelwal Timmy in der Ostsee: Ein Schlepper hat die Barge mit dem zuletzt gestrandeten Wal übernommen. Auf Livestreams war zu sehen, wie der mit Wasser gefüllte Lastkahn, mit dem der Wal in die Nordsee gebracht werden soll, von kleineren Booten aus der Kirchsee der Insel Poel heraus in die Wismarbucht zu dem Schlepper "Robin Hood" gebracht und von diesem auf den Haken genommen wurde.
"Wenn die See ruhiger wird, wird er seine Reise antreten in Richtung Nordsee - und dann kommt er in seine heimatlichen Gefilde zurück", hatte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Nachmittag vor Journalisten angekündigt.
Nach der erfolgreichen Verladung fielen sich die Helfer der privaten Rettungsinitiative im Hafen in die Arme, bei manchem rollte eine Träne der Erleichterung nach Wochen der Anspannung. Bei ihrer Ankunft im Hafen von Kirchdorf wurden sie von den Anwesenden teils mit Jubel und Klatschen empfangen. "Die Hoffnung haben wir nie aufgegeben", sagte eine Schaulustige vor Ort.
Für den vor der Insel Poel gestrandeten Wal Timmy startete heute ein Rettungsversuch.
28.04.2026 | 2:43 minBuckelwal soll in Nordsee oder Atlantik transportiert werden
Der schwer angeschlagene Wal soll in dem Kahn in Richtung Nordsee oder Atlantik geschleppt werden. Bei der von zwei Unternehmern finanzierten Privatinitiative handelt es sich um einen letzten Rettungsversuch für den von Experten schon aufgegebenen Meeressäuger.
Viele nicht beteiligte Fachleute lehnen den Rettungsversuch als sinnlos ab, die Behörden dulden ihn aber. Backhaus bezog sich auf diese Kritik, als er sagte:
Wir haben hier Tag und Nacht gearbeitet, auch zusammengearbeitet - und wir haben am Ende dieses Tier gerettet.
Till Backhaus (SPD), Umweltminister in Mecklenburg-Vorpommern
Nun müsse die Aktion in Ruhe ausgewertet werden. Der Umweltminister erzählte auch, dass er auf dem Schiff geweint habe. "Ich war auch kurz davor, ins Wasser zu springen, um ihm noch auf dem letzten Meter mitzuhelfen." Es sei schon ein "Glücksmoment" gewesen.
Planänderung: Gurt statt Plane für Transport verwendet
Die Beteiligten zogen den Wal in einer stundenlangen Aktion mit Hilfe von Gurten zu dem Frachtkahn. Für den Weg wurde in den vergangenen Tagen eine gut 100 Meter lange Rinne gebaggert. Um 14.45 Uhr war das Tier schließlich in der sogenannten Barge, einer Art schwimmendem Becken.
Vor der Insel Poel hat die entscheidende Phase der Rettung des gestrandeten Buckelwals begonnen. Ob es Chancen gibt, dass alles wie geplant abläuft, berichtete ZDF-Reporter Bernd Mosebach.
28.04.2026 | 0:59 minUrsprünglich war geplant gewesen, den Wal rückwärts mit Hilfe einer Plane in den Lastkahn zu bewegen. Tierärzte und Experten hätten sich aber dagegen ausgesprochen, sagte die beteiligte Kleintierärztin Kirsten Tönnies.
Gesundheitszustand von Buckelwal Timmy unklar
Zum Zustand des Tieres machte Tönnies vor der geglückten Aktion am Dienstag widersprüchliche Angaben. Zunächst hatte sie gesagt, dem Tier laufe die Zeit davon. Der Atem sei flacher und die Reaktionen schwächer.
Wenig später ruderte sie dann zurück: Das Tier sei "in einem doch deutlich besseren, lebhafteren, vitaleren und interessierteren Zustand, als wir die letzten Stunden geglaubt haben." Wenn sich Wasserstand, Wind und Sonne änderten, "da wird er plötzlich wieder aktiv", sagte sie zur Erklärung.
Der erneut gestrandete Buckelwal "Timmy" spaltet das Land. Rettungsversuch oder "in Frieden lassen"? Meeresbiologe Fabian Ritter meint: An oberster Stelle "sollte das Tierwohl stehen".
27.04.2026 | 5:38 minLaut ZDF-Reporter Bernd Mosebach sollte der Wal, als er in der Barge ankam, erneut untersucht werden, um seinen Gesundheitszustand genauer zu bestimmen. Außerdem sollte ein Sender angebracht werden, sagte Mosebach bei ZDFheute live.
Das Deutsche Meeresmuseum hatte sich am Montag dafür ausgesprochen, dem Tier die größtmögliche Ruhe zu lassen, "es ausschließlich palliativ zu versorgen und von weiteren Manipulationen am Wal abzusehen". Die wiederholten Strandungen des Wals wiesen auf ein ernsthaftes Gesundheitsproblem hin. Eine Bergung sei zudem mit enormen Verletzungsrisiken für den Wal verbunden. Auch ein mehrtägiger Transport bedeute enormen Stress für den Wal.
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