In eigener Sache
An dieser Stelle beenden wir unseren Liveblog. Wir danken für Ihr Interesse. Alle Neuigkeiten und Hintergründe zum Buckelwal Timmy finden Sie weiterhin auf ZDFheute.
Vor einem Monat ist der Buckelwal vor der Insel Poel gestrandet. Nun ist der Wal in der Nordsee angekommen, schwimmt und atmet. Alle Entwicklungen im Liveblog.
Der Wal liegt in einem gefluteten Lastschiff kurz vor der dänischen Grenze (Aufnahme aus einem Flugzeug).
Quelle: dpaAn dieser Stelle beenden wir unseren Liveblog. Wir danken für Ihr Interesse. Alle Neuigkeiten und Hintergründe zum Buckelwal Timmy finden Sie weiterhin auf ZDFheute.
"Wenn sich bewahrheitet, dass der Peilsender keine Daten liefert, wäre das eine Katastrophe, auch für das 'Rettungsteam'", teilte der Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter mit. "Es gab bisher genug Anlässe, an der Professionalität des Teams zu zweifeln, dies wäre der folgenschwerste." Wenn es nicht gelinge, den Wal mittels Daten des Senders zu verfolgen und sein Verhalten einzuschätzen, könne die gesamte Mission letztlich auch nicht als erfolgreich oder fehlgeschlagen bezeichnet werden.
Die Rechtsanwältin der privaten Initiative zum Transport des Wals, Constanze von der Meden, teilte mit, es könnten vorerst keine Angaben zur Schwimmrichtung des Wals gemacht werden. Welche Probleme es konkret gab, blieb zunächst unklar.
Seit dem Morgen ist der mehrfach an Ostsee-Küsten gestrandete Buckelwal wieder im offenen Meer - doch die angekündigten Senderdaten zu seinem Weg fehlten auch am Mittag weiter. Die Peildaten seien bei der Initiative mehrfach angefordert worden, hätten aber auch am Mittag noch immer nicht vorgelegen, teilte Eva Klaußner-Ziebarth, Sprecherin des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern, mit.
Auch Umweltminister Till Backhaus ging in einem Statement beim Livestream-Anbieter News5 darauf ein: "Was mich wirklich ärgert, ist ausdrücklich: Es war vereinbart, dass uns die Daten übermittelt werden, damit wir ihn auch begleiten können. (...) Uns sind bis heute keine Daten zur Verfügung gestellt worden."
Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) betonte: "Von einer Rettung kann man erst sprechen, wenn sich der Wal zurück im Nordatlantik befindet und dort langfristig überlebt; sich seine Haut wieder vollständig erholt hat; er wieder eigenständig auf Nahrungssuche geht und an Gewicht zunimmt; und seinem natürlichen Verhalten nachgeht."
Als gerettet gilt der Wal auch nach dem Freisetzen nicht. Nach der langen Liegezeit sei fraglich, ob der Wal noch normal schwimmen und tauchen könne, hatte der Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter erklärt. Auch die Frage nach der Nahrungsaufnahme stelle sich wegen der in seinem Maul gefundenen Netzteile. Der Wal sei allen Anzeichen nach alles andere als fit.
Umweltminister Dr. Till Backhaus erklärte zur Freilassung von Timmy: "Ich habe von Beginn an gesagt, dass wir den Wal begleiten werden – und genau das haben wir nach bestem Wissen und Gewissen getan. Wir haben gegenüber der Initiative immer klar gemacht, dass Anpassungen am ursprünglichen Konzept angezeigt und von uns geprüft werden müssen. Grundlage dafür waren durchgehend das Tierwohl, der Tierschutz und ein möglichst artgerechtes Verhalten des Tieres. All das haben wir schnell und unbürokratisch gewährleistet."
er fuhr fort: "Wir haben diesen Rettungsversuch, der in dieser Form einmalig in Deutschland ist, erfolgreich begleitet und damit auch ein Stück Geschichte geschrieben. Jetzt kommt es darauf an, dass uns die Daten des Peilsenders zügig zur Verfügung gestellt werden, damit wir die weitere Reise des Wals nachvollziehen können."
"Peildaten sind bei der Initiative mehrfach angefordert worden. Bislang haben wir nichts", teilte Eva Klaußner-Ziebarth, Sprecherin des Umweltministeriums in Mecklenburg-Vorpommern, mit. Die Fachleute hätten gerade noch mal um die Herausgabe der Daten bis heute Mittag gebeten.
Vorerst lägen ihm noch keine Daten vor, erklärte Jens Schwarck, Mitglied der privaten Initiative und beim Transport mit dabei, am Vormittag. Die Allgemeinheit wird seinen Weg ohnehin nicht verfolgen können: Die Informationen, wo sich der Wal befinde, würden nur den Teammitgliedern der Privatinitiative und dem Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung gestellt, hatte die Rechtsanwältin der Initiative, Constanze von der Meden, gesagt.
Beeinträchtigungen seien nicht zu erkennen gewesen, sagte Karin Walter-Mommert von der privaten Rettungsinitiative. Das Tier habe lediglich bei schwerer See in dem Lastkahn zuvor kleinere Blessuren erlitten, die aber nicht schwerwiegend seien. Der Kurs des Wals solle per GPS-Signal weiter verfolgt werden. Das Verlassen des Lastkahns erfolgte demnach offensichtlich relativ unvorbereitet. Eigentlich sei noch einmal eine Untersuchung des Tiers geplant gewesen.
Weiter sagte die hinter der privaten Rettungsinitiative stehende Unternehmerin Walter-Mommert, der Wal sei beobachtet worden, wie er einen sogenannten Blas machte, das charakteristische Ausatmen von Walen nach einem Tauchgang. Er schwamm demnach zunächst nach Nordwesten, was der beste Weg sei, um die norwegische Westküste zu erreichen und sich entlang dieser Küste dann in Richtung Arktis zu bewegen.
Wie Karin Walter-Mommert von der Rettungsinitiative der Nachrichtenagentur AFP bestätigte, verließ das Tier am Samstagmorgen gegen 8.45 Uhr den Lastkahn, mit dem der Wal bis in die Nordsee geschleppt worden war. Das Tier schwimme nun eigenständig und frei und zumindest zunächst auch in die richtige Richtung.
Der aus einer flachen Ostsee-Bucht an der Insel Poel geborgene Buckelwal ist nach Angaben aus dem Team der verantwortlichen Privatinitiative und nach Bildern des Livestream-Anbieters News5 in der Nordsee freigesetzt worden. Der Wal sei gegen 9.00 Uhr nicht mehr im Lastkahn gewesen, sagte Jens Schwarck, Mitglied der privaten Initiative und beim Transport mit dabei, der Deutschen Presse-Agentur.
Auf News5-Drohnenaufnahmen war zeitweise ein im Wasser schwimmender Wal zu erkennen - ob es sich tatsächlich um das freigesetzte Tier handelte, ließ sich nicht gesichert sagen. Ob es Senderdaten gebe, sei bisher unklar, sagte Schwarck. Es gab zudem keine Angaben dazu, in welchem Zustand sich das Tier befand und wie genau es von Bord schwamm oder bugsiert wurde.
Buckelwal Timmy befindet sich auch am Morgen noch in seiner Transport-Barge. Der Konvoi bewegt sich weiter nördlich, gewissermaßen in der Mitte zwischen Dänemark und Norwegen. Laut Schiffsortungssystem Vesselfinder wirkt es, als bewege sich der Verband oberhalb der stark befahrenen Schiffsrouten.
Der Schiffskonvoi zur Freisetzung von Buckelwal Timmy ist am frühen Samstagmorgen auf Kurs in der Nordsee. Der Schlepper, die Barge mit dem Wal sowie das Begleitschiff fuhren weiterhin nördlich der nördlichsten Spitze Dänemarks in Richtung Norwegen, wie beim Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder zu beobachten war.
Der Schiffskonvoi mit dem Buckelwal fährt kurz vor Sonnenuntergang auf Kurs im Skagerrak genannten Teil der Nordsee. Der Schlepper, die sogenannte Barge mit dem Wal sowie das Begleitschiff fuhren am Abend nördlich der nördlichsten Spitze Dänemarks zunächst in Richtung Norwegen.
Wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister dem ZDF berichtet, ist die Barge inzwischen auf 1,80 Meter abgesenkt worden, der Wal könne also frei schwimmen. Auch die sogenannten Airbags seien entfernt worden, sodass der Wal freie Bahn habe. Ihm sei berichtet worden, dass der Wal recht aktiv sei. Backhaus zeigt sich optimistisch, dass der Wal in die Freiheit möchte.
Wie im Livestream zu sehen ist, hat der Schiffskonvoi mit dem Wal offenbar angehalten. Ein Schlauchboot bewegt sich vor der Barge, aus der der Wal sich nun freischwimmen soll. Zwischenzeitig war erfolglos versucht worden, ihn mit einer Leine aus der Barge zu holen.
Zeitweise macht es im Livestream den Anschein, dass Wal "Timmy" ins offene Meer schwimmt. Minuten später befindet er sich allerdings wieder in der hinteren Hälfte der Barge.
Der Schiffskonvoi mit dem Buckelwal nähert sich wieder dem Übergang zur Nordsee. Der Schlepper, die Barge mit dem Wal und das Begleitschiff fahren am Nachmittag stetig Richtung Norden, wie beim Schiffs-Ortungsdienst Vesselfinder zu beobachten ist. Die Freisetzung des Wals erfolgt deshalb womöglich doch, wie ursprünglich geplant, in der Nordsee.