Buckelwal in Ostsee:Private Walretter-Initiative: Team schrumpft
Das Team der privaten Rettungsaktion für Wal Timmy wird kleiner. Unter anderem die Pressesprecherin verlässt die Initiative. Sie spricht von internen Differenzen.
Verfolgen Sie die Situation des Wals in der Ostsee live.
21.04.2026Mehrere Teammitglieder haben die private Initiative zur Rettung des Buckelwals in der Ostsee verlassen oder fallen vorerst aus. Christiane Freifrau von Gregory, die als Pressesprecherin des Teams aufgetreten war, tritt zurück. Sie mache den Weg frei, da eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen "für uns" nicht mehr möglich sei.
"Unser Ziel war stets die professionelle und ruhige Umsetzung des Konzepts, das Mensch und Tier schützt", heißt es in einer schriftlichen Mitteilung von Gregory.
Die aktuellen Entwicklungen und die Dynamiken vor Ort entsprechen jedoch nicht mehr den Grundwerten und Standards, für die ich persönlich und wir als Team stehen.
Christiane Freifrau von Gregory
Weiter teilt sie mit: "Um die Integrität unserer bisherigen Arbeit zu wahren und die weitere Rettung des Tieres nicht durch interne Differenzen zu belasten, ist ein klarer Schnitt zum jetzigen Zeitpunkt unumgänglich."
- Die Entwicklungen rund um den Wal zum Nachlesen im Blog.
Auch zwei Tierärztinnen fallen aus
Der Rückzug der Sprecherin ist nicht der einzige, den die private Initiative verkraften muss. So ist deren leitende Tierärztin, Janine Bahr-van Gemmert, gestern mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht worden, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte.
Die private Rettungsaktion von Buckelwal "Timmy" gestaltet sich nach wie vor schwierig. Der Wal war am Montagmorgen zunächst weitergeschwommen, nun sitzt er aber an anderer Stelle fest.
20.04.2026 | 1:10 minAuch eine weitere Tierärztin fällt demnach aus. "Ich habe natürlich auch mit großer Sorge zur Kenntnis genommen, dass die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin abgereist ist", sagte Backhaus am Morgen. "Das nehme ich zur Kenntnis." Zuvor hatten Medien berichtet, dass Jenna Wallace wegen Differenzen im Team abgereist sei.
Walter Gunz, Mediamarkt-Mitgründer und Mitfinanzierer der Aktion, sprach von einer enormen Belastung für das ganze Team. Er selbst habe seit acht Tagen nur drei bis vier Stunden pro Nacht geschlafen und sei auch angeschlagen. "Wir sind alle am Ende." Aufgeben wolle die Initiative aber nicht. Es gehe auf jeden Fall weiter.
Derweil nahmen Mitglieder der privaten Initiative am Vormittag ihre Arbeiten am Wal wieder auf. Mit Hilfe von Paddeln und mit bloßen Händen bespritzen sie das Tier mit Wasser, es sollten neue Spülversuche starten. Auch solle dem rund zwölf Meter langen Meeressäuger Nahrung angeboten werden, hieß es von Backhaus. Der Wal sei natürlich in einem kritischen Zustand, sei aber dennoch vital und habe eine Chance.
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